Anzeige

A&A Anniversary Edition

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
ravn

Re: Würfelpech gegen alle Wahrscheinlichkeiten

Beitragvon ravn » 20. November 2008, 12:31

Attila schrieb:

> Die Würfel sind halt immer ein williges Opfer, wenn man einen
> Grund sucht wieso man verloren hat. Wer sein Ego damit
> bescheissen will: Immer zu! ... ;-)

Du hast mich noch nicht würfeln gesehen. Egal ob mit Würfelbecher oder Würfelbrett (wobei ich mein Neues von ESSEN noch nicht eingewürfelt habe) oder aus der Hand.

Nicht ohne Grund gehen meine Mitspieler z.B. bei Kingsburg panisch auf Soldaten, wenn abzusehen ist, dass ich die Unterstützung für alle auswürfel muss. Selbsterfüllende Prophezeiung mit Massenhysterie oder schlicht selektive Wahrnehmung? Aber da gibts zum Glück ja jetzt die inoffizielle 0-1-1-2-3-4 Marker-Variante.

Auf A&A AE50 (oder wie immer man das abkürzt) bin ich aber mal gespannt. Trotz der Würfel! Wurde heute verschickt...

Cu/Ralf

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Wenn nicht jetzt wann dann?

Beitragvon Attila » 20. November 2008, 12:48

Hiho,

Naja, A&A ist kein Schach (auch LL nicht), aber wenn man ein Spiel ohne Zufallskomonenten sucht, mit A&A sicher falsch beraten wird. Dann daran rumzumurksen bringt effektiv auch nichts.
LL verändert A&A schlichtweg ohne das grundlegende "Problem" wirklich zu lösen. Mathematisch gesehen ist es nicht korrekt.
Man kann es durchaus Spielen (auch am Brett kein grosses Problem, nur etwas rechnerei) aber es ist einfach was anderes, da es die Wahrscheinlichkeiten verfälscht. - Extremfälle sind da auch mal Fälle die mit 25% Wahrschenlichkeit eintreffen (bei LL dann halt nicht mehr) - das ist imo inakzeptabel.

Deswegen habe ich vor Jahren Advanced LL ausgearbeitet, ein mathematisch korrektes Modell, was keine "Restwahrscheinlichkeiten" von bis zu 25% unter den Tisch fallen lässt. Das "Problem" daran, das es nicht ohne Calculator (also PC, PDA, UMPC o.ä.) abbildbar ist, das es nicht ganz Trivial ist.

Was mich aber effektiv an LL und Adv. LL stört, das man minimal und maximal Ergebnisse bestimmen kann, d.h. man muss überhaupt sich nicht mehr so die Gedanken machen was passiert denn ein Kampf über oder unterdurchschnittlich ausgeht. Man rechnet das einfach alles aus und gut ist. Das eigentliche Spiel verlagert sich weg vom Brett auf Kalkulatoren. Das ist langweilig. Zumindest mir. Weil LL Spiele verlaufen dadurch natürlich auch viel gleichförmiger ab, was ja nun eine unweigerliche Konsequenz ist.

Atti

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Würfelpech gegen alle Wahrscheinlichkeiten

Beitragvon Attila » 20. November 2008, 12:49

ravn schrieb:

> Du hast mich noch nicht würfeln gesehen. Egal ob mit
> Würfelbecher oder Würfelbrett (wobei ich mein Neues von ESSEN
> noch nicht eingewürfelt habe) oder aus der Hand.

Naja, imo reagierst du einfach nur viel stärker auf schlechte Ergebnisse. Die Guten nimmt man als selbstverständlich hin und wenn man 100 mal super gewürfelt hat und beim 101'te etwas unterdurchschnittlich, heisst es gleich: Man, hab ich ein Pech!

So ist meine Erfahrung.

