Beitragvon Guido » 29. Juni 2011, 15:56
Thygra schrieb:
> Wer nicht "Tore der Welt" klickt, das ja
> quasi bereits inoffizieller Preisträger des Kennerspiels ist,
> sondern für Hansa Teutonica stimmt, den kann ich nur schwer
> ernst nehmen.
>
> (Oder die User lesen die Fragestellung nicht und tippen
> einfach, was sie selbst gewählt hätten.)
Hallo Thygra,
so abwegig ist Hansa Teutonica nun auch wieder nicht. Was sollte der Zielgruppe (die ja gar nicht so genau umrissen ist) diese Spiel verleiden?
Das Spiel bietet zwar eine enorme Komplexität in strategischer Hinsicht, aber kompliziert ist das Spiel nun wirklich nicht. Ich habe das Spiel inzwischen auch mit einigen sog. Gelegenheitsspielern gespielt und alle waren sehr von dem Spiel angetan. Die Abläufe und der Umfang der Aktionsmöglichkeiten (5 an der Zahl) sind überschaubar, die Spiegpunktmöglichkeiten sind klar umrissen und ebenfalls überschaubar. Frustmomente gibt es trotz der paar "bösen" Aktionschips und der Aktion "Verdrängung" eher wenig (im Gegensatz zu Tore der Welt), denn gerade auch beim Verdrängen merken die "Neueinsteiger" schnell, dass das nicht unbedingt nachteilig sein muss und versuchen schon nach kurzer Zeit dies zu (auszu)nutzen... Zielgruppe des Kennerpreis sollen ja Spieler sein, die eben nicht totale Greenhorns sind. Das Regelstudium ist ggf. eine kleine Hürde, da die Regel relativ lang ist, aber sie ist eben auch recht ausführlich. Ich denke, die Regel ist im Endeffekt zumutbar. Ob die Zielgruppe des Kennerpreises die strategischen Möglichkeiten bei Hansa Teutonica erfasst, ist eine ganz andere Sache, spielt aber auch keine Rolle, solange sie totzdem Spaß hat. Und den wird sie sicher haben.
Generell gibt es ja sowieso das Problem der Abgrenzung, sowohl nach oben, wie auch (vor allem) nach unten. Herr Hardel hat dazu ja auch, wie ich finde, passende Worte in seinem Editorial der aktuellen Ausgabe der Spielbox gefunden. Macht man die Zugänglichkeit des Spiel zum Kriterium, ist Hansa Teutonica sowohl in der einen als auch anderen Hinsicht (siehe Editorial) sicher nicht die schlechteste Wahl.
Gruß
Guido