Beitragvon Sebastian Rapp - Kosmos » 22. Dezember 2010, 10:36
Die meisten Fragen hat Teddybrumm schon ganz richtig beantwortet, daher von mir nur noch ein paar Ergänzungen ...
> 1) Die Helden können die Reisephase ja so oft wie möglich
> ausführen. Bei uns hat dies dazu geführt, dass die Helden
> Ihre Anfangsqueste sofort im ersten Zug beendet haben. Ist
> das so gedacht?
Ich sag's mal so: Es ist in vielen Fällen möglich, in deutlich weniger Fällen aber sinnvoll. Man muss abwägen, ob der Aufwand, teilweise sehr weit zu reisen, die Belohnung rechtfertigt. Die Questen laufen ja nicht davon.A
Argalad: Eine Queste führt nach Fangorn, das sind 5 Regionen, ist weit. Aber der Weg dorthin ist oft in der Hand Saurons, man kann also unterwegs auch das eine oder andere "erledigen". Die andere in die Südlichen Ausläufer, das geht oft problemlos.
Eleanor: Die eine führt nach Anfalas, 4 Regionen an der Küste. Da ist meist nichts los, daher macht man auch nicht viel anderes. Durchs Inland sind's 6 Regionen, das wiederum ist weit. Ob man im ersten Zug die Schwarze Schlange angreifen will, nur um die Queste zu erfüllen? (Achtung: Diese Quest hat einen Druckfehler. Es muss heißen, "[...] die Schwarze Schlange bekämpfen." - nicht "besiegen".
Beravor: Rothornpass kann man machen, weil es auf dem Weg in spannendere Gebiete ist. Ganz im Gegenteil die Quest in die Grauen Anfurten.
Eometh: Nach Isengart? Kein Problem. Die Grauflut-Mündung? Ewig weit weg.
Thalin: Nördliche Öde? Das geht. Aber die Blauen Berge sind eimal quer durch Mittelerde in wenig interessante Gebiete, die würde ich mir überlegen, überhaupt jemals zu machen.
Es hängt also bei allen Questen davon ab, ob man diese unbedingt erfüllen will. Wenn man das will, aus welchem Grund auch immer, kann man es schaffen. Als Sauron freue ich mich aber eher darüber, wenn Thalin die Reise in die Blauen Berge antritt ...
> 3) Wir hatten gestern die Situation, dass sich ein Held in
> der Hinterhaltsphase befand (also Heldenaktion) und Sauron
> diesem mit Hilfe einer Karte, eine Verderbniskarte verpasst
> hat. Auf der Karte stand, dass der Zug des Spielers sofort
> endet. Heißt dies, dass der Kampf nicht fortgeführt wird? Das
> würde aus Sicht Saurons ja negativ sein.
Es ist eigentlich nie für Sauron negativ. Sauron will Zeit gewinnen. Dazu muss er die Aktionsmöglichkeiten der Helden einschränken. Kämpfe gegen Monster gewinnen die Helden fast immer. Es ist nicht das Ziel Saurons, einen Helden im Kampf zu besiegen, sein Ziel ist es, dass das Monster nicht besiegt wird. Denn dann endet der Zug des Helden und Sauron gewinnt das, was er braucht: Zeit. Wenn der Zug des Helden vor dem Kampf endet - umso besser für Sauron.
> 4) Wenn mit einer Karte evtl. Einflussmarker aus einer Region
> genommen werden dürfen, dürfen die dann auch von den
> schwarzen Türmen genommen werden? Dann würde evtl. durch das
> Wegnehmen dieser Marker die ganze Region markerfrei sein?
Das ist eine Regelunklarheit, die von Fantasy Flight Games erst in den FAQ beantwortet wurde. Laut Fantasy Flight Games dürfen die Helden niemals Einfluss aus einer Schattenfestung entfernen, solange eine entsprechende Anweisung nicht explizit auch für Schattenfestungen gilt.
> 6) Bekommen die Helden irgendwelche Belohnungen für
> erfolgreiche Kämpfe.
Ja - ihr Zug endet dann nicht. :-)
> 7) Gibt es für Sauron eine Taktik,um mehr Verderbniskarten
> ins Spiel zu bekommen?
Ja. Verderbniskarten kommen hauptsächlich über Bedrohungen und Schattenkarten ins Spiel. D.h. man muss seine Einflussmarker konzentrieren, um möglichst viele Ort bedrohlich zu machen und viele Schattenkarten ziehen ...
> 8) Auf Seite 25 in der Regel steht, dass jede Queste,
> erledigt werden muss. Heißt dies, dass der Held, wenn er eine
> Queste aus einem Begegnungskartenstapel zieht, diese bis zum
> Spielende erfüllt haben muss? Wenn ja, was passiert, wenn
> nicht?
Bitte nicht halb zitieren. Da steht: "Jede Queste stellt eine Aufgabe dar, die vollendet werden muss, um die [...] angegebene Belohnung zu erhalten." Wenn man nicht will, braucht man sich um keine einzige Queste kümmern.
> Bei uns hat sich etwas Erbüchterung eingestellt, da die
> Helden viel zu überlegen waren (die dauernde Wiederholung der
> Reisephase hat eher genervt). Gibt es dafür einen Tipp für
> den Sauson Spieler?
Das gibt sich. In den ersten Spielen scheinen es die Helden einfacher zu haben. Das liegt daran, dass die Zeit für sie spielt und der Sauron-Spieler noch nicht wirklich weiß, was für Möglichkeiten er hat und wie er sie am besten einsetzt.
Daher ist es sinnvoll, wenn der erfahrenste Spieler Sauron übernimmt - und zwar in mehreren Partien hintereinander. Es hat sich herausgestellt, dass Sauron mit wachsender Erfahrung für die Helden immer schwerer zu besiegen ist. Es gibt sogar Stimmen, die der Meinung sind, Sauron wäre überlegen.
Meine eigene Erfahrung hat mir gezeigt, dass die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt - was bedeutet, dass das Spiel sehr ausgewogen ist.
Das Reisen ist nunmal Hauptbestandteil des Spiels der Helden, damit muss man sich wohl oder übel anfreunden. Aber auch die Helden haben in Abenteuer Mittelerde eine Lernkurve zu meistern. Wenn Sauron besser wird, dann müssen die Helden auch besser mit ihren Karten haushalten, das führt dann fast automatisch zu einer Einschränkung der Reisefreudigkeit.
> Gibt es überhaupt Strategietipps für den Sauron-Spieler?
Auf Boardgamegeek tonnenweise ... :-)
Viel Spaß beim Erkunden von Mittelerde!
Sebastian Rapp / Kosmos