Beitragvon Marten Holst » 11. August 2008, 13:31
Die Frage nach "ob es aufgeht oder nicht" ist eine wichtige. Ich mag persönlich Regeln lieber, die aufgehen zulassen, weil sonst der letztansagende Spieler sehr geleimt ist. Aber das ist Geschmackssache (Tyrfing sieht das ja anders).
Geht es nicht auf, so muss man sehr unterschiedlich spielen, je nachdem ob "überboten" oder "unterboten" wurde. Bei "überbieten" sollte man um jeden Stich kämpfen, bei unterbieten schon mal schnell nach unten ungedeckte Einzelkarten entsorgen (habe ich grün 10 und 1 und blau 8 blank bei ausgespieltem Z lege ich gerne die blaue - die macht sonst sehr schnell einen Stich.).
Wichtig ist meines Erachtens ansonsten zuerst, nachdem alles bisher gesagte erwähnt ist, zunächst unklare Karten zu klären. Eine blanke 10 kann, je nach Karten bei den Gegnern, einen Stich erwischen oder von 11, 12 und 13 übernommen und dann noch zwei Mal gestochen werden. Eine blanke 13 ist, insbesondere bei mehr Karten, ein ziemlich sicherer Stich, wenn man will. Hier dann, wenn man zum Beispiel Ausspiel hat und mit den beiden Karten "einen Stich machen will", zunächst die 10 vorspielen um zu sehen, was passiert. Bekommt man ihn nicht, ist alles okay (im wizardüblichen Rahmen) und man macht seinen Stich mit der 13. Bekommt man aber einen solchen unklaren Stich, den man nicht wirklich eingeplant hat, dann muss man versuchen, die 13 irgendwo abzuwerfen oder unter einen Z zu legen. Hat man zuerst die sichere 13 gelegt, kann man mit der 10 nur noch hoffen, aber schlechter reagieren.
Allgemein sind komplett blanke Karten eher schlecht, da man in den Farben nicht reagieren kann, sondern zugeben muss, und sollten möglichst früh geklärt werden. Nicht zuletzt deswegen sollte man auch Z und N möglichst lange behalten und nicht zu früh auf Chance einstreuen, weil sie nicht bedienen müssen und man damit keine blanke Farbe mehr hat. Insbesondere Overkillstiche mit Zauberern sind eine selten genutzte Möglichkeit, Probleme zu entsorgen: bekomme ich auf einmal haufenweise kleine gelbe Karten und muss ernstlich befürchten, auf meine 9 den nicht gewollten Stich zu machen, kann ich mit einem Z den für den Z geplanten Stich einstreichen und habe gute Chancen, die 9 irgendwo billig zugeben zu können, da jetzt ja einige kleine gelbe raus sind. (Das widerspricht natürlich etwas dem obigen "erst unklare klären", hier muss man das richtige Maß finden).
Ansonsten: wenn man eine Runde mit aufgehenden Ansagen hat, sollte man nur Stress machen, wenn man sicher ist, dass man sicher ist. Aber dann sofort - auch wenn das in der BSW teilweise Moserei gibt, weil die Leute Kuschelwizard bevorzugen. Wenn ich nur noch Z und N habe und das aufgeht, dann nehme ich mit dem Z sofort eine erkennbar auf Stichgewinn gespielte Karte. Gute Chancen, zwei Leute reinzureißen. Allgemein sollte man solche Manöver, andere zu sehr zu ärgern, aber nur "in Richtung der Fehlansage" machen oder wenn man selber gut und sicher mit seiner Ansage dasteht.
Was aber bleibt ist: es ist ein Glücksspiel und sollte primär als solches gespielt werden.