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Spieleautor - Autorenspiel

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ingo Althöfer
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Beiträge: 585

Re: Spieleautor - Autorenspiel

Beitragvon Ingo Althöfer » 8. Januar 2008, 19:52

Hallo Andreas,

es ging bei der Frage ja nicht um die
Geburtsstunde des "Autoren-Spiels", sondern
um die Geburtsstunde des Begriffs "Autoren-Spiel".

Andreas Keirat schrieb:
> ...
> Irgendwo habe ich mal gelesen, daß Alex Randolph in den
> 70er Jahren darauf bestanden hat, daß sein Name auf den
> Schachteln auftauchte. ..
> Eventuell wäre das die "sichtbare"
> Geburtsstunde des Autoren-Spiels. Aber da können
> eventuell
> Sammler näheres zu sagen (in Spielanleitungen standen die
> Autoren ja schon einige Zeit vorher).

Ich kenne ein ziemlich altes Beispiel:
Laska / Lasca
vom Schweltmeister Emanuel Lasker.
Eine in den 1920er Jahren herausgebrachte Edition
hatte folgenden Schachteldeckel:
http://www.lasker-gesellschaft.de/treffen/2003.02.07/laska-1.jpg

Also nicht nur Name, sondern auch Konterfei des Autors
auf der Schachtel.

Gruss, Ingo

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Dirk Piesker
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Beiträge: 950

Re: Spieleautor - Autorenspiel

Beitragvon Dirk Piesker » 8. Januar 2008, 20:44

Hallo Ingo,


> Manchmal hilft es zu klären, wer einen Begriff
> eingeführt hat, wenn man um die Bedeutung streitet.

Das ist IMHO der entscheidende Punkt.

Im Normalfall entsteht Sprache doch so, dass ein
Ding (Konkret oder abstrakt) beschrieben werden soll, und
sich daraufhin ein Wort/eine Beschreibung entwickelt.

Nun ist hier ja genau das Gegnteil der Fall, nämlich ein
Wort, zu dem es erstmal keine Bedeutung gibt.

Neue Worte ohne konkreten Bezug werden meist aus einem
bestimmten Grund benutzt, und genau diesen zu hinterfragen
wäre meines Erachtens sinnvoller, als eine allgemeine
Diskussion, was denn eine Definition sein könnte.
(Auch wenn es ggf. Spaß macht und natürlich auch völlig
legitim ist)

Ein Verlag benutzt "Autorenspiel" vielleicht, um in der
Masse "klassischer" Familienspiele (Monopoly, Risiko,
Backgammon, Twister...) einen Qualitätsanspruch
zu suggerieren, also ein Marketing-Schachzug.

Ein Autor könnte damit die Bedeutung eines Spiels
als schöpferische Leistung hervorstellen wollen.

Und ein Forumsleser könnte sich kopfkratzend fragen,
was er denn mit diesem Wort nun anfangen soll, und dann lieber die Neuheitenliste für Nürnberg auswendig lernen :-)


Viele Grüße,
Dirk

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Christian Hildenbrand

RE: Risiko = Autorenspiel

Beitragvon Christian Hildenbrand » 8. Januar 2008, 21:07

Moin,

nur mal am Rand ... weil es immer wieder unter die "klassischen" Spiele ohne Autoren geschoben wird:

"Risiko" hat durchaus einen Autor, nämlich den Franzosen Albert Lamorisse (1955)

Gleiches gilt im Übrigen auch für "Monopoly" (Elizabeth Philips - 1904) und "Mensch Ärgere DIch nicht" (Josef Friedrich Schmidt 1908).

Das nur als kleine Info für Interessierte ...

Grüße,

Christian (musste bei Monopoly zugegebenermaßen nachschauen)

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Pucky
Spielkamerad
Beiträge: 46

Re: Begriff "Autorenspiel" vor 1997 ?

Beitragvon Pucky » 9. Januar 2008, 00:46

huhu,
nicht viel früher/1993
Spiel der Türme
http://images.boardgamegeek.com/images/pic89367_md.jpg

bin der Meinung in der Serie gab es noch andere, aber mir fällt gerade nichts Konkretes für ne gezielte Suche ein

Gruß
Frank
der sich aus Definitionsversuchen wohlweislich raushält

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Mick
Kennerspieler
Beiträge: 115
Wohnort: Witten