Atti

Benutzeravatar
Angi
Kennerspieler
Beiträge: 116

Re: Würfelpech gegen alle Wahrscheinlichkeiten

Beitragvon Angi » 20. November 2008, 13:01

Nein, im Ernst, ravn würfelt mit 5 Würfeln höchstens 7 Augen. Er fällt komplett aus sämtlichen Statistiken. Da lohnt es sich beim Siedeln endlich mal an die 2 und 3 zu bauen. ;-)

Grüßle, Angi

Benutzeravatar
HOlg
Kennerspieler
Beiträge: 135

Re: Wenn nicht jetzt wann dann?

Beitragvon HOlg » 20. November 2008, 13:03

Das liest sich für mich alles sehr nachvollziehbar und ich sehe, dass ich nicht wirklich was verpasst habe in dem ich LL nie ausprobiert habe.

Benutzeravatar
Niccolo
Kennerspieler
Beiträge: 1333

Re: Würfelpech gegen alle Wahrscheinlichkeiten

Beitragvon Niccolo » 20. November 2008, 13:07

Attila schrieb:

> und wenn man 100 mal super gewürfelt hat und beim 101'te
> etwas unterdurchschnittlich, heisst es gleich:
> Man, hab ich ein Pech!

Najaaa.

Wenn ich zwischen 1,1 einen Critical Hit erziele und bei 6,6 meinen Supertank vom Spielbrett fahren darf, kann ausserordentlich spielentscheidend sein.

Da tröstet es mich dann auch nimmer, wenn ich bei dem nachfolgenden, pofeligen task Check erfolgreich ein Foxhole oder was-weiss-ich grabe.

Und ja, da mag die Wahrnehmung selektiv sein... aber für mich nachvollziehbar.
Zumindest aus meiner Gegnersicht kann ich dir bestätigen, da gibt es Situationen, wo mir ein guter Würfler von "dir" geradezu egal ist, ein anderer mich die Finger kreuzen lässt.

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Wenn nicht jetzt wann dann?

Beitragvon Attila » 20. November 2008, 15:14

Hiho,

Meistens Probiert man LL, nachdem man irgendeinen Schrottwurf fabriziert hat! ;-)

Atti

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Würfelpech gegen alle Wahrscheinlichkeiten

Beitragvon Attila » 20. November 2008, 15:16

Hiho,

Äh - es geht hier doch um A&A. Hier hängt kaum etwas an einem oder zwei Würfeln!

Atti

Benutzeravatar
Volker L.

Re: Würfelpech gegen alle Wahrscheinlichkeiten

Beitragvon Volker L. » 20. November 2008, 19:13

Attila schrieb:
>
> Hiho,
>
> Äh - es geht hier doch um A&A. Hier hängt kaum etwas an einem
> oder zwei Würfeln!

zwar selten, kommt aber vor.
Mit Grauen denke ich an die Partie zurück, als das
Spiel gerade auf der Kippe stand, welche Seite nun
die Oberhand gewinnen würde, und ich mit 2 Bombern
einen strategischen Luftangriff gestartet habe :-/

Der Gegner tönt noch "die schieße ich ja sowieso ab"
- und würfelt Schlangenaugen :mad:

geschlagene Grüße, Volker

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Würfelpech gegen alle Wahrscheinlichkeiten

Beitragvon Attila » 20. November 2008, 19:36

Hiho,

Und *diese* Situation hat das Spiel entschieden???

Wenn das so ist, dann ist das aber eher ein *klassischer* Fehler.

Atti

Benutzeravatar
Blizzard
Spielkind
Beiträge: 1

Re: Wenn nicht jetzt wann dann?

