Beitragvon Zefaki » 7. August 2008, 12:43
Hallo zusammen,
hier ein kleiner Bericht vom 5. Internationalen Wizardturnier in Kanada.
Am ersten Abend an den Niagarafällen war ab 16 Uhr Kennenlernen im gemütlichen Ambiente (Hotelterasse mit Blick auf DIE Sehenswürdigkeit der Stadt) angesagt. Es vergingen keine zehn Minuten bis die ersten Wizardkarten auf dem Tisch lagen.
Einen Tag später dann ab 9 Uhr das große Turnier. Die 100 Teilnehmer spielten zuerst drei Vorrunden (20 5er-Tische), wobei wie folgt Punkte vergeben wurden: 1. Platz 46, 2. 33, 3. 21, 4. 12, 5. 4. Bei geteilten Rängen wurden die Punkte anteilig vergeben, weshalb der deutsche Wizardmeister Götz trotz erstem Platz in der ersten Runde (nur geteilt) unter Druck stand und ein geteilter vierter plus abschließender letzter Rang nicht für den Einzug ins Viertelfinale reichten, für das sich die besten 60 Spieler qualifizierten.
Ich erwischte einen ziemlich bescheidenen Start ins Turnier. Vor dem abschließenden Spiel der ersten Vorrunde lag ich an vierter Position mit allen Chancen auf den letzten Platz. Am Ende war mit dem dritten Platz doch einigermaßen zufrieden. In der zweiten Vorrunde bekam ich sehr viel bessere Karten und erzielte den zweiten Rang. Damit brauchte ich in der abschließenden Vorrunde noch einen dritten Platz, um sicher im Viertelfinale zu sein. Relativ souverän wurde ich erneut Zweiter (dabei ließ ich den japanischer Vertreiber des Spiels, der mit dem japanischen Meister angereist war, hinter mir - ich konnte ihm trotzdem einen Inselkartensatz abluchsen ;-)) und war eine Runde weiter!
Da der Dritte von Dietzenbach, Fritz, konstant schlecht gepunktet hatte und auch der Kieler Michael nach seinem Erstrundensieg mächtig nachließ, sah es zwischenzeitlich danach aus, dass lediglich ein Deutscher im Viertelfinale stehen würde. Michael konnte sich aber im Stechen (zu dritt um die Plätze 59 und 60) gemeinsam mit der Wizardcards.com-Ratingnummer-1 George, der übrigens im Viertelfinale ausschied, durchsetzen.
Zwei Germans also im Viertelfinale (12 5er-Tische), bei dem nur einmal gelost wurde und dann jeder Tisch zwei Matche austrug. Es zählten ab hier keine Platzierungspunkte, sondern die addierten Scores. Die ersten beiden eines jeden Tisches erreichten das Halbfinale. Unser erstes Match endete äußerst knapp. Ich war mit 10 Punkten Rückstand Zweiter, nur 10 Punkte vor zwei geteilten Dritten und mit etwas größerem Abstand zum Letzten. Der Sieger konnte sich zur Mitte des zweiten Matches etwas absetzen, so dass gegen Ende immer noch drei Leute sehr gute Chancen auf das Erreichen des Halbfinales hatten. Die Entscheidung musst also die letzte Runde bringen. Zwar bekam ich 2 Zauberer und auch sonst schöne hohe Karten, was fehlte war ein Narr. Ich sagte vier Stiche an, meine direkten Konkurrenten um Rang zwei weniger, so dass ich, würde ich richtig liegen, weiter wäre. Der etwas abgeschlagene Spieler musste als letzter ansagen und entschied sich nach eigenem Bekunden für fantastische sechs (insgesamt zwei Stiche zu viel angesagt). Es kam natürlich genau so, wie es kommen musste: Drei Stiche vor dem Ende sind alle voll bis auf meine Wenigkeit (mir fehlen mit 2Z und Farb-5 auf der Hand zwei Stiche) und dem Letztplatzierten (ihm fehlen noch drei Stiche bei höchstwahrscheinlich einem Z), der nun ein Farbkarte ausspielte. Ließe ich die weg, würde er danach ein Z legen und ich wäre draußen. Nähme ich mit, könnte er mir aufgrund des fehlenden Narren einen Stich zuschustern, indem er sein Z auf mein zweites wirft. Klar, ich musste die zweite Variante probieren. Zu meinem Glück behielt er jedoch nach kurzem Überlegen sein Z, worauf ich mich artig bedankte und im Halbfinale stand.
