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Neulich gespielt (2019)

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Maery
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 10. Februar 2019, 21:53

Wir haben leider nicht so viel spielen können, aber auch einige Neuheiten (für uns) dabei:

Villainous
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Von dem Spiel habe ich 2018 schon viel berichtet. Da es aber jetzt in gängigen Youtube-Kanälen oder Foren als so neu betitelt wird, noch einmal das Bild vom Material.
Wir mögen das Spiel immer noch gerne, mögen aber auch wirklich die Welt von Disney. Leider sind für uns noch keine wirklich tollen Bösewichte dabei, da die richtigen Kracher ja noch in der Hinterhand behalten werden. Wenn es keine Erweiterung gegeben hätte, hätten wir vielleicht das Spiel verkauft, da es uns zwar gefällt, aber wir doch mehr erwarten. Jetzt wurde aber auf Englisch eine Erweiterung angekündigt und wir freuen uns sehr! Abwechslung und hoffentlich mehr Kombinationsmöglichkeiten!

Roll Player
Seitdem wir es haben, haben wir es schon oft gespielt. Uns gefällt es als Absacker sehr gut, hoffen aber auf die Erweiterungen, da die das Spiel ja enorm verbessern sollen. Für uns ist es bisher ein gutes entspanntes Spiel mit schönem Artwork.
Lustigerweise hat ein neuer Spieler das als komplexeres Spiel betitelt, bei dem er schon überlegt, das irgendwie abzuschwächen. Hätten wir nie so wahrgenommen, da sieht man aber wieder die unterschiedliche Sichtweise von Kenner- und Familienspiel.

Millennium Blades
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Millennium Blades.jpg (938.95 KiB) 3589 mal betrachtet

Wir haben lange überlegt, uns dieses Spiel zu holen. Mein Mann steht sehr auf Yu-Gi-Oh bzw. er hat es als Teenager gespielt und dementsprechend nostalgische Gefühle. Mir persönlich ist Yu-Gi-Oh aber zu aufwändig und zu unübersichtlich. Außerdem mag ich es nicht, immer das gleiche zu spielen und richtig Sinn macht es bei solchen Spielen ja nur, wenn man sich SEIN Deck zusammenstellt, optimiert und damit immer wieder gewinnt.
Bei Millennium Blades spielt man nun so ein Sammel-Karten-Spiel nach, aber viel viel besser!
Es ist einfach nur super lustig, spannend und einzigartig.
Man fängt mit individuellen Decks und Charakterfähigkeiten an, diese kann man aber beliebig kombinieren und es gibt auch viel Varianz. Im Spiel spielt man verschiedene Turniere und danach das Aufbessern seines Decks nach, indem man Booster-Packs kauft, gebrauchte Karten kauft usw. Obwohl ich keine nostalgischen Gefühle dazu habe, hat mir das wirklich Spaß gemacht, denn hier traut man sich, einfach mal sein Geld zu verplempern und zu gucken, welche seltene oder nicht seltene Karte man nun bekommen hat. Auch das Deck-Aufbauen macht so sehr viel Spaß, weil es immer wieder anders ist. Das gute bei den Turnieren ist, dass man trotz Niederlage keine großen Abstände zueinander hat, da es festgelegte Punkte gibt. Hat man also Pech und mit Abstand von 100 Punkten verloren, so kriegt man trotzdem Geld und auch Siegpunkte.
Das einzig aufwändige ist der Aufbau, denn es werden jedes Mal eine bestimmte Menge an Erweiterungen reingemischt, die man nach dem Spiel wieder entfernen muss. Da dieses Spiel aber auch eine relativ lange Spieldauer hat, ist das Verhältnis von Aufbau und Spiel gut.
Und obwohl ich die Anspielungen oft nicht verstehe und die Optik sehr extrem finde, muss ich doch die Rückseite wirklich loben. Durch das Design hat man bei jeder Karte das Gefühl, man kauft ein Booster-Pack!
Da macht Geld verplempern Spaß!

L.a.m.a
Extrem simples Glücksspiel, was aber einen gewissen Reiz ausübt. Man versucht seine Hand loszuwerden, da jede unterschiedliche Karte Minuspunkte bringt. Ich mag das Spiel, obwohl ich haushoch verloren habe, da ich einfach nur schlechte Kartenhände hatte.

Dice Forge
Dice Forge.jpg
Dice Forge.jpg (694.95 KiB) 3589 mal betrachtet

Dieses Spiel hat ja eigentlich sehr schlechte Kritiken, da es relativ langweilig sein soll. Uns hat der Mechanismus aber interessiert und als wir es dann zum Bestpreis ergattern konnten, haben wir es ausprobiert.
Ich würde es vom Niveau mit Splendor, Azul usw. vergleichen, also relativ seichtes Spiel zum Einstieg oder als Absacker. Es ist wirklich sehr einfach zu spielen und die Varianz ist wirklich grottig, da es nicht einmal 2 unterschiedliche Kartenauslagen oder mögliche Vermischung gibt. Dennoch hat mir bisher jede Partie Spaß gemacht und durch das Glückselement, kann man einfach nicht bestimmte Strategien verfolgen.
Bislang bin ich auch gespannt auf die Erweiterung, warte aber erst einmal ab, was dort passieren soll.

Terraforming Mars mit allen Erweiterungen (Kolonies, Venus, ...)
Zuletzt haben wir noch Terraforming Mars mit allen Erweiterungen gespielt. Neu für uns waren Kolonies und Venus und ich muss sagen, dass ich von einer Erweiterung wirklich begeistert bin und die andere absolut unnötig fand, die ich nicht mal bemerkt habe.
Thematisch passend und wirklich wertvoll für das Spielerleben haben wir alle Kolonies wahrgenommen. Diese Erweiterung gibt noch mehr Strategiemöglichkeiten und vorher eher unliebsame Karten (z.B. Bakterien) sind hier nun richtig gut, da man durch die Kolonien je nach Auslage bestimmte Strategien sehr verbessern kann. Auch thematisch hat mir wirklich dieses Rumreisen im Raumschiff gefehlt, obwohl mir das nie bewusst war. In meinen Augen hat diese Erweiterung das Spiel thematisch erst rund gemacht und ich würde diese jedem empfehlen.
Venus ist dementsprechend die Erweiterung, die bei uns überhaupt nicht wahrgenommen wurde und daher auch nichts neues gebracht hat. War einfach nur ein weiteres Board, aber prinzipiell würde ich es nur wegen neuer Karten in Betracht ziehen, nicht weniger einer Vergrößerung des Spielspaßes.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 17. Februar 2019, 17:20

Teotihuacan zu zweit: Das Spiel steigt langsam zum „am meisten gespielten Eurogame des Monats“ auf. Diesmal wollten wir es aber wirklich mit richtigen Regeln spielen. Es wird zwar mit jeder Partie eingängiger, aber dennoch ist es echt eine Menge, an die man bei jeder Aktion denken muss. Ein- oder zweimal vergaßen wir auch wieder unseren Technologiebonus, aber dafür rückten Pyramiden-, Straße-der-Toten- und Eclipse-Marker alle zum richtigen Zeitpunkt voran.

Meine Strategie waren dieses Mal Masken, weil auf den Sperrfeldern bereits so viele offen lagen. Also sperrte ich alle Würfel ein und arbeitet nur damit. Langfristig zahlt sich das aus, aber ganz ohne eine Zweistrategie klappt das nicht. Ich ging zusätzlich noch auf Tempel (weil man die durch das Einsperren ja auch bekommt), schaffte es aber dennoch nur in einem Tempel nach oben. Interessant war, dass kaum ein Arbeiter von mit aufstieg, weil ich sie ja nur einsperrte bzw. mit ihnen Kakao erntete.

War wieder ein klasse Spiel, ich verlor auch nur knapp. Aber ich denke, es reicht jetzt erst einmal. (Wertung: 9,5)

Russian Railroads: German Railroads zu zweit: Auch ein Euro, auch sehr verzahnt, aber anders als Teo. Kurz noch die Regeln der Erweiterung überflogen (ich hatte sie noch nie gespielt) und schon waren wir nach über einem Jahr Pause wieder drin. Meine Standard-Strategie fruchtete: Ingenieure sind gut, aber vor allem der Streckenausbau für die Bonuspunkte frühzeitig zu erhalten, ist wichtig. Damit konnte ich mir dann auch neue Plättchen nehmen, um die Fragezeichen-Boni zu erreichen. Sehr gut gefallen hat mir in der Erweiterung die Gießereien. Die können sehr mächtig sein, wenn man sie geschickt einsetzt.

