Beitragvon Ulrich Roth » 21. September 2013, 13:28
Harald schrieb:
>
> Der weiße Würfel hat tatsächlich eine derart große Spannweite
> - 1 bis 4 -, dass damit sämtliche taktischen Überlegungen
> ausgehebelt werden können. Das wirkt alles ein wenig
> unbalanciert:
> http://kids.gamesweplay.de/2013/08/gold-am-orinoko.html .
Interessant, eure Bewertung!
Ich habe "Gold am Orinoko" jetzt in allen Besetzungen mehrfach gespielt, und komme mehr oder weniger zum umgekehrten Schluss:
> Die Schachtelangabe „ab 7 Jahren“ weist darauf hin,
> dass das Spiel unschlüssig ist, ob es nun kindlich
> oder erwachsen sein möchte.
Könnte es nicht so sein: Der Autor wollte ein Spiel schaffen, bei dem Kinder Spaß und eine Chance haben, das aber auch für Erwachsenen nicht trivial oder langweilig ist. Für meine Begriffe ist ihm das hervorragend gelungen!
(Statt "Kinder" / "Erwachsene" könnte hier auch "Naive Drauflosspieler" / "Abgezockte Zugoptimierer stehen.)
> Zwar ist die Regel an sich einfach, aber einen
> guten Zug hinzubekommen, ist eine für jüngere Kinder
> dann doch zu knifflige Herausforderung.
> Gleichzeitig bedeuten die Würfel einen derart
> erheblichen Glückfaktor, dass sich die taktischen
> Überlegungen älterer Kinder oft als unwichtig
> entpuppen. Diese unstimmige Balance führt dazu,
> dass das Spiel keine Zielgruppe vollständig
> befriedigen kann.
Siehe oben. Das Spiel hat so viele Stellschrauben (Verteilung der Würfelaugen, Goldwerte von denen die Hälfte unbekannt ist, Zahl der Figuren, Länge der Strecke und damit des Spiels u.v.a.), dass der vorhandene Zufalls("Glücks-")faktor höchstwahrscheinlich genau so beabsichtigt ist, mit dem Resultat: Jeder kann gewinnen, auf längere Sicht zahlt sich "gutes" Spiel aber aus.
Das muss ja eigentlich auch so sein, wenn es in einer typischen Spielstellung zig verschiedene Zugmöglichkeiten gibt. Davon die objektiv allerbeste auszuwählen ist manchmal eine echte Herausforderung.
Mein Fazit: Tolles Spiel, unbedingt ausprobieren!
:-))