Re: Versuch einer Definition

Beitragvon Mick » 9. Januar 2008, 08:18

Für alle, die eine Definition suchen, unter Wikipedia gibt es tatsächlich eine, dazu noch eine sehr ausführliche: http://de.wikipedia.org/wiki/Autorenspiel
Dann noch viel Spass beim diskutieren dieser Definition ;-)
Gruß
Mick (der froh ist, dass es im egal sein kann, was ein Autorenspiel ist und seit wann es diesen Begriff gibt)

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Duchamp

Re: Spieleautor - Autorenspiel

Beitragvon Duchamp » 9. Januar 2008, 08:21

SALTA wäre ein noch früheres Beispiel. Der Erfinder Konrad Büttgenbach war u.a. auf Photos mit Sarah Bernhardt zu sehen:
http://www.abstractgamesmagazine.com/images/salta2.gif

Das Spiel war Anfang des 20. Jahrhunderts ausgesprochen erfolgreich, zwar nicht wegen der Berühmtheit seines Erfinders, aber eben doch wegen eines erfolgreichen Marketings (Turniere, Salta-Zeitung, usw.) als "neues Spiel" mit einem konkreten "Schöpfer" gegenüber Dame oder Schach.

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Duchamp

Re: Spieleautor - Autorenspiel

Beitragvon Duchamp » 9. Januar 2008, 08:46

Ich habe bei BGG eine GeekList angefangen, mal sehen, welche älteren Beispiele noch so auftauchen ...:

http://www.boardgamegeek.com/geeklist/28025

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Andreas Last

Re: Versuch einer Definition

Beitragvon Andreas Last » 9. Januar 2008, 09:35

Allerdings ist die mangelnde Güte dieses Artikels überhaupt der Anlass, zu versuchen, den Begrif "Autorenspiel" besser zu definieren.

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Peter Gustav Bartschat

Re: Versuch einer Definition

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 9. Januar 2008, 10:21

Mick schrieb:
> Für alle, die eine Definition suchen,
> unter Wikipedia gibt es
> tatsächlich eine, dazu noch eine sehr ausführliche:
> http://de.wikipedia.org/wiki/Autorenspiel

Manchmal überkommt mich eine große intellektuelle Müdigkeit ...

MfGPGB

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Ingo Althöfer
Kennerspieler
Beiträge: 585

Begriff "Autorenspiel" vor 1993 ?

Beitragvon Ingo Althöfer » 9. Januar 2008, 15:52

Hallo Frank,

danke fuer den Beitrag.

Wer bietet jetzt "vor 1993"?

Ingo.


Pucky schrieb:
> huhu,
> nicht viel früher/1993
> Spiel der Türme
> http://images.boardgamegeek.com/images/pic89367_md.jpg
>
> bin der Meinung in der Serie gab es noch andere, aber mir
> fällt gerade nichts Konkretes für ne gezielte Suche ein
>
> Gruß
> Frank
> der sich aus Definitionsversuchen wohlweislich raushält

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Ingo Althöfer
Kennerspieler
Beiträge: 585

Frühe Spiele-Autoren

Beitragvon Ingo Althöfer » 9. Januar 2008, 16:03

Duchamp schrieb:
> Ich habe bei BGG eine GeekList angefangen, mal sehen, welche
> älteren Beispiele noch so auftauchen ...:
>
> http://www.boardgamegeek.com/geeklist/28025

Danke, Duchamp.

Leider geht aus den alten Bildern zu Salta nicht
hervor, ob diese auf der Spielschachtel waren.

Ein noch etwas älteres Spiel mit Autor und Streit
um die Autorschaft ist Reversi. Da haben sich die
beiden Personen vielleicht sogar duelliert gehabt.

Siehe bei Wikipedia unter Reversi, Teil "Geschichte":
In den 1880er Jahren entwickelte der Engländer Lewis Waterman ein Brettspiel, das er Reversi (lat. umkehrbar) nannte. Es wurde auf einem Schachbrett mit 64 Steinen gespielt. Sein Spiel ähnelte dem Game of Annexation (Spiel der Annexion), das bereits 1870 von dem Engländer John W. Mollett erfunden wurde. Mollets Spiel wurde jedoch auf einem kreuzförmigen Brett gespielt. Beide wohnten in London und beanspruchten die wahren Erfinder zu sein. Es kam zu einem Rechtsstreit und schließlich sollen sie sich sogar duelliert haben. Die älteste bekannte Quelle zu Watermans Reversi ist ein Zeitungsartikel vom 21. August 1886 in der "The Saturday Review".

Ingo.