Am Ende gewann ich mit 105 Punkten Vorsprung, was ich anfangs nicht erwartet hätte, weil es zu langsam los ging. Aber gerade das ist wohl eines der besten Mechaniken bei RR. Jede Runde addieren sich mehr Punkte dazu, was äußerst befriedigend ist. Dafür spielt man nur 5-6 Runden, sodass der Bogen auch nicht überspannt wird. Bei Teo hat man zum Beispiel eher jede Runde das Gleiche und weniger einen gravierenden Fortschritt. RR ist für mich auch das bessere Spiel! (Wertung: 10)

Daneben spielten wir noch digital einmal Beat Saber auf der PS4 mit VR-Helm und dann noch einige Runden Keep Talking and Nobody Explodes, was tierisch viel Spaß macht. Nur die deutsche Anleitung ist nicht gut. Es fehlen sehr wichtige Grafiken und teils sind die Sachen zu klein und unleserlich abgedruckt.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 17. Februar 2019, 17:32

Snowblind zu viert: Nach langer Zeit wieder gespielt und es hat wieder Spaß gemacht. Es gab verschiedene Strategien: Eine Mitspielerin preschte sehr schnell zum Pol, nahm aber nur sehr wenig Nahrung mit. Leider überlebte sie auch den zweiten Schneesturm nicht und fror am Pol fest. Es ist schade, dass man dann nur noch Zuschauen darf, aber ich betone explizit immer wieder, dass man es nicht dazu kommen lassen sollte, dass so eine Situation überhaupt auch nur ansatzweise entstehen könnte. Ein anderer Mitspieler schleppte fast seine ganzen Vorräte bis zum Pol, was das andere Extrem war. Ich versuche den Mittelweg und das Essen auf den ersten drei Feldern zu verteilen. So hatte ich nach hinten genug Nahrung Richtung Pol, aber auch wieder genug auf dem Rückweg. Es starb niemand und alle kamen wohlbehalten zurück. Am Ende gewann ich ganz knapp mit einem Punkt. (Wertung: 7,5)

Century: Die Gewürzstraße: Ich weiß wieder, wieso ich das Spiel bisher nur einmal gespielt hatte. Die Interaktion ist gleich Null. Maximal gehen zwei Leute auf die gleiche Zielkarte, aber sonst baut eben jeder vor sich seine Engine aus, um Würfel fröhlich durchzutauschen und das war's. Ich versuchte mich selbst zu optimieren und möglich selten meine Karten wieder zurück auf die Hand zu nehmen. Andere waren aber effektiver und so verlor ich. Aber aufgrund des Solität-Spiels machte echt wenig Spaß. (Wertung: 5,5)

Auf den Spuren von Marco Polo zu viert: So geht ein gutes Spiel! Wir kamen uns an zahlreichen Stellen wieder in die Quere. Ich hatte leider keine optimale Strategie bzw. zögerte zu lang. Ich startete in Beijing und wollte nach Sumatra (2 Schritte). Dort bekam ich einen Freischritt als Bonus, aber der hätte mich zurück nach Beijing 4 Kamele oder weiter nach Kochi 10 Geld gekostet. Ich versuchte, die erste Runde dieses Zusatzgeld aufzutreiben und lief daher in er ersten Runde nicht nach Sumatra, sondern blieb stehen, was ein Fehler war. Denn auch in Runde 2 hatte ich nicht genug Münzen oder Kamele. Dennoch reiste ich dann endlich und ließ den Freischritt verfallen. Das Zögern in Runde 1 warf mich sehr zurück. Ein anderer Spieler erreichte aber auch vorher sehr gute Bonusfelder, die es in Beijing nicht gab. Und so wurde ich nur Zweiter mit weitem Abstand. Und dennoch hat es Spaß gemacht. (Wertung: 9,5)

Die zwei kleinen Spiele Lost Legacy und Love Letter erwähne ich nicht groß.

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ErichZann
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon ErichZann » 17. Februar 2019, 20:15

Letzten Mittwoch zum ersten mal Gaia Project zu dritt gespielt, weiss nicht mehr wie mein Volk hies (sahen aus wie Wookies nur in Grau). Mir gefiel es etwas besser als Terra, das kann aber auch am Thema liegen da mich SciFi einfach abholt. Ja was soll man sagen, auf der Eurogame Skala stimmt da alles und die ver. Völker bringen eine unheimliche Varianz, wobei ich das Gefühl hatte, dass die Sonderfunktionen nicht so krass durchkamen wie bei Terra. Für mich ist Terra/Gaia aber einfach eine kleine Stufe to much, bzw. bin ich einfach jemand der eher aus dem Bauch spielt und habe meist keine Chance. Was Eurogames angeht ist glaube ich sowas wie Great Western Trail das höchste der Gefühle und Spiele wie Räuber der Nordsee, Age of Empires, Alien Frontiers oder Islebound mein persönlicher Sweet Spot. Natürlich habe ich grandios verloren mit 114 zu 164 (die beiden andern waren tatsächlich Punktgleich). Ich würde es immer mitspielen, super Spiel aber ich brauch es nicht unbedingt in meiner Sammlung da ich immer zuerst zu was anderem greifen würde.
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lorion42 » 18. Februar 2019, 00:35

Und eine weitere Partie Zwischen zwei Schlössern hinter mir. Hab wieder knapp verloren mit 59:59:58:58:60:43:43. Das Spiel macht echt immer Laune. Nur das Punkterechnen am Ende ist etwas nervig und fehleranfällig. Meiner Meinung nach aber das beste Spiel aus Essen 2018 und ich würde es jederzeit wieder spielen.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 23. Februar 2019, 22:58

Magnastorm zu viert: Ich habe mich sehr auf das Spiel gefreut. Es ist etwas unter dem Radar, deshalb hat mich interessiert ob das einen Grund hat oder einfach nur übersehen wurde.
Zuerallererst fällt das tolle Material auf. Auch Spielregeln top. Tolle Iconographie. Von dem her alles richtig gemacht.
Zum Spiel: Wir spielen reihum und setzen einen Worker auf ein freies Feld. Entscheidend ist die Zeile, sie definiert wieviel die 2 Aktionen kosten bzw. bringen. Die 2 Aktionen sind:
a) Nimm die cubes: Es gibt 2 Farben: Spielerfarbe und gelb.
b) Bewege dich und bezahle dafür cubes
Durch Bewegung kann man Häuschen setzen.
Ich will nicht mehr viel in die Details gehen, denn man sieht an oben, dass wir eigentlich sogar nur 1 Aktion haben. Die andere Aktion finanziert mir die erste Aktion. Und das ist auch wohl der Grund, warum in Vielspielerkreisen nicht viel über das Spiel gesprochen wird: Es ist eher eine dünne Suppe.
Natürlich gibt es schon mehr: Commander mit Fähigkeiten. Da wird dann auch relevant in welcher Spalte man setzt. Außerdem eine Art Versteigerung: Wann schlägt man zu?
Dann gibts noch sehr einfach gehaltene Technologieleisten.
Unterm Strich hats uns Spaß gemacht. Man muss mit der richtigen Einstellung rangehen. Für viele wird ein großes Plus sein, dass es ein Spiel one Zufall ist. Also alles vorausberechenbar. Für mich 7/10

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 24. Februar 2019, 12:17

Scythe: Aufstieg der Fenris zu viert: Natürlich schreibe ich hier nicht direkt drauf los, sondern verpacke beide Partien in hübsche Spoiler-Kästchen.

Partie 4:
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Partie 5:
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Tamidor
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Tamidor » 14. März 2019, 21:18

Nach langer Zeit mal wieder Cyclades gespielt. Ich vergesse immer wieder, wie sehr ich diese Spiel liebe. Der Aktionsbietmechanismus ist einzigartig (ich kenne zumindest nichts vergleichbares) und absolut spannend.
Wenn es da eine zweite Edition mit interessanterem Kampf geben würde, wäre dies das perfekte Spiel für mich.
Vollkommen egal ob in der Tinanenvariante oder nicht.
aktuelle Lieblingsspiele: Galaxy Trucker, Legenden von Andor, Saboteur 2

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 17. März 2019, 18:35

Escape Room – The Game Virtual Reality: Submarine zu viert: Ohne Chrone Decoder, aber mit App tauchen die Spieler in einer Unterwasserwelt in einem U-Boot ein. Klassisch hat man nur eine Stunde Zeit, ehe die Luft ausgeht. Neu ist die Einbettung eines zweiten Handys, welches in die vorgefertige Papphalterung gesteckt wird und so als 3D-Brille fungiert, was sehr gut funktioniert. Auch Brillenträger können sich das Gerät vor die Nase halten und sehen etwas. Über einen simplen Drückmechanismus kann man mit den Objekte in der VR interagieren. Die anderen Spieler schauen sich dafür Rätsel und Puzzle-Teil in der realen Welt an, die ganz normal auf Papier daherkommen. Sehr schön war, dass nicht nur ein Spieler in die VR hinabtauchte. Wir wechselten uns ab und plötzlich sah auch jemand anderes etwas Neues. Die Einbettung des Spiels in die VR war auch gut gemacht. Szenen veränderten sich mit jedem Erfolg und man konnte etwas anders interagieren. Ein, zwei Rätsel waren etwas zu einfach, aber es hat Spaß gemacht. Nach ca. 54 Minuten waren wir fertig. (Wertung: 8,0)

Escape Room – The Game Virtual Reality: Behind Enemy Lines zu viert: Und gleich danach verschlug es uns in einen abgestürzten Helikopter. Hier fand ich die Einbettung der VR nicht ganz so gut. Irgendwie änderte sich außer dem Wetter sehr wenig. Die Interaktion mit Gegenständen wirkte etwas langweilig. Einige Rätsel erschienen mir auch schwer bzw. nicht nachvollziehbar. Das Endrätsel war sehr knackig und man musste schon Einiges mit in die Überlegungen einbeziehen, um auf die Lösung zu kommen. Wir brauchten ca. 62 Minuten dafür, also ganz knapp verfehlt. Sehr schön ist, dass die VR-Spiele kein Grundspiel benötigen. Schade, dass die anderen Erweiterungen (Nicht-VR) nicht auch ohne Decoder, aber nur mit App spielbar sind. Dann hätten wir glatt bei einigen zugeschlagen, aber wir geben keine 35 Euro aus, nur um den Decoder aus dem Grundspiel zu holen, um dann noch eine Erweiterung dazu kaufen zu können. (Wertung: 7,5)

Scythe: Aufstieg der Fenris – Kampagne 6 zu viert: Wegen der Spoiler gleich in Tags:
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Dennoch hat es Spaß gemacht, ich freue mich auf die nächste Partie. (Wertung: 8,0)

Dice Hospital zu viert: Auf der SPIEL 17 war das für mich das beste Spiel und bei der Spieleschmiede unterstützte ich das Projekt dann auch. Mit etwas Verspätung (Mai 2018 bestellt, März 2019 geliefert) kam das Spiel dann auch.

