Beitragvon ravn » 1. November 2008, 14:12
Ich habe eben nochmals das Video bei BoardGamesWithScott angeschaut: http://www.boardgameswithscott.com/?p=53
Was da über Wits & Wagers zu sehen ist, hat nur rudimentär was mit Gambit 7 gemeinsam. Jetzt im Nachhinein scheint Gambit 7 nur ein lachhafter Versuch, das ursprüngliche Spielsystem in eine moderne und der Zielgruppe vereinfachten Form zu bringen.
Bei Wits & Wagers gab es eine grüne Filzmatte, bei Gambit 7 ist daraus eine schreiend-bunte Hochglanz-Pappleiste geworden. Die Haptik ist also verloren gegangen.
Bei Wits & Wagers hatte man ein Startkapital an Chips, das man in zwei unterschiedlichen Stückelungen einsetzen konnte. Bei Gambit 7 hat man nur eine Chipsorte, die man immer wiederbekommt und schreibt das Kapital auf. Zusätzlich gibt es bei Gambit 7 den "All in" Chip, der ein komplettes Spiel kippen lässt und der bei Wits & Wagers fehlt.
Die Punkterechnung bei Wits & Wagers richtet sich rein nach der Abweichung vom Mittelwert. Extremwerte bringen also mehr Punkte. Der richtige Beantworter bekommt einen Bonus. Bei Gambit 7 unterscheidet man jetzt, ob man alleine oder mit mehreren einen Tipp abgegeben hat und richtiges Beantworten rückt völlig in den Hintergrund. Nur noch das richtige Einschäzen wird wichtig.
Mein Fazit: Wits & Wagers war und ist ein gutes Spiel, das keinerlei Überarbeitung in dieser Form bedurfte. Nur ein Satz Karten in der Landessprache beifügen und fertig. Gambit 7 erzeugt ein völlig anderes Spielgefühl und ist im direkten Vergleich keine Empfehlung.
Ich werde wohl sehen, ob ich irgendwo die Wits & Wagers Urversion herbekommen kann. Notfalls selbst gebastelt. Karten und Schreibtafeln ergänze ich dann von Gambit 7 und spiele mit den Wits & Wagers Regeln. Schade Days of Wonder, das war ein echter Griff ins Spielelokus!
Cu/Ralf