Es waren an dieser Stelle noch 24 Spieler dabei (6 4er-Tische), erneut wurden zwei Matche ausgetragen, wobei sich diesmal der Sieger für das Finale qualifizierte. An meinem Tisch warteten eine ältere Frau mit Kuchenzahn, ein Farbiger sowie Michael. Letzterer stammte allerdings nicht aus Deutschland, sondern aus Kanada (Der deutsche Michael hatte es an den Nachbartisch geschafft!) und machte keine erkennbaren Fehler. Ganz im Gegensatz zu den beiden anderen Spielern, die schnell ins Hintertreffen gerieten. Was soll ich sagen, es lief einfach perfekt. Während ich endlich die Karten bekam, die man sich beim Wizard wünscht (viele Blaue in der kanadischen Version), versauten es die Kuchenzahnfee und vor allem der Farbige immer wieder meinem ärgsten Konkurrenten, welcher sich im zweiten Umlauf dann auch völlig zurecht beschwerte. Nach dem ersten Match hatte ich einen Vorsprung von 100 Punkten, den ich im zweiten aufgrund nicht allzu schlechter Karten
verwalten konnte.
Damit war der Finaleinzug (6er-Tisch, erneut zwei Matche) tatsächlich geschafft und AMIGO konnte gleich mit zwei Preisgeldern für die 2.000¤-Spende planen, weil auch der Kieler sich durchgesetzt hatte. Blieb die Frage, wie hoch der Betrag ausfallen würde. Nach einigen gespielten Runden sah es ganz nach 300$ aus (200$ für Rang 5 und 100$ für Rang 6), weil die Deutschen eben am Ende lagen. Doch das Feld blieb relativ dicht beisammen. Lediglich der Vorjahressieger Vince Ianuzzi behielt im ersten Umlauf eine weiße Weste und konnte sich ein paar Zähler absetzen. In der letzten Runde des ersten Spiels schaffte ich es, die rote Laterne abzugeben, und lag während der Raucherpause auf Platz 5, Michael war Dritter. Zwar hatte ich insgesamt nur einmal falsch gelegen (Abstände zu vor mir Platzierten deshalb auch gering), die Karten gaben aber einfach äußerst wenig her.
Dies änderte sich schlagartig mit Beginn des zweiten Umlaufs. Plötzlich bekam ich wieder die Hände aus dem ersten Halbfinalmatch, Vinc sagte hingegen die ersten vier Runden jeweils null und die folgenden drei jeweils einen Stich an, weshalb ich nach der siebenten Runde nur 20 Punkte hinter dem Titelverteidiger rangierte und ein kleines Polster auf Platz 3 besaß. In der achten Runde sagte Vinc, der übrigens das gesamt Finale mit Narrenkappe und Augenmaske spielte, dann drei Stiche an, schaffte sie auch, ich hingegen meine nicht, womit schon eine kleine Vorentscheidung im Kampf um den Titel gefallen war. Ich lag dann gleich in der vorletzten Runde nochmal falsch und rettete schließlich 10 Pünktchen Vorspung auf Rang 3, den der Kieler belegte, ins Ziel. AMIGO konnte sich also über einen 1.400$-Zusatz zur 2.000¤-Spende freuen. Neuer und alter Internationaler Wizardchampion war also Vinc, der sich übrigens für die 500$ entschied (für eine gemeinnützige Spende wären auch die verdoppelt worden), und das ohne eine einzige Falschansage im 20 Runden umfassenden Finale.
Ciao
Thomas