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Greed, Incorporated

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Kiggel
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Greed, Incorporated

Beitragvon Kiggel » 1. November 2009, 14:23

Kann jemand schon was zu dem neunen Splotter sagen, mir wars für 65¤ einfach zu teuer. Nachdem ich letztes Jahr Duck Dealer sehr enttäuschend fand (war mir viel zu trocken; Schach im Weltall). Vor allem bin ich mal an der Meineung von Preis/Leistung gespannt.

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ravn

Re: Greed, Incorporated

Beitragvon ravn » 1. November 2009, 15:30

Hallo,

das Spielmaterial ist guter Standard. Der Spielplan ist aufgezogen und übersichtlich. Wobei der sowieso nur die zukünftigen Kursentwicklungen und Kurse abbildet und Ablagen für Statussymbole samt Werteleisten bietet. Eher ein Statusplan.

Dagegen fallen die Firmentableauts ein wenig ab, weil auf dünnerer Pappe gedruckt. Da man diese aber nicht ständig hin und her bewegt, sondern die ebenso nur als Ablagefelder dienen, kann man damit leben.

Das Papiergeld hat schön farbige Aufdrucke und ist eben Papiergeld. Typische Funkenschlag-Qualität, um einen Vergleich zu haben.

Nett gestaltet sind die Holz-Dollar-Symbole, um den Papierstapel des Vermögens der letzten Spielrunde der einzelnen Firmen vor Zugriff zu sichern. Dienen sozusagen als Geldstapelbeschwerer.

Einzig die persönlichen Spielmarker gefallen mir nicht. Die sind normaldünne Pappcounter und werden in jeder Spielrunde hin- und herverschoben auf den gespielten Karten und als Anzeiger für Managerposten. Hier hätte ich mir jeweils 12 runde Holzzylinder mit Aufdruck oder notfalls Aufkleber gewünscht - einfach damit die griffiger sind und das Handling einfacher wird, da die erst auf die verdeckt gespielten Karten gesetzt werden, dann werden die Karten umgedreht und die Marker wieder draufgelegt.

(So gesehen im Spieledemo-Video auf BoardGameGeek verlinkt. Eventuell kann man den Ablauf auch vereinfachen, indem jeder eine Karte vor sich verdeckt spielt und dann gemeinsam daraus dann die offene Auslage mit den Markern obendrauf gebildet wird, damit die Zuordnung Karte-Spieler weiterhin klar ist.)

Von der Materialfront erreicht Greed locker German Games Niveau. Wer jetzt für 65 Euro Messepreis einen Materialschlacht wie noch bei Roads & Boats oder Antiquity erwartet, könnte aber enttäuscht sein. Ein Planet Steam im Vergleich bietet wesentlich mehr fürs Auge. Also muss schlicht das Spielprinzip diesen Preis tragen, wobei es Greed inzwischen schon für "nur" 58 Euro bei diversen Händlern gibt. Für den Preis habe ich als Splotter-Fan dann auch zugeschlagen. Auch weil mich das Thema angesprochen hat und ich die grossen Wirtschaftsspiele dieses Verlages bisher wirklich spielenswert fand (Ausnahme Duck Dealer).

Das Spielprinzip ist recht einfach und die Anleitung auch kein Regelmonster. Im Kern versucht man mit seiner Firma über steigende Kurse oder Produktions-Warenketten Umsatz und Gewinn zu erwirtschaften und irgendwann den Absprung zu schaffen als Manager, um eine satte Provision mitzunehmen, wenn das Firmenkapitalkonto gut gefüllt ist.

Dabei unterscheidet man fein zwischen Umsatz und Gewinn und Liquidität. Sofern nur der Umsatz stimmt (Gewinn ist erstmal egal), gibt es keine Schuldzuweisungen und niemand muss seinen Posten räumen.

Man kann in mehreren Firmen zeitgleich aktiv sein und schiebt in einer relativ freien Handelsphase alles mögliche hin und her - zwischen eigenen Firmen und/oder in Beteiligung von Firmen, die von anderen Spielern kontrolliert werden und/oder wo man schon in Lauerstellung auf den CEO-Posten des Geschäftsführers ist. Da scheint vieles möglich von Joint Ventures, Vermögenswerte mieten, Termingeschäfte, Geldverleih und und und.

Seine Abfindungen investiert man selbst in Luxusgüter, die Statuspunkte bringen. Wobei die Luxusgüter zweier Kategorien durch Spielerhand ersteigert werden und damit den Mindestpreis der Luxusgüter der kommenden Runde bestimmen, zeitgleich aber auch Kurs-Preistrends für Waren beeinflussen. Wer am Ende die meisten Statuspunkte durch seine Luxusgüter erwirtschaftet hat, der hat gewonnen. Die Firmen sind da nur Mittel zum Zweck. Realistisch, zynisch mit aktuellem Bezug. Sicher nicht jedermanns Thema. In der Umsetzung aber wirklich gelungen.

