Beitragvon Jonas » 19. April 2010, 09:43
Ich habe die ehrenvolle Aufgabe für unseren heutigen Spieleabend "Fresko" vorzubereiten, um dann die Regeln zu erklären. Das sollte in unserer Runde, alles Vielspieler, kein Problem sein.
Nun hat mir ein Bekannter in den letzten beiden Wochen von Fresko in wärmsten Tönen vorgeschwärmt und für ihn steht fest, dass es das Spiel des Jahres werden wird: tolle Grafik, unverbrauchtes Thema und viele Mechanismen die gut ineinandergreifen. Ich will bei diesen Punkten gar nicht widersprechen, aber ich frage mich, ob das wirklich noch ein Familienspiel ist.
Versteht eine durchschnittliche Familie so viele Regeldetails? Hält die bis zur letzten der insgesamt 8 Seiten durch? Ist das nicht viel zu viel, was da gemacht und beachtet werden muss.
Alleine die Restaurierung des Altars mit Grundfarben (und Joker) ist schon sehr grenzwertig - und das 2. diesbezügliche Beispiel überaus verwirrend. Da soll man mit den Grundfarben restaurieren, also mit Rot, Gelb und Blau. Und dann benutzte man Orange, Orange und Grün, also KEINE der Grundfarben, und erhält dafür auch noch Jokerpunkte?? Ist für mich kein Problem - aber alleine das wird bei Seltenspielern gewiss für ratlose Gesichter sorgen.
Auch die 2-Personenvariante klingt gewöhnungsbedürftig. Ich stelle mir vor, dass sich jemand Fresko kauft, es zu zweit spielen will, sich durch die normale Regel liest und dann auch noch das mit dem imaginären Spieler verstehen soll.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass der Begriff "Familienspiel" von Vielspielern in den letzten Jahren immer weiter gedehnt wurde, aber sich gleichzeitig das, was diese Zielgruppe tatsächlich bewältigen kann, keinen Deut geändert hat. Im Gegenteil, das Leseverständnins und die Leselust sind eher gesunken.