In dem Spiel lagern wir Patientenwürfel in unserem Hospital ein und in guter Worker-Placement-Manier setzen wir Ärzte-Figuren auf bestimmte Räume im Hospital, welche dann die Würfel schrittweise behandeln und vollends heilen können, was Siegpunkte bringt. In einer Kaufphase kann man sich neue Ärzte mit besonderen Fähigkeiten oder neue Räume mit besonderen Fähigkeiten kaufen. Clever spielt man, wenn man zum einen jede Runde alle Ärzte und alle Räume sinnvoll nutzen konnte – was nicht immer klappt. Vor allem alle Würfel sollte man behandeln, denn wenn nicht, verschlechtert sich der Zustand und ggf. sterben sie.

Ich finde das Spiel immer noch sehr gut. Auf der SPIEL 17 haben wir es aber nur angespielt und nach der erste Partie merke ich, dass das Spiel irgendwie nicht 8 Runden trägt. Es gibt keine Spannungskurve, sondern in der letzten Runde macht man das Gleiche wie in der ersten, nur eben mit mehr Ärzten, Räumen und Patienten. Es gibt noch ein bisschen Variation, die ich austesten muss.

Negativ fand ich. dass einige der Ärzte-Karten in der Anleitung nicht erklärt sind. Wir mussten diese rauslassen, weil wir nicht raten wollen, was die Eigenschaften sind. Und auch die Promos wurden wortlos dazu gelegt und erst im Nachhinein eine Mail als FAQ hinterhergeschoben. Das ginge auch besser. Vom Spiel selbst bin ich aber überzeugt. Ich werde es aber wohl nicht jede Woche spielen wollen. (Wertung: 7,5)

Ohanami zu zweit: Ein bisschen wie „The Game“ als Gegeneinander-Spiel. In Drafting-Marnier wählt jeder Spieler von 10 Karten mit Zahlwerten von 1 bis 120 zwei aus, legt sie aus etc. Karten dürfen in bis zu drei Reihen gelegt werden. Wichtig ist, dass man in jeder Reihe nur kleinere und größere Werte anlegen darf. Also nicht zwischen die 10 und die 27 die passende 19 schieben. Die Karten haben Farben und nach der ersten Runde werden nur die blauen Karten gewertet, in Runde 2 die blauen und grünen, dann in der letzten Runde blau, grün und grau und rosa. Die Strategie ist damit recht klar. Auf Langfristigkeit spielen bringt nicht sehr viel. Auch wenn graue Karten 7 Punkte bringen, holt man die 3 Punkte der blauen Karten bei drei Wertungen aber nicht wieder rein. Das heißt, welche Farben gesammelt werden mussten, war klar und sonst gab es auch nie das Problem, dass man Karten nicht anlegen konnte.

Ich hatte absichtlich einmal Karten dem Gegner vorenthalten und abgeworfen, was mir punktetechnisch aber einen enormen Nachteil brachte. Gegeneinander zu spielen, wird also eher bestraft. Besser ist es, wenn jeder vor sich hinspielt. Ich fand das sehr langweilig. Ggf. wird's mit mehr Spielern besser. (Wertung: 3,5)

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ErichZann
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon ErichZann » 17. März 2019, 18:41

Seit langer Zeit mal wieder meine Ringkrieg Collectors Edition auf den Tisch gebracht, da wir es so lange nicht gespielt hatten ohne Erweiterungen. Was soll ich sagen, es wird viel gewürfelt, es ist glückslastig, fiddelig, hat unheimlich viele kleine Regeln, es gibt Gebiete auf dem Spielfeld wo sich in 2 Stunden nicht eine Figur bewegt weil es meistens keinen Sinn macht, es hat Fehler und Flaws...es ist nicht perfekt...aber es ist trotz allem mein Lieblingsspiel und meine einzige 10.00 bei BGG...es ist einfach wunderschön und episch.
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Maery
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 23. März 2019, 22:19

Ich habe schon lange nicht mehr berichtet, was wir zuletzt gespielt haben und dementsprechend weiß ich schon gar nicht mehr alles.. Ich versuche aber mal die neuen Spiele und die bemerkenswerten Spielerfahrungen zu schildern.

Everdell
Dieses Spiel bleibt wirklich mit eins unserer Lieblingsspiele. Wir spielen es immer noch so gerne und mehrfach hintereinander und auch mit neuen Spielen wird es sehr gerne und oft gespielt. Bisher wollte dieses Spiel dann auch jeder nachkaufen, so toll fanden das alle. Dabei benutzen wir nicht einmal den Baum und haben ihn nur als Deko in unserem Brettspielregal stehen :D Seit neuestem spielen wir auch mit den drei Ragwort-Karten (und allgemein spielen wir zumindest zu zweit auch gerne mit den Legendary-Karten) und bis auf eine mögen wir sie recht gerne. Die eine mit dem Klauen ist nur relativ gemein, aber auch das funktioniert mit den richtigen Spielern sehr gut ;)

Top & Flop
Das Spiel haben wir schon sehr lange haben wollen, aber nicht zu dem normalen Preis, da wir solche Spiele nicht oft spielen. Aber diese Mischung aus Raten und Wissensspiel finde ich sehr gut, da mein Mann einfach ein enorm großes Allgemeinwissen hat bzw. auch sehr gut Dinge ableiten kann und ich bin gut im Raten :D So habe ich bei diesem Spiel dann auch direkt gewonnen, aber alle hatten wirklich Spaß und für eine Party-Runde ist es wirklich sehr gut.

Nyet
Sehr einfaches Stich-Spiel, was uns aufgrund der Entscheidung zu Beginn aber wirklich gut gefällt und auch anderen bisher wohl gefallen hat. Ist relativ schnell gespielt, hat aber nette Kniffe und eben das Entscheiden über die Stiche, die Aktionen und die Punkte sind sehr innovativ.

Great Western Trail - Grundspiel und/oder mit Erweiterung
Muss einfach erwähnt bleiben. Wir spielen dieses Spiel mit Everdell einfach weiterhin am meisten und ich finde immer noch die Erweiterung sehr gut. Wir spielen aber nicht immer damit, manchmal haben wir Lust drauf und manchmal nicht. Ist so gesehen eine schöne Variante um das Spiel auch einfach mal ein anderes Spielgefühl zu geben. Außerdem ist die Erweiterung sehr viel taktischer, sodass es auch noch einmal mehr Kniffe gibt.

Dinosaur Island + Erweiterung
Soo, jetzt kommen die "eher neuen" Erfahrungen. Habe zu der Erweiterung schon einmal was geschrieben, weil wir bei der Erscheinung direkt einmal gespielt haben und enttäuscht waren. Seitdem haben wir nicht mehr mit Erweiterung gespielt und haben es jetzt erst wieder versucht. Wir sind ehrlich gesagt immer noch der Meinung, dass die Erweiterungen teilweise sehr lieblos und unausbalanciert wirken. Jetzt haben wir aber noch einmal das Spiel analyisert und näher darauf geachtet und die persönlichen Zielkarten, die kleinen Parkerweiterungen und Arbeitererweiterungen sind teilweise schön thematisch, sodass das sogar endlich Spaß gemacht hat. Aber die Blue Prints, von denen ich mir viel erhofft habe, mögen wir gar nicht. Wir haben es auch mit Drafting probiert, aber leider passen die Blue Prints oft nicht zu anderen Zielen und man muss sich entscheiden. Da die Blue Prints extrem viele Punkte bringen, muss man sich quasi dafür entscheiden und man fühlt sich leider absolut gespielt. Wir werden ab jetzt nur noch ohne Blue Prints spielen. Und die Wasser-Dinos mögen wir leider auch gar nicht, denn diese sind eben auch absolut unbalanciert und niemand wählt diese freiwillig, da sie einfach extrem sind. Keine Ahnung, was die Leute sich dabei gedacht haben...

Dice Forge + Erweiterung
Dice Forge Erweiterung.jpg
Dice Forge Erweiterung.jpg (741.43 KiB) 2822 mal betrachtet

Dice Forge hat uns erstaunlicherweise gut gefallen und wir haben dieses in letzter Zeit oft gespielt. Es ist ein wirklich nettes Familienspiel bzw. Einstiegsspiel in einen Spieleabend. Uns hat aber vor allem die Kartenauslage mit der Zeit gestört, da diese sich mit der Zeit ausgespielt hat. Als wir dann gehört haben, dass die Erweiterung zwei Varianten und noch zusätzliche Karten zum allgemeinen Reinmischen bietet, haben wir diese haben wollen. Leider hatten wir noch nicht so viel Zeit, aber wir haben schon öfter die Spielvarianten genutzt und so die neuen Karten kennen gelernt.
In der einen Spielvariante hat man als Startwürfelseite ein Laufsymbol. Mit diesem kann man durch ein Labyrinth laufen und so Boni erlangen. Dabei kann man taktisch vorangehen und auch weitere Siegpunkte erlangen, wenn man bis zum Ende kommt. Ein besonderer Bonus ist auch ein neuer geprägter Würfel mit super Bonus-Seiten. Dieser Würfel kann durch Karten geworfen werden, durch Labyrintboni oder wenn man zwei verschieden farbige Laufsymbole gleichzeitig würfelt. D.h. in dieser Variante kriegt man viel mehr Ressourcen und es gibt mehr Möglichkeiten, die man verfolgen kann. Auch Rückwärtslaufen ist möglich, wodurch man erneut die Boni erlangen kann.
In der anderen Spielvariante kommen ein neues Spielbrett mit einer Titanen und Götterleiste und neue Ressourcen ins Spiel, bzw. eine Ressource zum Spielertableu und eine noch zusätzlich als Würfelsymbol. Diese Ressource des Spielertableus ist im Endeffekt ein Joker für die Sonnen- und Mondsplitter, denn man kann diese für beides einsetzen. Klingt also super, doch beim Würfeln dieser Ressource muss man auf dem neuen Brett in Richtung der Titanen gehen, da man böse Mächte nutzt. Dort möchte man am Ende des Spiels nicht sein, denn dort gibt es Minuspunkte. Um aus dieser Titanenecke heraus zu kommen, benötigt man die andere Ressource, die allein zum Bewegen in die Götterrichtung gedacht ist und sonst keinen Effekt hat. Denn am Ende sind diejenigen mit der höchsten Gunst bei den Göttern auch diejenigen, die viele Siegpunkte bekommen. Neben diesem Laufen auf der Leiste, um am Ende gut dastehen zu können, gibt es noch dauerhafte Effekte, die man je nach Ort bekommt. So kriegt man nahe der Götter jedes mal beim Bekommen von Geld noch mehr Geld und Siegpunkte usw. Man muss sich also für eine Richtung entscheiden! Natürlich kann man auch hier die anderen Spieler ärgern und in die Titanen-Richtung schicken.
Insgesamt sind die Spielvarianten sehr abwechslungsreich und ein wenig taktischer, sodass das Spiel dadurch im leichten Kennerspiel-Niveau gerutscht ist. Auch das Material ist weiterhin top und schon daher ist die Erweiterung gelungen. Solche Produkte mit durchdachten Inlays, super Preis-Leitungs-Verhältnis muss ich einfach loben!
Uns machen die Erweiterungen Spaß, wobei wir lieber die Wettrennvariante mögen.