Aber leider habe ich es noch nicht spielen können. Alle Wörte vorweg sind also nur als Ersteindruck vor dem ersten Spiel zu verstehen. Die freie Handelsphase scheint allerdings wichtig zu sein, weil da viel möglich ist und ebenso viel Spielpotential verschenkt werden könnte. Wer die als aktionsfaule Spielrunde nicht nutzt, die Möglichkeiten nicht erkennt (wobei die Anleitung schon mit Handelstipps hilft) und die direkte Interaktion mit und gegen Mitspieler nicht mag, sondern nur selbst an seinen Firmen basteln will, wird mit Greed wohl nicht recht glücklich werden, oder?

Cu/Ralf

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Klaus Knechtskern
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Beiträge: 1660

RE: Greed, Incorporated

Beitragvon Klaus Knechtskern » 1. November 2009, 19:33

"Kiggel" hat am 01.11.2009 geschrieben:
> Kann jemand schon was zu dem neunen Splotter sagen, mir
> wars für 65€ einfach zu teuer. Nachdem ich letztes Jahr
> Duck Dealer sehr enttäuschend fand (war mir viel zu
> trocken; Schach im Weltall). Vor allem bin ich mal an der
> Meineung von Preis/Leistung gespannt.

Ich bin so frei und kopiere meinen Bericht einfach mal...


Nachdem alle danach fragen muss sich mal jemand melden der Greed Inc. komplett gespielt hat Großes Grinsen Zusammen mit zwei Engländern haben wir am Donnerstag vormittag ganz entspannt Greed durchgespielt. Ich schätze mal dass wir für unsere Vierer-Partie inclusive Erklärung irgendwas um die 3 Stunden gebraucht haben dürften, die gefühlte Spielzeit war jedenfalls deutlich geringer.

Material und Preis passen in diesem Fall, meiner Meinung nach, zusammen. Vor allem eingedenk der Auflagenhöhe und der Anzahl von Karten, die ja immer mit die teuersten Komponenten sind. Das Einzige was nicht dazu passte war die Größe des Spieltisches am Splotterstand Aufgeben .Aber wir konnten uns da auch irgendwie behelfen.

In Greed versucht man als Chef einer oder auch mehrerer Firmen Produktionsketten aufzubauen um die entsprechenden Produkte am Markt abzusetzen und die Rendite zu erhöhen. So weit so gut, nur nutzt einem das freie Kaptial einer Firma erst mal gar nichts, wir müssen das erst mal in unsere persönlichen tiefen Taschen bekommen um den eigentlich Zweck des Spiels (Streiche Spiel - setze Leben) zu Erreichen:

Der Erwerb von überflüssigen Statussymbolen Cool

Um den schnöden Mammon in unsere eigenen Taschen zu bekommen gibt es nur einen Weg. Wir lassen uns Feuern! Und kassieren dafür dann einen goldenen Handschlag in Form einer Abfindung in Höhe von 40 % des freien Kapitals der Firma (nach Herrn Breuer sind das ja eh alles nur Peanuts Peace )

Damit wir Gelegenheit bekommen gefeuert zu werden muss eine ganz triviale Bedingung erfüllt werden: Das Unternehmen muss im abgelaufenem Geschäftsjahr keine Gewinnsteierung erzielt haben. In diesem Fall haben die drei Mitglieder der Geschäftführung (CEO, CFO und die mir jetzt entfallene Nr. 3) die Möglichkeit sich selbst oder einen Ihrer Kollegen als Sündenbock abzustempeln und mit 40% (CEO) bzw. 20% (die beiden anderen) des freien Firmenkapitals gefuert zu werden. Sollte irgendwer nicht gefeuert werden wird dieser natürlich der neue CEO ansonsten steigen Chargen aus den niedrigen Rängen an die Spitze der Geschaftsführung auf.

Ganz praktisch ist es natürlich wenn man zwei Firmen kontrolliert und damit die Möglichkeit hat Waren möglichst gewinnbringend für die eigene Tasche hin und her zu transferieren.

Hier kommen wir auch zu der von Atti gebrauchten Formulierung der freien Deals. In den wenigstens Fällen ist ein Unternehmen allein in der Lage eine wirklich sehr lukrative Produktionskette aufzubauen, also wird hin und her getauscht, geschachert was das Zeug hält, Versprechungen für die Zukunft gegeben (Firma A kriegt jetzt dies, Firma B dafür nächste Runde das - sollte man zumindest meinen, verpflichtend ist es aber nicht) um die Erträge des Unternehmens zu steigern bis der CEO der Meinung ist jetzt ist der richtige Zeitpunkt hier auszusteigen und das Festgeldkonto in diesem Zusammenhang kräftig zu schröpen.

Mit dem privaten Geld ersteigert man sich oben genannte Statussymbole und eröffnet auch wieder neue Firmen, sodass im Laufe der Zeit aus den 3-5 Firmen zu Beginn deutlich mehr werden können.

Die Manipulierung der Kurse selbst ist ein sehr geringer Teil des Spiels, der Aufbau von Produktionsketten, das Ausnützen von goldenen Gelgenheiten und das Erkennen des jeweils richtigen Zeitpunkt die Brücke wieder zu verlassen sind die Dinge die Greed primär ausmachen. Uns vieren hat es eigentlich allen einen Höllenspaß gemacht und ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Ausflug in die Welt der Hochfinanz.

Klaus


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