Beitragvon achim » 28. Dezember 2008, 23:17
ode schrieb:
> Darf man Kleinverlage wie Eggert, Lookout oder Ystari (oder
> noch weiter gehend: Cwali, Mind The Move, Bambus Spiele -
> alles Beispiele, wild aus den Hirnwindungen genommen,
> einfach, weil sie klein sind) mit Verlagen wie Ravensburger,
> Schmidt, Hasbro oder Kosmos vergleichen?
Welche Eigenschaften sollen verglichen werden?
Wie definieren sich Kleinverlage?
Wo ziehst Du Grenzen?
Vertreten die "Kleinen" z.B. Bambus auch die Meinung, dass es in Ordnung wäre, schlechteren Support als Großverlage anzubieten, oder bemühen sie sich nicht sogar im Gegenteil noch besser zu sein?
Ich kann mich erinnern, dass ich einige Jahre nach dem Kauf die Schachtel eines Bambusspieles öffnete und feststellen musste, dass die beigelegten Spielhölzer etwas befremdlich aussahen. Sofort bekam ich Ersatz vom Bambusmeister persönlich. Gerade das Wissen, dass ich neben einem gutem Spiel auch nach Jahren nicht damit im Regen stehen gelassen werde, macht mich zu einem zufriedenen und nachhaltigen Kunden.
> Ich denke nein. Und ich will den kleinen Verlagen aus solchen
> Sachen wie Gewährleistung keinen Strick drehen.
> Ich nehme lieber die nicht ganz perfekt fabrizierten, aber
> umso tolleren Spiele von Kleinverlagen, als dass ich nur auf
> das Programm der großen Verlage zurückgreifen kann.
Da ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Du das möchtest, warum nicht?
> Wer mit diesen kleinen Fehlern nicht leben kann, der darf
> nicht bei den kleinen Verlagen kaufen. Das hat nichts damit
> zu tun, dass man Kunde ist. Gar nichts!!! Dass uns die
> Kleinverlage trotzdem wie Kunden behandeln, dafür kann man
> sie nur loben...
Das ist Quatsch!
Was sind kleine Fehler, wo beginnen die großen? Mir ist es egal, von wessen Verlag ich ein Spiel gekauft habe, von allen will ich aber das haben, was mir zugesichert wurde (was auch im Regelfall so üblich ist), nämlich ein funktioniertendes Spiel.
Sollte z.B. bei einem Verlag die Fertigungsqualität nicht dem üblichen Standard entsprechen, so kann man dieses Spiel natürlich trotzdem kaufen, wenn dann aber das Spiel unspielbar ist, da es schlecht konfektioniert wurde, dann ist das nicht akzeptabel.
Und wenn wir schon bei Kleinverlagen sind, ein ganz wichtiges Käuferklientel sind dort die Spielesammler. Denen ist wahrscheinlich egal, ob bei einem Monopoly ein Häuschen fehlt, das lässt sich ganz leicht ersetzen, aber sie werden "läufig", wenn nicht ersetzbares Material bei ihrem Sammelschätzchen fehlt. Kleinverlage sollten schon aus diesem Grund ein starkes Interesse daran haben ihre Käuferbasis nicht durch fehlenden Support zu dezimieren, was sie auch nicht tun. Ich schaute ganz schön verdattert, als ich nach Essen wieder zu Hause bemerkte, dass bei dem Eggert-Spiel (Im Schutze der Burg) die Bonuskarten fehlten. Ein Anruf beim Verlag, bereits am nächsten Tag hatte ich die fehlenden Karten und Ruhe stellte sich wieder in meinem Körper ein.
Vielleicht könnte ein Verlagsmitarbeiter mal was zu folgender Frage sagen: reklamieren fehlendes Spielmaterial eher Sammler oder eher Wenigspieler? (Müsste man an der Art des Spieles ablesen können).
Merkt Klein Erna überhaupt, ob da ein paar Karten in ihrem Quizspiel fehlen und zählt die Oma die Monopoly-Häuschen nach? Würde sich ein Gelegenheitskäufer bei Pro-Ludo beschweren, dass die Hüte in Giants nicht richtig halten? Ich bin der Meinung, dass Sammler und (interessierte)Vielspieler ein viel stärkes Interesse haben, vollständige und gut funktionierende Spiele zu erhalten als "Weihnachtsspieler", und die ersteren sind es, die Spiele der Kleinverlage vermehrt kaufen.
Diese Diskussion hatten wir schon häufig, und führt eigentlich zu nichts, da die Verlage eben so handeln wie es sich für seriöse und kaufmännisch denkende Geschäftstreibende gehört und nicht anders. Sie handeln eben nicht so, wie manche hier es sich in ihrer kindlichen Naivität vorstellen möchten ("Große" so und "Kleine" anders). Es geht hier nicht um einen Kaufladen unterem Weihnachtsbaum sondern um Unternehmenskultur. Gibt es hier im Forum Spielekäufer, die nicht entsprechend bedient wurden? Gibt es "schwarze Schafe unter unseren Spielverlagen? Ich glaube nicht! Auch über den eben hier gescholtenen "Lookout-Verlag" kann ich wirklich nichts Negatives sagen. Warum wird hier im Forum immer scharf geschossen? Eine Anfrage, wie man am besten mit einem Verlag korrespondiert, hier im Forum, reicht doch auch aus. Meistens bekommt man dann schnell eine entsprechende Antwort. Alles andere ist doch ballern auf Spatzen.
Gruß
achim