Quacksalber von Quedlinburg + Erweiterung
Oh man, was soll ich dazu sagen. Also wir waren totale Quacksalber Fans und haben dieses Spiel allen empfohlen. Als die Erweiterung vorbestellbar war, haben wir sie auch direkt bestellt und uns wirklich drauf gefreut. Dann kamen aber schon die ersten Meldungen über die Änderungen zur ersten Grundspielvariante und als wir das dann persönlich erleben konnten, hat für uns der Horror begonnen. Wer sagt, dass er den Unterschied nicht spürt, hat überhaupt kein Gefühl in den Fingern, denn das ist wirklich ein krasser Unterschied! In der ersten Variante sind die Zutaten glatt und mit einer glänzenden Schicht überzogen und in der Erweiterung ist es matt und rau. Und bei einem Spiel, wo man zufällig Zutaten zieht, ist das einfach ein No-Go! Dazu kommen noch die optischen Unterschiede wie die anderen Stoffbeutel, die in der neuen Version viel besser sind und die farblichen Tränke und Spielersteine. Auch hier alles in den unterschiedlichen matten bzw. glänzenden Looks...
Naja, wir mochten zu dem Zeitpunkt aber noch Quacksalber, haben Schmidt-Spiele angeschrieben und nur eine nichtssagende Antwort bekommen. Also haben wir relativ billig die neue Variante des Glücksspiels bekommen (bzw. relativ gesehen bedeutet 20 € für ein Spiel, was wir schon haben... :s ) Naja, dies hat nun endlich die gleichen Oberflächen und wir haben nun auch einheitlich die Looks der Tränke, Beutel und Spielersteine. Soweit also so gut.
Aber die Qualität ist dermaßen schlecht, das dies einfach eine Frechheit ist. Die Zutaten und Kessel sind teilweise falsch gestanzt, man hat weiße Ränder und es wurden einfach ohne Grund die Anzahl der Zutaten verändert. Dies wirkt absolut lieblos. Auch hier haben wir uns bei Schmidt Spiele gemeldet und noch nichts gehört. Seitdem haben wir die Erweiterung einmal gespielt, denn uns ist dadurch echt die Lust am Spiel vergangen.. Die neuen Zutatenbücher und Hexen sind nette Ideen und die Hexen machen das Spiel viel leichter, sodass der Glücksfaktor ein wenig ausgeglichen werden kann. Ist also prinzipiell ganz nett, aber für uns hat die Erweiterung nun leider den Spielspaß genommen und ich hoffe wirklich, das kommt wieder und wir kriegen endlich eine Meldung von Schmidt-Spiele!
Andere Verläge machen mit Qualitätsprodukten Werbung, schicken 5 mal Ersatzteile zu, weil es einfach beim Transport immer kaputt ging usw. Da ist das absolut enttäuschend.

Flügelschlag
Flügelschlag.jpg
Flügelschlag.jpg (610.16 KiB) 2822 mal betrachtet

Der Hype hat uns auch erwischt, denn wir haben dieses Spiel auch schon vor Monaten vorbestellt und seit Erhalt mehrfach gespielt. Wir wollten es vor allem optisch haben, denn mein Mann findet das Spiel durch die Vögelthematik sehr ansprechend und entspannend und wir erhoffen uns, dass es auch andere Nichtspieler anspricht, die unsere bisherigen Spiele zu abgedreht finden.
Naja, wir haben es eben schon öfter gespielt und wir finden es ganz nett. In unseren Augen hat es durch die Qualität und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis großes Potenzial zum Kennerspiel des Jahres, auch wenn es in unseren Augen ein sehr seichtes Kennerspiel ist. Steht bei uns im Schrank über Dice Forge, Azul und Quacksalber (alles seichte Einstiegsspiele, die wir gerne zu Beginn spielen oder mal gespielt haben (QvQ)). Und wenn man dieses Niveau haben möchte, dann kann das Spiel gefallen.
Es wird ja auch oft mit Terraforming Mars, Gizmos oder Everdell verglichen und das passt in unseren Augen höchstens durch die Mechanik. Aber sonst sind die Spiele (Gizmos haben wir persönlich aber nicht gespielt) nicht vergleichbar. Die Karten bei Flügelschlag sind zwar angeblich alle einzigartig, aber im Vergleich zu Terraforming Mars sind hier viele Karten durch die Effekte ähnlich und identisch. Geht dadurch dann eher in Everdell Richtung, aber das ist eben durch das Spielprinzip und die ganzen Ketteneffekte viel tiefsinniger und geht dann doch in eine andere Richtung.
Das aber nur als Beispiel um zu zeigen, dass die Vergleiche eben nicht funktionieren und man daher auch nicht solche Spiele erwarten sollte.
Flügelschlag bietet aber trotz eher leichtem Niveau eindeutig Vorteile, die das Behalten in der Sammlung rechtfertigen. So ist das Spiel zeitlich sehr schnell gespielt und man hat festgelegte Runden, nach denen auch jeder fertig ist. Die vielen identischen Karteneffekte lassen Vorüberlegungen und auch gewisse Strategien zu, die man aber so natürlich durch das Glückselement nicht verfolgen kann und so jede Partie anders spielt. Auch das Anlegen und die begrenzten Aktionen (es gibt eigentlich nur 4 Aktionen: Karten ausspielen, ziehen, Ressourcen bekommen und Eier legen) sind zwar an sich simpel, aber durch das Verbessern dieser Aktionen durch die Vögel hat man schöne Kettenzüge, die aber trotzdem simpel sind. Wir haben es bisher nur zu zweit gespielt, aber an sich sollte es auch gut mit mehreren Spielen gehen und wir denken, dass es auch sehr einfach zu erklären ist. Denn hier lernt man einfach beim Spielen mit und die Kettenzüge wiederholen sich ja immer, sodass jeder das Prinzip schnell verstehen sollte.

Also noch einmal knapp: Wir mögen es, ist ein nettes und seichtes Spiel was dadurch auf öfter auf dem Tisch landet, allerdings ist es jetzt auch nicht nervenaufreibend und nimmt uns lange nicht so mit wie Everdell, Terraforming Mars oder Great Western Trail, wird also kein Liebling.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 24. März 2019, 08:54

Schöner, langer Bericht. Danke, Maery.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 24. März 2019, 14:10

Exit - Der versunkene Schatz zu viert: Auf Einsteiger-Niveau präsentiert sich das Spiel sehr linear, sehr einfach und wie bei fast allen Exit-Spielen sehr technisch und stimmungslos. es ist einfach schade, dass ich in dem versunkenen Schiff der Santa Maria, welche seit 500 Jahren auf Grund liegt, eine alte Truhe findet (die noch nicht vermodert ist?) und wenn ich ihr kompliziertes Schloss öffne, darin ... drei Rätselkarten finde. Das ist ein echter Stimmungskiller und man hätte auch im Weltraum, im Nacht-Cafe oder eine Bowlingbahn diese Kiste öffnen können.

Die Rätsel waren sehr simpel. Am meisten Zeit brauchten wir für das Vorlesen der Texte oder für das Übersetzen eines Codes. Das Lösungsschema hatten wir bei fast jedem Rätsel innerhalb weniger Sekunden erkannt. Das war etwas schade, denn auch hier spielt das Thema wieder nicht mit. Wenn von Bedrohung und Sauerstoffmangel und Notlage geredet wird und die Uhr gerade einmal 17 Minuten anzeigt und man insgesamt eine Stunde hat.

