Beitragvon Tom Hilgert » 2. November 2009, 15:02
Bevor hier wieder eine unglückselige Diskussion losgeht hier die Stellungnahme von Hans im Glueck zu einem schon zurückliegendem Fall
1. Der Hans-im-Glück Verlag bringt Dominion-Spiele in Lizenz von Rio Grande Games in den USA heraus. Sämtliche Rechte über neue Editionen, Erweiterungen, Promokarten usw. liegen bei Rio Grande Games. Jay Tummelson, der Besitzer von Rio Grande Games hat entschieden, dass er keinen professionellen bzw. semi-professionellen Druck und Vertrieb von unlizensierten Dominion-Spielen bzw. Spielkarten gestattet. HiG kann seinerseits hier nichts gestatten und auch nichts verbieten. Wir legen aber großen Wert auf die Feststellung, dass wir diese Entscheidung von Jay Tummelson in vollem Umfang mittragen.
2. Die oben genannten Fakten sind sinngemäß hier und unter "Selbst gestaltete Karten" jederzeit nachlesbar und jedem Interessierten zugänglich. (Anm. auf der Homepage von HiG http://www.hans-im-glueck.de/193.0.html
)
3. Wir haben uns v.a. im Zusammenhang mit zahlreichen Urheberrechtsverletzungen bei unserem Spiel Carcassonne sehr ausführlich von kompetenten Juristen beraten lassen. Der Kernpunkt der juristischen Argumentation läßt sich in folgendem Satz zusammen fassen:
Wenn wir auch nur eine nichtlizensierte professionell oder semiprofessionell gefertigte Veröffentlichung gestatten, haben wir künftig keinen Schutz mehr.
Das gilt natürlich für Rio Grande genau so. Dazu ein (fiktives) Beispiel, das aber in anderen Bereichen zum täglichen Brot von damit befassten Juristen gehört:
Rio Grande Games gestattet es einem armen Studenten, Dominionkarten in begrenztem Umfang professionell herstellen zu lassen und gegen Selbstkosten zu vertreiben. Einige Zeit später veröffentlicht irgendwer, sagen wir, 50.000 unlizensierte, professionell gefertigte Kartensätze. Bei der Beliebtheit des Spiels ist das keine zu hoch gegriffene Zahl. Rio Grande geht vor Gericht. Der Beschuldigte sagt, dass Rio Grande bereits vorher solche Veröffentlichungen zugelassen hätte. Rio Grande sagt, dabei habe es sich um einen armen Studenten gehandelt, der ein paar Hundert solcher Kartensätze zum Selbstkostenpreis abgegeben hätte. Darauf entgegnet der Beschuldigte: „Das kann jeder sagen, dass er nur ein paar Hundert...... und die zum Selbstkostenpreis.....usw.. Beweisen Sie (Rio Grande Games) das mal.“ Und nun liegt die Beweislast bei Rio Grande. Wenn man sich dann noch vorstellt, dass sich bei einem so beliebten Spiel wie Dominion sehr schnell noch eine Reihe weiterer armer Studenten findet, die das gleiche machen, so kann man ermessen, welche Arbeit Rio Grande bevorsteht, dies alles im Einzelnen zurechtzurücken. Es wird nicht gelingen. Und so wird der Richter sagen: „Hätten Sie den Anfängen gewehrt....“.
Solche Fälle sind, wie gesagt, in anderen Bereichen gang und gäbe. Rio Grande und HiG wollen es nicht darauf ankommen lassen, dies auch im Spielebereich zu erleben.
4. .... (Anm. :Bezieht sich konkret auf den Fall)
5. Daher als Resumee: Rio Grande handelt bei Dominion genauso wie HiG beispielsweise bei Carcassonne. Nichtprofessionell gestaltete Veröffentlichungen sind nach Rückfrage und ausdrücklicher Genehmigung seitens des Verlags erlaubt. Professionell gefertigte nicht. Wer das nicht versteht oder verstehen will, dem können wir nicht mehr sagen als hier oben erklärt wurde. ... (Anm.: folgendes bezieht sich wieder auf den konkreten Fall).
6. Daher als Fazit: Ideen sind immer willkommen. HiG ist gerne bereit, Ideen für Karten und anderes Zubehör zu Dominion an Rio Grande weiterzuleiten (die das dann ihrerseits an D.X.Vaccarino geben werden). Die Entscheidung darüber, ob etwas gemacht wird oder nicht, muss man aber bei Rio Grande belassen.