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Tinners Trail: Spielablauf zu eindimensional?

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ravn

Tinners Trail: Spielablauf zu eindimensional?

Beitragvon ravn » 16. September 2008, 21:53

Hallo Zusammen,

letztes Wochenende habe ich meine zweite Tinners Trail Partie zu Dritt gespielt. Ein an sich gutes Spiel mit einfachen und eingängigen Regeln, so dass man sich direkt auf seine Spieltaktik konzentieren kann.

Aber irgendwie war das Spiel doch arg gleichförmig und eindimensional: Wer zuerst Minen ersteigert, der hat den Nachteil, dass die nachfolgenden Spieler mehr Geld übrig haben und preiswerter an Minen kommen, weil die anderen kaum noch mitbieten können und wollen.

Danach gilt es eigentlich nur noch, dass man die Entsorgungsstollen (neue Rohstoffe) und/oder die Häfen (zeitgleich Wasser weg und erhöhte Kapazität) und/oder die Dampfpumpen (Wasser weg und wenig Zeitverlust) bekommt. Wer passend Gebiete ersteigert hat, kann auch die Eisenbahn (Wasser entfernen im Radius) ausnutzen.

Für die kommende Runde zwischen 10 und 15 Pfund übrig behalten und den Rest in Siegpunkte investieren. Selbst bei Niedrigpreise lohnt sich der Verkauf, wenn man vorher halbwegs das Wasser wegbekommen konnte. Weil wer nicht in Siegpunkte investiert, kann das Spiel auch nicht gewinnen. Fertig.

Habe ich was in den Partien übersehen, oder will Tinner Trail wirklich nicht mehr sein als für den kleinen Taktikhunger zwischendurch? Also weder fordernd noch vielschichtig von den taktischen Möglichkeiten. Oder gewinnt das Spiel an Tiefe mit vier Spielern?

Eure Meinung?

Cu/Ralf

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Marflow

Re: Tinners Trail: Spielablauf zu eindimensional?

Beitragvon Marflow » 17. September 2008, 10:21

Ich gebe Dir recht, wenn alle Mitspieler nach den gleichen Schema agieren: Minen erwerben, Minen verbessern (Hafen, Arbeiter, Tunnel, Dampf), Erz fördern, investieren. Und das mit dem Ziel, in jede Runde möglichst viel zu investieren. Dann reduziert sich der Spielreiz alleine auf das geschickte Ersteigern der Minen und der Hoffnung, dass die Preise in der nächsten Runde für die noch vorhandenen Erzvorräte in den eigenen auf das Maximum steigen.

In meiner letzten Partie hat ein Spieler eine langfristige Strategie angewandt. Er erwarb sehr preiswert Minen mit vielen Erzquadern aber auch vielen Wasserquadern, während sich die Konkurrenz bei der Jagd auf die Schnäppchen kapitalmäßig verausgabte. Außerdem wählte er mit Bedacht Minen auf angrenzenden Gebieten um sie mittels Tunnel noch ertragreicher zu machen und gleichzeitig das Wasser zu reduzieren. In den ersten beiden Runden produzierte er nur wenig, sondern konzentrierte sich auf die Steigerung der Fördermenge (Hafen, Arbeiter, Lokomotive). In der letzten Runde hatte er unter anderem zwei Minen, die mit 8 bzw. 10 Erzqaudern gefüllt waren und keinen Wasserquader aufwiesen. Diese 18 Erzquader konnten dann für insgesamt 9 Pfund (!!) gefördert werden. Mit insgesamt 22 Erzquadern in der vierten Runde rollte er das Feld von hinten auf und gewann mit 10 Punkten Vorsprung!!

Neben dieser langfristigen Strategie gibt es aber noch eine Reihe von anderen taktischen Elementen. So muss man nicht unbedingt die Mine zur Versteigerung anbieten, die man selbst erwerben will. Oder man erwirbt eine Mine, um zu verhindern das ein Mitspieler sich aneinandergrenzen Gebiet einverleibt. Wichtig ist auch der rechtzeitige Ausstieg aus der Aktionsphase, um in der nächsten Runde als erste agieren zu können. Beim investieren sollte man ruhig einmal etwas mehr Geld zurückbehalten, um in der nachfolgenden Runde mehrere lukrative Minen erwerben zu können.

Trotz allem wurde in meiner Runde die Spielzeit von 120 Minuten als zu lang empfunden, für das was das Spiel insgesamt bietet. Dies wird anscheinend auch von vielen anderen Spielern so gesehen. Das Boardgamegeek Rating hat sich von anfänglich 8,32 auf mittlerweile 7,62 reduziert.

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Attila
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Re: Tinners Trail: Spielablauf zu eindimensional?

Beitragvon Attila » 20. September 2008, 09:00

Hiho,

Jepp, diese langfristige Bauweise ist imo der Schlüssel zu Sieg.Man kann locker 1-2 Runden keine Siegpunkte machen. Wenn man nur "von der Hand in den Mund"-spielt, ist es natürlich sehr Eindimensional - wenn man es genau nimmt ist aber nicht das Spiel eindimensional, sondern die Spielweise der Spieler.

Atti


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