So schafften wir das Spiel in ca. 50 Minuten ohne Hilfekarte. Die Einsteiger-Levels sind vielleicht wirklich nichts mehr für uns. Und nach wie vor sind die Exit-Spiele von Kosmos sehr leblos und existieren nur um der Rätsels Willen, aber nicht weil es logisch wäre. (Wertung: 6,5)

Rescue the Polar Bears zu viert: Als Einsteiger-Koop-Spiel für zwei andere Andor-Spieler echt gut geeignet. Vor allem der Knuddelfaktor gewinnt hier. „Wir müssen in dem Spiel die süßen Eisbären retten?“ – „Jein. Das müssen wir, um nicht zu verlieren. Aber hauptsächlich müssen wir 20 Datenpunkte sammeln, um die Welt davon zu überzeugen, dass die Klimaerwärmung real ist.” – „Aber wir müssen dabei Eisbären retten, oder?“ ... Und so retteten wir fast alle Eisbären, bevor Ihnen das Eis unter den Füßen wegschmolz. Drei mussten nach Hause schwimmen, aber dank Helikopter konnten wir auch die retten. Die unterschiedlichen Fähigkeiten der Schiffe wurden gut eingesetzt, wir stimmten uns auch super ab. Und gewannen so ganz gut. Ein bisschen schwieriger hätte es ruhig sein können. Das werden wir beim nächsten Mal versuchen. :) (Wertung: 8,5)

Scrabble Pocket zu viert: Jeder hat X Handkarten mit Buchstaben. In der Mitte liegt ein vierbuchstabiges Wort. Ziel ist es, durch Ersetzen nur einer Karte, neue Wörter zu bilden und so möglichst schnell alle Karten loszuwerden. Langweilig ist es, wenn man mit "*ein" anfängt, dann im Deutschen passt an die erste Stelle viel zu viel. Daher haben wir die Hausregel eingeführt, dass kein Wort zweimal in einer Runde vorkommen darf. Das macht etwas schwieriger, aber auch interessant, weil nicht das fünfte "Sein" gelegt wird. Ist ganz nett für Zwischendurch. (Wertung: 6,5)

Jungle Speed zu viert: Mustererkennung und Geschwindigkeit sind zwei Dinge, in deren Kombination ich nicht gut bin. Umso seltsamer, dass ich gewann. Es gab einige lustige Situationen, bei der man nach dem Totem greift, nochmal gegenscheckt, noch näher zum Totem geht, nochmal gegencheckt, dann zugreift – und feststellt, dass irgendwas doch nicht identisch war. Und genügend blaue Finger und leichte Abschürfungen gab es auch. Sehr witzig und unterhaltsam für eine Runde. (Wertung: 8,0)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 24. März 2019, 21:08

Dee hat geschrieben:Das war etwas schade, denn auch hier spielt das Thema wieder nicht mit. Wenn von Bedrohung und Sauerstoffmangel und Notlage geredet wird und die Uhr gerade einmal 17 Minuten anzeigt und man insgesamt eine Stunde hat.

So schafften wir das Spiel in ca. 50 Minuten ohne Hilfekarte. Die Einsteiger-Levels sind vielleicht wirklich nichts mehr für uns. Und nach wie vor sind die Exit-Spiele von Kosmos sehr leblos und existieren nur um der Rätsels Willen, aber nicht weil es logisch wäre. (Wertung: 6,5)


Bitte und ja, Exit ist für uns einfach nur ein Rätselbuch ohne Bezug zum Thema. Nur leider haben uns nicht einmal die Rätsel gefallen, sodass wir den Hype gar nicht verstehen. Aber wenn man durch die Cover ein Thema erwartet, wird man richtig enttäuscht..

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Lehni
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 27. März 2019, 10:02

Tolle Berichte! Ich sehe, ich habe einen ähnlichen Spielegeschmack wie manch anderer hier.
Uns ging es bei Exit auch so, wir sind allerdings eher schlechte Spieler und so halten wir uns an die einfacheren Rätsel. Aber das Thematische sehe ich auch so: Ich fands auch beim versunkenen Schatz nur lächerlich, dass man in einer Schatzkiste Rätselkarten findet. Naja.

Bei uns gab es wieder mal 2 super Partien Blackout Hongkong. Nach längerer Pause wo wir auch Newton ein paar mal gespielt haben, wieder Blackout gespielt - und es war phänomenal. Zu viert ca. 2.5h je Partie. Regeltechnisch haben wir sehr schnell reingefunden. In der Anleitung alles schnell wieder gefunden.
Wir spielen ja eigentlich fast nie das gleiche Spiel 2x am Abend, aber nach der ersten Partie wollten alle gleich eine weitere Partie. Ich glaube ich habe zuletzt 9/10 gegeben, würde aber wohl auf 9.5/10 erhöhen. Für mich das Highlight vom letzten Essen im Bereich komplexer Spiele. Hier gibts zahlreiche verschiedene Karten und da habe ich einiges gesehen, was ich gerne mal probieren würde. Ich finde beispielsweise den Politiker interessant: mit dem kann man für 1 Reis einen Ort besetzen. Den hat einer gekauft, aber nicht sehr oft eingesetzt. Ob das besser geht?
Wir haben auch viel darüber diskutiert, wie wichtig die 2 Fähigkeiten sind, die man sich teuer freischalten kann: Den 4.Slot und das Aufnehmen des Stapels mit 0-6 Karten. Ich glaube, dass man einen davon braucht, aber nicht unbedingt beide.
Das Spiel ist auch schön emotional: Man kann mit den Würfeln immer was machen und 1 Siegpunkt zur Manipulation auszugeben fühlt sich gar nicht mal so teuer an. Trotzdem will man es eher vermeiden. Das Scouten ist auch immer ein Höhepunkt in einer Runde.
Weil wir eben auch Newton die letzten Wochen öfters gespielt haben: Auch das finde ich auch sehr gut, aber rechnerischer als Blackout. Hier liegen viele Plättchen offen aus und man ist die ganze Zeit am Schauen. Deshalb gefällt mir Blackout besser. Ist angeblich ziemlich ausverkauft aktuell.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 28. März 2019, 21:04

Dice Hospital zu dritt: Zweite Partie mit kleinen Änderungen. In der ersten Partie störte es, dass es zu einfach war die Patienten zu heilen. es starb niemand bzw. kam man nicht in Bedrängnis. Das änderten wir mit den erweiterten Regeln: Zu Beginn bekommt jeder 5 Patienten statt 3 ins Krankenhaus und ein unbehandelter Patient fällt um 2 ab statt 1. Die zweite Wahl war gut. Sie stresste, war aber nicht zu ärgerlich. Man musste eben besser planen. Die erste Variante halte ich nicht für gut (in Kombination mit der zweiten). Denn mit seinen drei bzw. vier Ärzten kann man eben nur maximal 5 Patienten heilen in den ersten Runde (wo man acht Patienten hat). Drei werden auf alle Fälle kränker. Und bei uns starben diese dann auch in Runde 2. Danach stabilisierte es sich und konnte gut gemanagt werden, war aber nicht zu einfach. Daher werden wir in Zukunft nur mit 3 Startpatienten, aber mit 2 kränker bei Nichtbehandlung spielen.

Die Ereigniskarten hatten wir auch wieder dabei. Sie sind aber sehr zufällig. Eine Variante wäre, dass man immer noch die zwei nächsten Ereignisse aufdeckt, sodass man damit planen kann. Wenn ich sehe, dass in zwei Runde rote Patienten mehr Punkte bringen, dann warte ich mit Entlassen ggf. noch. Aber wenn das Krankenhaus zu voll wird, muss ich abwägen. Das könnte noch etwas mehr Strategie ins Spiel bringen.

Mir hat die Partie diesmal sehr gut gefallen. Dice Hospital ist kein Strategiekracher a la Teotihuacan. Aber es unterhält mit seinem unverbrauchten Thema sehr gut und ich freu mich, es zu haben. (Wertung: 8,0)

Root zu dritt: Ebenfalls die zweite Partie. Die erste gewann ich etwas unverhofft mit der Allianz. Dieses Mal spielte ich mit den Vögeln - und versagte gnadenlos. Ich hatte das typische Risiko-Problem (hab ich auch bei Magic). Ich schaffe es einfach nicht sinnvoll mich auf eine Schlacht vorzubereiten und Einheiten zu sammeln. Ich geh meist mit einer Handvoll direkt auf Angriff, werde dann aus Pech stark dezimiert und kann mich nicht mehr erholen. Vor allem hatte ich das mit den Karten einfach nicht drauf. Innerhalb kurzer Zeit konnte ich zweimal nicht mehr alle Aktionen ausführen und verlor entsprechend Siegpunkte. Das Level "Low" kann ich hier einfach nicht verstehen.

Die Katzen gewannen mit weitem Abstand (30:9:8 stand es glaube ich). Ich dezimierte mich ja selbst und der dritte Spieler, die Allianz, griff leider eher mich an als den Führenden. Durch entsprechende Sägemühle und massig Holz konnte er so fröhlich vor sich hinbauen und davon ziehen.

Ich denke, Root braucht jetzt erst einmal eine Pause von mir – oder ich vor ihm, je nach Sichtweise. Auf alle Fälle mag ich erst einmal nicht mehr spielen. Dass ließ bei uns auch die Diskussion aufkommen, ob man gute Spiele (Root ist ein sehr gutes Spiel) schlecht finden darf bzw. nicht mehr spielen mag, weil sie einem nicht liegen. Ich bin der Meinung, ja. Vor allem, wenn der Spieleschrank 100 andere Spiele bereithält, die einem besser gefallen. (Wertung: 7,0)

Doppelt so clever zu dritt: Als Absacker der Nachfolger von „Ganz schön clever“. Das Spielprinzip ist identisch, die Felder zum Ankreuzen sind aber etwas anders. Eine neue Sonderaktion mit „Würfel vom Silbertablett zurücknehmen und mitwürfeln“ gibt es auch noch. In meinen Augen ist es jetzt aber zu viel des Guten. Die Sonderaktion bringt kaum etwas bzw. ist es eben Zufall, ob es etwas bringt oder nicht. Ich glaube, niemand von uns, konnte mit dem Würfel, den er zurückgeholt hat, etwas anfangen. Die Rerolls sind zwar auch zufällig, aber gefühlt konnte ich danach mehr mit dem Ergebnis anfangen.

Der silberne Würfel hat eine interessante Strategie. Im meinem ersten Wurf hatte ich eine silberne 6. Also nahm ich die und legte alle anderen Würfel ab, durfte dafür aber eben auch sechs Kreuze in Silber machen. Wenn es gut läuft, kann man auf die Art echt gut punkten. Aber natürlich wird es selten so gut laufen. Und Gelb ist mit 136 möglichen Punkten sehr reizvoll, dafür muss man aber auch 24 Kreuze dort machen. In einem Spiel zu dritt, wo man im Optimalfall (ohne Boni) 20 gelbe Kreuze machen, ist das eine echte Herausforderung.