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peer

Re: Frühe Spiele-Autoren

Beitragvon peer » 9. Januar 2008, 16:12

Hi,
Ingo Althöfer schrieb:
>> Leider geht aus den alten Bildern zu Salta nicht
> hervor, ob diese auf der Spielschachtel waren.
>
> Ein noch etwas älteres Spiel mit Autor und Streit
> um die Autorschaft ist Reversi. Da haben sich die
> beiden Personen vielleicht sogar duelliert gehabt.

Hm, zu beiden Spielen hat Rudolf Rühe in der Spielbox (oder was in der Pöppel Revue?) näheres geschrieben. Ich finde den Artikel z.Z. leider nicht - kann jemand besser organisiertes den auftun? Vielleichts findet man da genaueres...

ciao
peer

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Duchamp

Re: Frühe Spiele-Autoren

Beitragvon Duchamp » 9. Januar 2008, 18:31

Ingo Althöfer schrieb:
>
> Leider geht aus den alten Bildern zu Salta nicht
> hervor, ob diese auf der Spielschachtel waren.

Das stimmt. Büttgenbach wurde trotzdem als Erfinder des Spieles ziemlich bekannt. Zudem erschien das Spiel in seinem eigenen Verlag, der Name war also schon "Programm".

Das Spiel "Gavitt`s Stock Exchange" erschien übrigens auch im eigenen Verlag von Harry E. Gavitt (1903), bevor es dann leicht abgewandelt bei Parker als "Pit" ausgesprochen erfolgreich wurde:

http://www.rubylane.com/shops/twoforhisheels/item/T0000376

Auch George S. Parker (ja, genau der von "Parker Brothers"!) brachte ab 1883 selbst erfundene Spiele heraus ("Banking") ...

http://en.wikipedia.org/wiki/George_S._Parker

... offensichtlich waren hier "Autorenverleger" am Werk, was angesichts fehlender "Spieleverlage" ja auch logisch ist.

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Micha A.
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Beiträge: 1340

RE: Begriff "Autorenspiel" vor 1997 ?

Beitragvon Micha A. » 9. Januar 2008, 18:38


> bin der Meinung in der Serie gab es noch andere, aber mir
> fällt gerade nichts Konkretes für ne gezielte Suche ein

Gehe zu Luding
Gib dort "Schmidt Spiel + Freizeit" im Feld "Verlag" ein
Drücke Enter
Überprüfe, welche Ergebnisse so im Zeitraum um 1993 herum ausgespuckt werden
Suche zu diesen Ergebnissen Bilder, sofern auf den von Luding verlinkten Rezi-Seiten nicht vorhanden.

Gehe aber nicht über Los und ziehe nicht € 4.000 ein ;-) !

Gruß
Micha


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"Never argue with idiots. They bring you down to their level, then beat you with experience."

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Duchamp

Re: Begriff "Autorenspiel" vor 1993 ?

Beitragvon Duchamp » 9. Januar 2008, 18:53

Reinhold Wittigs "Sansibar" 1991

http://www.boardgamegeek.com/image/29460

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Ingo Althöfer
Kennerspieler
Beiträge: 585

Bestseller-Autoren-Spiele

Beitragvon Ingo Althöfer » 9. Januar 2008, 21:48

Micha A. schrieb:
> Gehe zu Luding
> Gib dort "Schmidt Spiel + Freizeit" im Feld "Verlag" ein
> Drücke Enter
> ...

Das war ein sehr guter Tipp. Angehängt an eine Google-Suche
kam folgendes zu Tage:

Bei Schmidt gab es in/seit den frühen 1990er Jahren
eine Reihe

"Bestseller-Autoren-Spiele"
Anmerkung: man kann jetzt streiten, ob in
diesem Wort mit zwei Bindestrichen die richtige
Klammerung (Bestseller-Autoren)-Spiele ist oder
Bestseller-(Autoren-Spiels). Ich vermute fast, dass
dem Verlag (B-A)-S vorschwebte, halt "Spiele von
Bestseller-Autoren".
In dieser Reihe sind unter anderem erschienen:

1991 "Sansibar" von Reinhold Wittig
1993 "Spiel der Türme" von Rudi Hoffmann
"Nizza" von Wolfgang Kramer
"Abilene" von Ralf Siegers
"Die Augen der Kali" von Alex Randolph
"Acquire" von Sid Sackson
1994 "Kohle, Kies & Knete" (Sid Sackson)
Von vor 1991 habe ich keinen Eintrag gefunden.

Es wäre schon lustig, wenn von Reinhold Wittig nicht
nur der Begriff "Spiele-Autor" stammt, sondern
auch das erste "Bestseller"-Autoren-Spiel.

Ingo Althöfer


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