Beitragvon Michael Kroeger » 2. November 2009, 12:34
Hallo Nicki,
Glück bei einem Brettspiel heißt doch, dass die richtige Zufallszahl kam (Würfel) oder das richtige Zufallselement gezogen wurde (Karte). Da es hier um Zufälligkeiten geht, kann man von vorn herein nicht davon ausgehen, dass dieses Spielelement in ein planerisches Konzept passt. Das Ergebnis der Zufallsermittlung kann eben nicht bewußt beeinflusst werden und man ist gewissermaßen dem Zufall ausgeliefert.
Das ist auch gut so, denn dadurch werden Spiele immer wieder spielenswert (wie schon geschrieben), da der Ausgang nicht mit 100%iger Sicherheit vorherbestimmt werden kann. Nirgendwo im Leben gibt's die absolute, zufallslose Zone, warum sollte sie dann im Brettspiel wünschenswert sein? Gerade da gehört die Portion Zufall dazu (also jenes Würfel- oder Kartenziehglück). Und sind wir doch mal ehrlich, selbst beim königlichen Spiel, dem Schach, gibt's die Glücksprofiteure, die die Partie gewinnen, weil sie eben das "Glück" hatten, dass der Gegenüber nicht beim vor-vor-vor-vor-letzten Zug sah, dass bei jener entscheidenden Konstellation Minuten später das Spiel für ihn aus ist.
Ich kann mich noch an eine Partie Kingsburg erinnern, bei der mein Sohn fast das komplette Spiel hindurch unterdurchschnittlich gewürfelt hat (Würfelsummen unter 8). Trotzdem hatte er das Spiel damals gewonnen. Es kommt wahrscheinlich auch stark darauf an, was man aus seinen Möglichkeiten macht (klar, wenn die anderen so duselig spielen :)).
Gruß
Mike