Ich mag „Ganz schön clever lieber“. Es spielt sich etwas einfacher, ist aber immer noch anspruchsvoll genug. „Doppelt so clever“ ist mir zu verkopft mit zu vielen Optionen, die aufgrund des Zufallsfaktors dann aber doch irgendwie nicht richtig gewählt werden können. (Wertung: 7,0)

Dennoch war's ein sehr schöner Spielerabend (7er-Spiele ist ja nicht sooo schlecht). Ich freue mich auf den nächsten, wenn ich endlich mein neues „Trapwords“ ausprobieren darf. :)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 31. März 2019, 12:25

Trapwords zu siebt: Mal wieder ein neues Wortspiel in meiner Sammlung. „Trapwords“ ist fast identisch zu Tabu. Nur zum einen denkt sich die gegnerische Mannschaft die Tabu-Wörter aus, die der Erklärer nicht sagen darf. Zum anderen sieht der Erklärer die Tabuwörter nicht. Sagt er eins davon, ist er in die Falle getappt (daher der Name „Trapwords“) und kriegt keinen Punkt.

Ich finde diese Abwandlung von Tabu sehr gut. Gefühlt herrschte die meiste Interaktion auch gar nicht beim Erklären der Begriffe, sondern davor, wenn die zwei Mannschaften die Fallenwörter aufschreiben müssen. Es ist oft ein leichtes 10 Wörter zu sammeln, die der anderer Erklärer nicht sagen darf. Je nach Fortkommen dürfen davon aber nur 1-5 Wörter auch wirklich behalten werden. Vor allem beim Wegstreichen entstehen angeregte Diskussionen.

Und auch umgekehrt sind die Gedankengänge interessant, wenn man erklären muss, z.B. das Wört „Hölle“: „Okay, Himmel haben sie sicher aufgeschrieben. Hm, vielleicht das Gegenteil von Gott? Oder sag ich Teufel? Das steht bestimmt auch drauf. Was gibt es denn für Synonyme? Satan, Mephisto, Belzebub, Luzifer. Okay, damit versuch ich es.“ Und ich dann vorsichtig: "Luzifer?" Und die andere Mannschaft: "Dööt, reingefallen!" Ziemlich genial.

Noch genialer ist es, wenn sich der Erklärer verlierst und bei dem Wort „Erdbeben“ politisch inkorrekt erklärt: „Gibt es viel in Holland. Sind geschmacklos.“ und die gegnerische Mannschaft sich nur ratlos anschaut. (Derjenige hatte „Erdbeere“ gelesen – und sich für das nächste Spiel seine Brille geholt.) Aber auch das war spaßig. (Wertung: 8,5)

Dice Hospital zu viert: So, die dritte Partie in diesem Monat. Dieses Mal eher mit Gelegenheitsspielern und keinen Vielspielern. Dabei habe ich ein Manko festgestellt, dass man dem Spiel nicht ankreiden kann, aber dennoch passiert:

Wir spielten die ersten zwei Runden nacheinander, sodass jeder sehen konnte, wie die Effekte der Räume und Spezialisten zusammenspielt. So viele gibt es ja eigentlich nicht. In Runde 3 spielten wir parallel und ich sah, dass ein Mitspieler sehr viele Patienten entlassen hatte, was aber mit der Aufstellung der Ärzte und Räume nicht möglich war. Das konnten wir grob korrigieren, aber das Spiel lässt eine Korrektur eigentlich nicht zu. Wer „Dice Hospital“ erklärt, sollte unbedingt dazu sagen, dass die Rücknahme von mehreren Zügen tabu ist. Es ist einfach nicht mehr nachvollziehbar, welcher Würfel jetzt schon behandelt wurde, welche Arzt welche Fähigkeit wie einsetzte etc.

Danach habe ich auch jede Runde extra erwähnt, dass wenn jemand Fragen hat, er fragen soll. Wir spielten also weiter parallel, bis auf die letzte Runde. Und auch hier machten zwei Mitspieler essentielle Fehler in der Anwendung der Effekte. Bis hin zu „Ah, so funktioniert diese Karte.“ Das ist für mich frustrierend, weil ich mir Mühe gebe, das Spiel richtig zu erklären. Blöd ist, wenn ein Spieler nicht weiß, dass er etwas falsch spielt und deswegen auch nicht auf die Idee kommt, nachzufragen, ob der Zug richtig ist.

Leider kann man Dice Hospital auch nicht nacheinander spielen, die Downtime ist dann extrem und die Spielzeit locker bei drei Stunden. Und auch in den Runden, wo wir nacheinander spielten, dauerte es bei Einigen die Züge lange, weil sie nicht im Voraus planten, sondern erst in ihrem Zug.

„Dice Hospital“ ist also nicht für jeden etwas. Gelegenheitsspieler könnten mit den Aktionsmöglichkeiten überfordert sein. Zusätzlich benötigt man ein gutes Regelverständnis der Effekte, da die Korrektur von Fehler selten möglich ist. Und man sollte eher mit Bauchspielern spielen bzw. Personen, die ein gutes Gefühl für Zahlen haben und die Effekte auch im Kopf schnell und sicher durchdenken können. Ansonsten geht es einfach zu lang. (Wertung: 7,0)

Knister zu sechst: Der Originaltitel „Würfel Bingo“ trifft es genau. Auf einem 5x5-Feld muss jeder Spieler Zahlen eintragen. Reihum würfelt jeder zwei W6 und die gewürfelt Werte (2-12) müssen eingetragen werden. Wenn alle 25 Felder voll sind, werden die 5 Reihen, 5 Spalten udn 2 Diagonalen gewertet. Je mehr gleiche Zahlen man hat, oder ein Full House oder eine Straße, gibt es dies unterschiedlich viele Punkte.

Der Anspruch das Spiels ist fast 0. Ich fand selbst Kniffel spannender, weil man noch etwas Kontrolle über das Ergebnis hat (Würfel rauslegen, neu würfeln etc.) Bei Knister kriegt man nacheinander 25 Zahlen vorgesetzt, die man einfach so nehmen muss. Ich glaube, würde das Spiel heute designt werden und nicht 2007, gäbe es noch Joker, um das Ergebnis zu variieren, neu zu würfeln etc.

Mir war es viel zu zufällig. Ja, man konnte versuchen, auf eine Straße hinzubauen, aber ob die kommt, steht in den Sternen. Wir spielten zwei Runden und in Runde 1 wurde keine einzige 12 und keine 8 gewürfelt (wobei die zweite statisch am zweithäufigsten vorkommen sollte). Wer auf die Straße mit einer 8 setzte, hatte schon verloren. Moderne Würfelspiele wie Nochmal, Ganz schön clever oder Qwixxx mag ich daher wesentlich lieber. (Wertung: 4,5)

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ErichZann
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon ErichZann » 31. März 2019, 22:21

Dee hat geschrieben:

[b]Root
zu dritt: Ebenfalls die zweite Partie. Die erste gewann ich etwas unverhofft mit der Allianz. Dieses Mal spielte ich mit den Vögeln - und versagte gnadenlos. Ich hatte das typische Risiko-Problem (hab ich auch bei Magic). Ich schaffe es einfach nicht sinnvoll mich auf eine Schlacht vorzubereiten und Einheiten zu sammeln. Ich geh meist mit einer Handvoll direkt auf Angriff, werde dann aus Pech stark dezimiert und kann mich nicht mehr erholen. Vor allem hatte ich das mit den Karten einfach nicht drauf. Innerhalb kurzer Zeit konnte ich zweimal nicht mehr alle Aktionen ausführen und verlor entsprechend Siegpunkte. Das Level "Low" kann ich hier einfach nicht verstehen.



Ich kapier die Vögel auch nicht, ich mag Root sehr gern, aber empfinde die Vögel mit weitem Abstand am schwersten zu spielen.
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 4. April 2019, 19:06

Tash-Kalar zu dritt in einer Schlacht: Die Niederhöllen (orange) kämpften gegen den Webstuhl der Zeit (lila) und ich versuchte mit den Sylvaner (grün) mitzuhalten. Anfangs fegte uns der Webstuhl-Spieler fast mit jedem Zug fast völlig vom Spielbrett. Einige Karte wirkten einfach overpowert. Aber nach den ersten 6-8 Punkten ging es plötzlich nicht mehr so schnell. Bei mir war's umgekehrt: Meine Sylvaner präsentierten sich extrem lieb und harmlos. Ich konnte zwar aufbauen, aber meist blieben meine Rekruten und Helden keine Runde liegen. Irgendwann schaffte ich mir aber eine gute Basis und konnte dann auch endlich Legenden beschwören. Ich konnte so zur zweiten Hälfte des Spiels noch etwas aufholen, aber der Lila gewann mit 10 Punkten gegen meine 8 und orange hatte die ganze mit seinen Karten zu kämpfen. ;)

Ich finde Tash-Kalar als abstraktes Spiel super, ein Thema darf man nicht suchen. Dafür sind die Illustrationen klasse. An der Schlacht gefällt mir, dass jeder gegen jeden spielen muss, weil man am Ende nur die Endpunkte bekommt für die Fraktion, von der man am wenigsten Steine zerstört hat. Nachteilig ist die Denkzeit. Groß vordenken kann man leider nicht, da sich das Spielfeld meist stark verändert hat, bis man wieder dran ist. Und erst im eigenen Zug zu überlegen, welche Kreatur oder Legende man beschwören kann, dauert eben eine Weile. Das ist aber auch das Einzige, was mich an dem Spiel stört. (Wertung: 8,0)

Trapwords zu viert: Hat auch den zweiten Test bestanden. Was etwas negativ sein kann: Der Schwierigkeitsgrad der Wörter variiert. Ein „Beutel“ kann vermutlich jeder erklären. Aber „Basilisk“? Ja, es waren die Fantasy-Begriffe, aber hier konnten wir als Fallenleger nicht einmal etwas Sinnvolles aufschreiben.

