Nachdem ich mich jetzt etwas mehr mit dem Spiel beschäftigen konnte möchte ich noch ein paar ergänzende Kommentare abgeben. Aber Vorsicht! Spielen in einer Gruppe konnte ich es bisher immer noch nicht :Z-(
Das Kampfsystem funktioniert gut. Kleine Glückskomponente im Einheitenziehmechanismus aber m.E. vollkommen in Ordnung.
Schere, Stein, Papier Prinzip, Erstschlag gegen bestimmte Einheitentypen und sonst gleichzeitig Schaden zufügen wirkt auf mich stimmig.
Das Ermitteln des Kampfgewinners halte ich für schlecht gelöst. Es zählen nämlich beide Seiten nach dem alle Karten von der Hand (im Normalfall drei aber es können mehr werden) gespielt wurden die Kampfwerte ihrer überlebenden Einheiten. Dazu gibt es noch Boni für gebaute Gebäude, Große Persönlichkeiten etc. Da denke ich das man das irgendwie im Vorfeld mit hätte einbauen müssen. Weil so wie es ist, kann es sein das eine Seite alle Einheiten verliert aber trotzdem den Kampf gewinnt weil sie spezielle Boni hat.
Was (mir) fehlt ist eine Art von Geländevorteil für den Verteidiger oder den Angreifer (z.B. Kavalerie ist auf eine Grasebene deutlich besser als im Gebirge). Aber da spricht evtl auch zu sehr der COSIM Detailregeln gewohnte Spieler aus mir.
Was ich persönlich etwas unglücklich empfinde ist die Tatsache das Armeen über alle Geländetypen ziehen dürfen (auser Wasser wenn man die Technoligie dafür nicht hat) und dabei keinen Geschwindigkeitsverlust erleiden. Meine Armee bewegt sich alo über ein Gebirge genauso graziös wie über Grasland. Keine Chance für eine(!) verteidigende Armee einen Durchgang zu versperren oder so etwas.
Viel Platz braucht man. Gerade für den Technologiebaum. Vielleicht wäre es hier hilfreich den Baum auf einem Blatt Papier zu notieren. Aber hier spricht wohl auch eher der "Blinde" der sowieso nicht sehen kann welche Technologien die anderen liegen haben und deshalb sowieso fragen muss :)
Gewöhnungsbedürftig (weil m.E. nach nicht nach Evolutionsregeln funktionierend) auch der Regierungsformwechsel. Es gibt keinerlei Restriktion von einer "modernen" Regierungsform zu einer "alten" zu wechseln (z.B. von Demokratie zu Feudalismus).
Habe ich ihn durch eine Technologie freigeschaltet kann ich zu Beginn meines nächsten Zuges "umsonst" wechseln. Ansonsten muss ich immer erst eine Runde Anarchie einlegen.
Was sicherlich in einer Erweiterung Platz finden sollte ist eine Art von "wandernden" agressiven Barbaren. Weiterhin sollten Schiffe dazu kommen. Momentan ist Seefahrt abstrakt. Hat man die entsprechende Technologie dann kann man über Wasser ziehen.
Die existierenden (6) Völker haben unterschiedliche Startbedingungen. Eine Volkspezifika, eine Regierungsform und eine Starttechnologie. Diese Startbedingungen lassen sie fast immer in dieselbe Entwicklungs bzw Siegstrategie laufen. Hier wäre eine stärkere Zufallsverteilung (z.B. ala SmallWorld) vielleicht besser, damit nicht jeder Spieler (der das Spiel schon ein zweimal gespielt hat) im Vorfeld planen kann wie sein Volk gespielt werden muss um eine Siegchance zu haben.
Es steckt noch soviel Potenzial in diesem schon jetzt echt gelungenen Spiel.
CK