Beitragvon malzspiele » 12. Februar 2010, 23:09
Noch ein paar Gedanken von mir zu diesem Thema:
Das mit Agricola finde ich ein gutes Beispiel. Warum wird Agricola von Lookout Games weiterhin AKTIV als "komplexes Spiel" angepriesen? Sorgt das allein nicht schon dafür, dass Otto Normalbürger kein Interesse daran hat? Viele denken, komplex ist automatisch kompliziert, und kompliziert ist schlecht.
Immerhin spricht man auf der Website nicht von "Strategiespiel", sondern etwas harmloser von "Entwicklungsspiel". Vielleicht wäre aber der Begriff "Simulation" noch besser? Das kennen die Leute vom PC-Spiel, und es dürfte sie eher anlocken als abschrecken.
Ich denke, dass gerade die Verlage den Fehler machen, uns Vielspieler zu direkt anzusprechen! Das ist nicht nötig - wir wissen, welches Spiel gut ist, und welches nicht. Sie müssen UNS nicht davon überzeugen, dass ein Spiel besonders komplex oder besonders anspruchsvoll (grausames Wort!) ist. Die Gemeinschaft der Vielspieler ist bestens organisiert, und ein gutes Strategiespiel wird sich dort immer relativ schnell durchsetzen.
Sollten die Verlage nicht vielmehr versuchen, solche Spiele insofern zu "verharmlosen", als sie versuchen, sie eher Durchschnitts-SdJ-Spielern schmackhaft zu machen?
Damit würden sie den potentiellen Käuferkreis deutlich erweitern, was allen Seiten helfen würde: den Verlagen (die größere Auflagen erreichen), uns (weil bei größerem Markt mehr gute komplexe Spiele verlegt werden) und besagten Durchschnitts-SdJ-Spielern (weil diese endlich die Hemmungen ablegen und bessere Spiele spielen können).
Der Beitrag, den wir selbst als Missionare in Sachen Spiele leisten können, ist zwar spürbar, aber im Vergleich zu den Möglichkeiten des Verlagsmarketings eher winzig.
Wie gesagt, nur so eine Idee für die Damen und Herren von alea, eggertspiele, KOSMOS, Lookout Games, Phalanx, und all die anderen Verlage, die auch Spiele für anspruchsvolle Spieler im Programm haben...
Der einzige Verlag, der m.E. schon halbwegs in diese Richtung arbeitet, ist Hans im Glück. Dort werden viele Strategiespiele angeboten, die eher über dem typischen SdJ-Niveau liegen, aber so in alltagstaugliche Themen verpackt werden (z.B. "Schweinebande", "Finca" oder "Thurn und Taxis"), dass der normale Spieler nicht sofort abgeschreckt wird.
Diese lockere Art bei den noch komplexeren Spielen würde solche Spiele bestimmt noch erfolgreicher machen!
Ciao
Stefan
www.malz-spiele.de