Ansonsten hat es wieder viele Emotionen ausgelöst: Freude, wenn man ein Wort erraten oder richtig erklärt hat. Schadenfreude, wenn die Gegner in eine Falle getappt sind. Noch größere Schadenfreude, wenn es das erste Wort auf der Liste war, dass man auch zuerst im Kopf hatte. Und natürlich Verzweiflung, wenn entweder der Teampartner einfach nicht auf den richtigen Begriff kommt (Wer sagt schon „Flaschengeist“ statt „Genie“?) oder man mit dem ersten Begriff direkt in die Falle läuft. (Wertung: 8,5)

Root zu viert: Eigentlich wollte ich ja ein Jahr Pause vor Root machen, aber es kam doch noch einmal auf den Tisch. Zwei Spieler kannten es noch nicht, dementsprechend wenig hatte ich zu tun bei der Erklärung des Spiels. Ich ließ mich auch nur überreden, als Waschbär mitzuspielen.

Anfangs war es noch ganz spannend, die Katzen liefen mit den Siegpunkten gut voran und hatten sich auf drei Hasen-Lichtungen festgesetzt. Und Bamm, kam die Dominanz-Karte dazu. Und ab da ging das Spiel bergab. Denn jetzt ging jeder auf die Katzen, wenn diese am Ende ihrer Runde ihr Ziel erfüllt hatten. Wir haben es nur zweimal mit Dominanz-Karten gespielt, aber in beiden Fällen hatten diese Spieler keine Chance mehr auf den Sieg. Gefühlt darf man die Karte nur spielen, wenn man selbst mit Würfelpech 100% sicher ist, dass einem nichts passieren kann.

Jedenfalls griff auch ich die Katzen an, wodurch sie meine Feinde wurden. Und natürlich haute ich jetzt immer weiter auf sie drauf, denn jede Katze gab einen Siegpunkt. Durch einen Regelfehler entfernte ich zu viele pro Angriff, aber davon abgesehen räumte ich fast die ganze Lichtung alleine leer und ging entsprechend mit 20 Punkten in Führung.

Und da brachen wir ab, weil es war schon spät, wir waren müde und es war nicht mehr spannend. Die Katzen konnten wir jetzt leicht kontrollieren, die Vögel hatten auch nicht so richtig Fuß gefasst und die Mäuse dezimierten sich durch Würfelpech selbst. Wenn nochmal jemand fragt, ob ich Root mitspielen will, sag ich auf alle Fälle nein. Erst 2020 wieder. (Wertung: 6,0)

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 6. April 2019, 21:10

Ach ist das schön, mal wieder richtig spielen zu können!
Die jetzt genannten Spiele haben wir alle innerhalb von 2 Tagen spielen können, das ist schon Ewigkeiten her, dass wir so viel Zeit dafür hatten :heart:

Gestern hat es nur für ein Spiel gereicht, aber das hatte es dann auch direkt in sich. Terraforming Mars! Ein Kollege hat alle Erweiterungen, daher haben wir die letzten Male immer nur bei ihm dieses Spiel gespielt. Besonders das fehlende Inlay, der Look und die Unausgeglichenheit hat mich bei uns zu Hause immer davon abgehalten, es zu spielen. Jetzt haben wir das Spiel aber "aufgepimpt" und uns auch vorher schon gute Erweiterungen (Hellas&Elysium und Kolonien) geholt, sodass ich absolut Lust auf das Spiel hatte.
Die Zuckerwürfel wurden ersetzt, die Spielmarker sind jetzt kleine Miniastronauten und auch die Zuckerraumschiffe haben wir direkt durch coole Raumschiffe ersetzt. Dazu haben wir das absolute Tütenchaos durch kleine Boxen und Deckboxen verändert und nun ist es endlich in meinen Augen gut. Bin aber auch empfindlich, denn bei einem Chaos in der Box habe ich einfach keine Lust das Spiel dann auch zu spielen.
Naja, das waren ja nur optische Veränderungen, die aber auch spielerisch das Spiel leichter machen. So kommen wir nicht mehr mit der Temperatur- und der Sauerstoffleiste durcheinander, der Aufbau geht viel viel schneller und auch beim Spielen wirkt es aufgeräumt. Und die beiden Erweiterungen machen es sowieso in meinen Augen sehr viel besser. Durch Kolonien hat man wirklich die Möglichkeit, fehlendes Kartenglück auszugleichen und strategischer vorzugehen. So kann man ja ne nach Planeten Tiere und Mikroben bekommen, Pflanzen, Karten usw.
Hach, jetzt mag ich das Spiel aber auch noch mehr. Hat wirklich Spaß gemacht und heute haben wir das Spiel dann noch einmal gespielt. Spielen auch immer mit der Solarphase und brauchen dennoch zu zweit 2-3 Stunden.
Terraforming Mars.jpg
Terraforming Mars.jpg (650.58 KiB) 2145 mal betrachtet


Wir haben mit Corinth angefangen. Dem neuen Spiel von Days of Wonder und dann mal ein Würfelspiel. Optisch sehr ansprechend, aber preislich einfach überteuert. Dennoch macht das Spiel Spaß und ist irgendwie interessant. Man würfelt eine bestimmte Anzahl an Würfeln, sortiert sie nach aufsteigender Reihenfolge und bildet Gruppen mit gleicher Augenzahl. Je nachdem, in welcher Reihenfolge die Würfel sind, kann man damit eine entsprechende Anzahl an Waren erlangen, die dann Siegpunkte bringen. Dann gibt es aber noch mehrere Möglichkeiten um andere Strategien verfolgen zu können. So kann man Ziegen und Gold gegen Gebäude mit Boni eintauschen, eine Person weiterbewegen um bestimmte Boni freizuschalten oder man ist als erster der fertige Lieferant von einer bestimmten Ware und kriegt dort Boni. Ist jetzt nicht das beste Würfelspiel aller Zeiten, aber war gerade irgendwie frisch und interessant.

Dann haben wir noch Flügelschlag mit kleiner Aufbesserung gespielt. Statt den winzigen Cubes haben wir passende Vogelhäuser, die optisch das Spiel noch einmal richtig aufwerten und auch viel angenehmer zum Nutzen sind. Die Cubes hat man ja immer in der Hand und setzt damit seine Aktionen und da sie so klein sind, ist das schon ziemlich nervig. Die Vogelhäuser liegen angenehm in der Hand und haben eine gute Größe.
Die Spielrunde war aber leider nicht gut, war noch nie so schlecht. Haben sonst immer zwischen 80-105 Punkte und dieses Mal hatte ich 65 und mein Mann irgendwas um die 80.
Flügelschlag mit Vogelhäusern.jpg
Flügelschlag mit Vogelhäusern.jpg (492.64 KiB) 2145 mal betrachtet


Dann haben wir mal wieder Quacksalber von Quedlinburg mit den Kräuterhexen gespielt. Schlechte Stimmung bleibt weiterhin (siehe letzten Beitrag von mir dazu) und da wir weiterhin vom Verlag ignoriert werden, bleibt das wohl auch so. Haben jetzt alle neuen Rezepte gespielt und einige sind eher nervig als wirklich toll. So ist das rote 6er Buch sogar eher ein Fluch und ich habe den einen gekauften Chip richtig bereut. Das Narrenkraut ist dagegen ganz nett und die Kräuterhexen habe ich bisher eher als möglichen Ausgleich gesehen, doch bei uns hat es sogar noch eher die Abstände zwischen den Spielern vergrößert. So hatten wir in dieser Runde eine Hexe, die einen gekauften Chip umsonst verdoppelt und wenn sich einer von uns den 6er orangenen Chip kaufen konnte, so hatte er direkt 2 und damit war man einfach sofort hinterher. Also sooo begeistert sind wir inzwischen nicht mal von der Erweiterung und dazu noch den ganzen Stress.. Mal gucken, wann wir es wieder auf den Tisch bringen werden.
Quacksalber von Quedlinburg.jpg
Quacksalber von Quedlinburg.jpg (719.7 KiB) 2145 mal betrachtet


Dann haben wir noch neu das Spiel Pyramids von iello gespielt. Wir hatten vom letzten Spielejahr auch das Spiel Orbis und dieses haben wir dann nach einigen Partien verkauft, da es absolut nervig war. Ich mochte zwar die Idee, in Pyramidenform etwas aufzubauen, aber dort musste man immer beim Spielen Ressourcen managen (hinlegen, weglegen, abgeben usw.) und dies hat den Spielfluss dann doch enorm gestört. Pyramids ist von der Idee fast identisch, macht es aber wirklich viel besser und durch weitere Ideen wie einem Sarkophag und einem Obelisken strategischer. Im Endeffekt hat es vom Prinzip Ähnlichkeit zu Roll Player, da man wie dort eins von vier auslegenden Plättchen nimmt, die in aufsteigender Reihenfolge mehr Möglichkeiten (bei Roll Player bessere Würfel) bieten, man aber dann in umgekehrter Reihenfolge Karten auswählen kann. Die Möglichkeiten hier sind das Bauen der jeweiligen Gebäude, denn man darf diese eben nur mit passendem Plättchen bebauen. Die ausgewählten Karten legt man dann entsprechend an. Beim Obelisken versucht man, in jeder Stufe eine bestimmte Farbe einzubauen, denn dies bringt nach Anzahl der Stufen Punkte. Bei der Pyramide möchte man farblich zusammengehörige Strecken bauen und beim Sarkophagen legt man verdeckt Karten und am Ende kriegen dann die Spieler jeweils mit der meisten Anzahl an bestimmten Farben Siegpunkte. Sehr simpel, schnell gespielt aber doch schön strategisch. Und an sich auch ein schönes Design, aber die Rückseite ist umgedreht gedruckt, das hat uns dann doch leicht genervt :D
Pyramids.jpg
Pyramids.jpg (615.73 KiB) 2145 mal betrachtet


Und zuletzt haben wir mal wieder Coimbra gespielt. Seit der Minierweiterung mag ich das Spiel noch mehr und ich bleibe dabei, dass diese das Spiel viel ausgeglichener und noch strategischer macht. Das Spiel bleibt auch weiterhin sehr schön, ist schön produziert (super Material und Inlay!) und macht auch wirklich Spaß. Allerdings ist es schon sehr denklastig und kann zäh sein, da man hier wirklich im Vorfeld schon seine Züge überlegen muss. Aber zu zweit ist das okay und mein Mann und ich spielen das beide nicht so extrem, sodass wir nicht so lange brauchen.
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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Murdock » 9. April 2019, 11:34

Wieder einmal sehr viele schöne Berichte! Auch wenn ich hier fast immer nur mitlese, dafür tue ich das regelmäßig.