Beitragvon Blizzard » 21. November 2008, 19:18

Attila schrieb:
>
> Hiho,
>
> Naja, A&A ist kein Schach (auch LL nicht), aber wenn man ein
> Spiel ohne Zufallskomonenten sucht, mit A&A sicher falsch
> beraten wird. Dann daran rumzumurksen bringt effektiv auch
> nichts.
> LL verändert A&A schlichtweg ohne das grundlegende "Problem"
> wirklich zu lösen. Mathematisch gesehen ist es nicht korrekt.
> Man kann es durchaus Spielen (auch am Brett kein grosses
> Problem, nur etwas rechnerei) aber es ist einfach was
> anderes, da es die Wahrscheinlichkeiten verfälscht. -
> Extremfälle sind da auch mal Fälle die mit 25%
> Wahrschenlichkeit eintreffen (bei LL dann halt nicht mehr) -
> das ist imo inakzeptabel.
>
> Deswegen habe ich vor Jahren Advanced LL ausgearbeitet, ein
> mathematisch korrektes Modell, was keine
> "Restwahrscheinlichkeiten" von bis zu 25% unter den Tisch
> fallen lässt. Das "Problem" daran, das es nicht ohne
> Calculator (also PC, PDA, UMPC o.ä.) abbildbar ist, das es
> nicht ganz Trivial ist.
>
> Was mich aber effektiv an LL und Adv. LL stört, das man
> minimal und maximal Ergebnisse bestimmen kann, d.h. man muss
> überhaupt sich nicht mehr so die Gedanken machen was passiert
> denn ein Kampf über oder unterdurchschnittlich ausgeht. Man
> rechnet das einfach alles aus und gut ist. Das eigentliche
> Spiel verlagert sich weg vom Brett auf Kalkulatoren. Das ist
> langweilig. Zumindest mir. Weil LL Spiele verlaufen dadurch
> natürlich auch viel gleichförmiger ab, was ja nun eine
> unweigerliche Konsequenz ist.
>
> Atti

Hallo zusammmen,
LowLuck ist eine Möglichkeit die Varianz zu minimieren, aber nicht das Glücksmoment ganz abzuschaffen. Insofern werden die Spiele keineswegs linear planbar. Sicher kann man kleine Kämpfe besser abschätzen bzw. sichere Gewinne planen. Bei mittleren bzw. größeren Kämpfen ist dies aber genauso wenig möglich. Es werden lediglich totale Katastrophen wie z.B. ein 0-4 in der russischen Eröffnung in Ukr, etc.. verhindert.
Bei der Standardmethode kann auch ein Topspieler gegen einen Newbie verlieren, wenn er entsprechend würfelt. Das ist bei LL kaum möglich. Wer das als Nachteil sieht, für den ist LL natürlich nichts.
Das strategische Element ist bei LL etwas langfristiger ausgelegt, während es beim Standardmodus leichter dazu kommen kann, dass man seine Strategie umschmeißen muss. Auch hier ist es denke ich Geschmackssache ob man lieber ausgefeilte längerfristige Strategie oder spontane Reaktion auf unvorhergesehene sprich unwahrscheinliche Ereignisse möchte.
Beim Spiel am Brett finde ich LL gerade interessant, weil es die Spielzeit heruntersetzt. Die Werte der Einheiten zusammenrechnen geht schneller als sie auszuwürflen und im Kopf überschläge ich die Gewinnchancen ja meistens sowieso nach LL, oder rechnet ihr die Wahrscheinlichkeiten für alle möglichen Ausgänge aus?.

Attila, was meinst du denn mit einer "mathematisch korrekten" Lösung?
Ich denke die einzige Lösung die Standard Methode mathematisch korrekt wiederzugeben ist der Standard Modus. Bei jeder Zusammenfassung von Einheiten zu Treffern wirst du Abweichungen bekommen. Und es ist dann die Frage, was man lieber möchte:
- Ein einfaches System, bei dem man im Schnitt Standardergebnisse von 10% Wahrscheinlichkeit zu den wahrscheinlicheren Ausgängen addiert (ein Unterschied zu unter den Tisch fallen lassen), oder
- ein kompliziertes, wo man nur 5% Abweichung hat. Ich persönlich würde da das einfache System bevorzugen.
Auf was für einem Kampf, beziehst du dich denn wo Ergebnisse in Standard eine Wahrscheinlichkeit von 25 % haben, in LL nicht eintreten können? Sowas habe ich nur bei Kämpfen 18Inf gegen 3Inf gefunden. Bei LL 100% tw 17Inf/ Erwartungswert + 6IPC. In Standard ca 24 % twol, 41% tw17Inf, 25% tw 16Inf, 8% tw15Inf / Erwartungswert +5,3 IPC. Das heißt selbst bei so einem extremen Kampf, der in der Realität kaum vorkommt, weicht der Erwartungswert nur um 13% ab.
Was deine Befürchtungen angeht, das Spiel würde sich auf die Kalkulatoren verschieben. Das widerspricht zumindest meiner Spielerfahrung. Ich denke bei Standard setzt man sich meistens auch ein Sicherheitsniveau, auf das man sich verlässt, z.B. 90%. Dann ist der Rechenaufwand derselbe ob du jetzt einen Kampf in LL sicher machen willst oder in Standard mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% gewinnen willst. Der Unterschied ist natürlich, dass man wenn die 10% eintreten evtl noch mal neu überlegen muss, dazu siehe oben.

