Beitragvon LemuelG » 14. April 2011, 23:32
ravn schrieb:
> ... während solche guten Spiele wie Pergamon irgendwo
> im Niemandsland zwischen "Spiel des Jahres" und "Kennerspiel
> des Jahres" liegen und damit durchs Raster fallen.
Das ist mal eine in den Raum gestellte Behauptung, die ich bezweifeln möchte. Immerhin werden beide Preise von einer einzigen Jury vergeben ... da sollte es schon wahrscheinlich sein, dass die erste Debatte sich um die Grenzlinie zwischen beiden Kandidatenfeldern dreht. (Ich bin beispielsweise noch nicht davon überzeugt, dass 7 Wonders nicht zu den Kennerspielen gehört.)
Im Übrigen wiederholen sich die schon unzählige Male vorgebrachten Argumente, und die Gegenargumentation bleibt immer wieder die selbe, auch wenn sie konsequent ignoriert wird:
Zielgruppe ALLER vom Verein Spiel des Jahres vergebenen Preise sind nicht wir Vielspieler. Zielgruppe sind Leute, die gern spielen, ohne sich intensiv mit der Materie und den Neuheiten zu beschäftigen. Einige von diesen Leuten haben teils seit Jahrzehnten jedes Jahr das Spiel des Jahres gekauft und sich auf dieser Basis eine breite Brettspielerfahrung erworben - sie haben gewissermaßen Potential nach oben hin zu anspruchsvolleren Spielen, wie sie vom Verein in den letzten Jahren eher nicht ausgezeichnet wurden, weil eher das Ziel einer breiten Attraktivität und Zugänglichkeit des Preisträgers verfolgt wurde (aus meiner Sicht durchaus zurecht).
Jetzt ist die Frage, angesichts von nicht wenigen potentiell interessierten und fähigen Spielern ohne tiefergehende Kenntnis von anspruchsvolleren Spielen (und damit sind aus meiner Sicht noch keine Strategiehämmer gemeint, sondern vielleicht einfach Spiele mit mehr als 4 Seiten Regelwerk), reicht es da aus, jedes Jahr einen Sonderpreis zu vergeben und weitere Spiele, die Aufmerksamkeit und eine Hervorhebung verdient hätten, zu ignorieren?
Aus meiner Sicht gibt es sehr valide Gründe für diesen Kennerpreis. Ich freue mich darauf, die ersten Nominierungslisten zu sehen und zu diskutieren. Sicher wird keine Einigkeit hinsichtlich der Nominierten und der Preisträger herrschen. Aber ist der Preis deswegen überflüssig? Meiner Meinung nach definitiv nicht.