Das ganze nochmal zusammengefasst:
LL ist die Variante der Wahl, wenn man
- gerne langfristige Strategie mag.
- den Rechenaufwand pro Zug minimieren möchte.
- wer Probleme hat, ein Spiel wegen eines einzigen oder wenigen Würfelergebnissen zu verlieren.

Wer diese Punkte als langweilig bzw. als Nachteile empfindet, für den ist LL logischerweise nicht das Richtige.

Übrigens: Das Gros der Topspieler beim DAAK spielt lieber LL, so schlecht und langweilig kann es also nicht sein.

grüße
Blizzard, DAAK

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Wenn nicht jetzt wann dann?

Beitragvon Attila » 21. November 2008, 21:20

Hiho,

Man nehme z.B. 2 Ftr vs 1 Sub:

Die 2 Ftr machen einen Treffer. Kampf beendet.
d.h. die Wahrschenlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Ftr versenken Sub: 100%
Sub entkommt: 0%

In "echt" sind die Wahrscheinlichkeiten aber so:

Ftr versenken Sub: 75%
Sub entkommt: 25%

Das ist lediglich ein Beispiel (mit der imo grössten Abweichung), aber dieser Effekt tritt nahezu in jedem Kampf auf. Ich habe nichts dagegen das man extreme Ergebnisse unterdrücken möchte, aber mal eben 25% unter den Tischn fallen zu lassen, da sträuben sich mir die Nackenhaare.
Zugegeben, normalerweise sind die Abweichungen 1-5%, aber es gibt auch solche Extremabweichungen. Und waren es nicht genau die Extreme die man mit LL versucht zu unterbinden? - Und "nur 13%" sind mir ehrlich gesagt zu viel.

Und ich habe einige Zeit nur LL gespielt (da war ich noch von LL begeistert), inzwischen Spiele ich es wenn nur noch am Brett (keine Hilfsmittel erlaubt). Es hat sicher seinen Reiz - aber das ist nunmal ein anderer als beim Würfeln. A&A verliert durch LL einfach an Spielreiz, mehr will ich gar nicht sagen.

Eine alternative sind übrigens mit Karten anstatt Würfel zu spielen: Man nimmt je 1 Romme-Spiel (=2 x Poker) und benutzt nur die Karten 1-6. Diese Deckt man auf, anstatt zu würfeln. Funktioniert wunderbar, limitiert die extremen Ergebnisse und geht sogar richtig schnell!! Wenn einem 2x Romme zu teuer ist, tut es auch eins: Ass (1), Bube (2), Dame (3), König (4), 7 (5), 8 (6) - bilden für den zweiten Spieler das Deck.

Atti

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Wenn nicht jetzt wann dann?

Beitragvon Attila » 22. November 2008, 09:32

Hiho,

Ich hab blödsinn geschrieben:

Deck 1: Ass, 2, 3, 4, 5, 6
Deck 2: 10 (=1), Bube (=2), Dame (=3), König (=4), 7 (=5), 8 (=6)

Nicht das jemand die "1" in seinem Romme-Blatt sucht! ;-)

Atti


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 52 Gäste