@ Maery - wo habt ihr die schönen Vogelhäuser her für Flügelschlag? Meine Frau und ich spielen das aktuell "rauf und runter". Jeder Spieleabend wird damit eingeleitet. Da wären die Vogelhäuser noch das "i"-Tüpfelchen. Aber ehrlich gesagt, warum sind die da nicht Standard mäßig dabei - mhh?

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 9. April 2019, 15:31

@Murdock
Hier haben wir die Vogelhäuser und auch noch einige andere Aufbesserung wie die zu Terraforming Mars her.

Sind in den letzten Nächten übrigens einen Terraforming Mars Virus erlegen. Haben es seit meinem Bericht noch 3 mal gespielt :D Optik macht es halt ^^

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Murdock » 10. April 2019, 15:39

Hallo Maery - danke für den Link. Mal schauen ob sie auch den Weg zu uns finden. Habt ihr von denen auch die "Nahrungs"-Marker oder spielt ihr da mit den originalen?

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 10. April 2019, 20:35

Ne, also das war uns dann zu übertrieben. Wir haben nur Sachen gekauft, die wir als notwendig erachtet haben und es wirklich aufbessern. Die Nahrungschips sind in unseren Augen eigentlich ganz hübsch und die als Marker zu haben, hat für uns keinen Mehrwert. Dagegen sind die Vogelhäuser wirklich praktischer als die kleinen winzigen Cubes. Bei TfM haben wir auch nur die kleinen Dinge gekauft, die Ortschaften finden wir z.B. so schon ganz okay und von der Lagerung auch praktisch, da sehen wir in den 3D Modellen auch keinen Mehrwert.

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Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 14. April 2019, 22:04

Wonderland Xiii zu dritt: „Wonderland Xiii“ ist ein einfaches Set-Collection-Spiel mit Push-Your-Luck-Element. Man muss sich immer entscheiden, ob man tiefer ins Wunderland eintritt und dadurch mehr Karten bekommt. Aber wenn man zu viele gleiche Charaktere hat, verliert man alles aus dem Durchgang. Das Spiel lässt sich auch sehr gut mit Jüngeren spielen. Die Siebenjährige hat zwar an der ein oder anderen Stelle ein paar Fehler begangen, aber die Zufallskomponente ist dennoch so hoch, dass es nur wenig ausmacht und auch erfahrene Spieler einfach Pech haben können. Gefällt mir immer noch sehr gut. (Wertung: 8,0)

Agra zu zweit: „Agra“ ist ein Hardcore-Euro-Game mit Handelsmechanismus in Indien. Das Setting finde ich nicht so erfrischend und etwas beliebig. Im Mittelalter hätte das sicherlich auch genauso funktioniert. Mit seinen Arbeitern stellt man Rohstoffe her. Diese kann man auf anderen Aktionsfeldern dann umwandeln/verbessern. Diese benötigt man entweder, um Aufträge der drei Gilden auszuführen oder Personen anzuheuern, die einem neue Fähigkeiten bringen.

Wir haben nicht zu Ende gespielt, weil wir weg mussten, aber so richtig kam bei mir noch kein Spielspaß auf. Es gab für mich einfach viel zu viele Aktionen, aus denen ich wählen konnte. Teils sind diese auf dem Spielplan auch noch sehr unübersichtlich platziert, sodass man nicht immer sieht, was man eigentlich gerade machen kann. Der Wirtschaftsbaum ist ganz nett, aber A in B wandeln, um dann damit Aufträge zu erfüllen, ist jetzt nicht sonderlich neuartig. Ein bisschen neuer ist, dass man die bereits eingesetzten Arbeiter meditieren lassen kann (hinlegen), dafür Meditationspunkte bekommt, die man für andere Aktionen ausgeben kann. Aber eigentlich ist das nur wieder noch mehr, dass ich mit in meinen Zug mit einbeziehen muss.

Ich würde das Spiel gerne noch einmal zu Ende spielen. Ggf. kommt man ohne die angeheuerten Personen auch aus und es spielt sich dann etwas stringenter. Ggf. ist es dann aber auch zu langweilig und gleichförmig. Einen großen Spannungsbogen sah ich bisher nicht. In Runde 10 mache ich immer noch das Gleiche wie in Runde 1, nämlich Rohstoffe beschaffen/umwandeln oder Aufträge erfüllen. Ich weiß nicht, ob das lange trägt. (Wertung: vorab 7,0)

Indian Summer zu viert: Mit etwas Verzug konnte ich endlich Uwe Rosenbergs „Indian Summer“ spielen. Auf der SPIEL 2017 erschienen, wollte ich es nach Patchwork und Cottage Garden unbedingt mal testen. Jeder hat ein Tableau und muss dort Puzzle-Teile reinlegen und möglichst alles optimal bebauen. Die Puzzle-Teile haben Löcher und wenn man eine Symbol damit abdeckt (sodass es weiter sichtbar ist), erhält man den Bonus, sobald das Areal voll gebaut ist. Damit kann man dann Spezialzüge machen.

Die gezielte Interaktion hält sich in Grenzen. Bis auf eine Sonderaktion, bei dem man anderen Spielern Puzzleteile wegnehmen kann, kommt man sich so gut wie nie in die Quere. Außer zufälligerweise möchte ich ein bestimmtes Teil in der Auslage haben, was mir jemand zufälligerweise vorher wegschnappt. Blöd ist dann, dass ggf. ein Spieler bestimmt, wer gewinnt (Königsmacher-Effekt). Das passierte bei uns leider. Wenn ich eine andere Aktion ausgeführt hätte, hätte mein linker Sitzbachbar das Spiel sofort beendet und gewonnen. So ging es noch eine weitere Runde, jemand anderes beendet und ein weiterer gewann. Insofern läuft es bei mir unter dem Aspekt „Nett“, aber muss ich nicht zwingend nochmal spielen. (Wertung: 6,5)

Altiplano zu fünft: Was für ein Spiel. Wer „Orleans“ kennt, fühlt sich gleich daheim. Aus einem Sack zieht jeder Spieler Plättchen, die er für Aktionen einsetzen kann. Damit plant er seinen Zug, den er danach ausführt und weitere Plättchen bekommt. Aktionen dürfen aber nur an den Orten ausgeführt werden, an denen die Spielfigur steht also muss man deren Bewegung mit einplanen.

Altiplano ist also ein ganz normaler Bag-Builder mit Aktionswahlmechanismus. Die Interaktion ist auch hier wieder eher fast Null. Jeder plant für sich, führt dann seine Aktion aus und was die anderen machen, ist mir fast egal. Es gibt ein, zwei Aktionsfelder, die man nicht beliebig oft durchführen kann (Kanubau, Hausbau), aber sonst kommt man sich einfach nicht in die Quere. Und so spielt jeder für sich, versucht ein gutes Deck/Bag aufzubauen und irgendjemand gewinnt man Ende, nachdem man alle Punkte ausgezählt hat.

Altiplano ist vermutlich das Spiel, in welchem ich am schlechtesten Abschnitt. Der Sieger führte mit 116 Punkten, danach trafen sich drei andere mit 60-64 Punkten und am Schluss folgte ich mit 35 Punkten. Das Spiel ging also völlig an mir vorbei und ich hatte keine Ahnung, dass dem so war. Das ist insofern ähnlich deprimierend wie bei Orleans. Orleans spielte ich bisher zweimal und gewann zweimal – und ich habe keine Ahnung, wieso. In Altiplano schnitt ich extrem schlecht ab – und ich habe keine Ahnung, wieso. Ich würde es noch einmal spielen, wüsste aber nicht so recht, was ich anders machen würde. Ein, zwei Sachen sind mir aufgefallen. Aber die anderen wussten auch nicht so recht, wie sie auf über 100 Punkte hätten kommen sollen.

Daher ist es ein gemischtes Gefühl. Ich würd's nochmal spielen. Dann aber in kleinere Gruppe. Zu fünft ist die Spielzeit etwas hoch. Und dafür, dass ich auch hier wieder in Runde 20 das Gleiche mache wie in Runde 1 (nur ggf. etwas effizienter, weil ich die besseren Plättchen ziehe - aber eigentlich auch nicht, da das Ziehen ja Zufall ist), trägt das die Spieldauer eigentlich nicht. (Wertung: 6,0)

Werwörter zu viert: War wieder lustig, als Bürgermeister Ja/Nein-Fragen zu beantworten und so das Dorf auf den gesuchten Begriff hinzuleiten. Als Werwolf kennt man das Wort versucht falsche Fährten zu legen. Als Seehering Seherin kennt man es auch und versucht gute Fragen zu stellen, aber nicht zu offensichtlich. Denn wenn das Dorf gewinnt, darf der Werwolf die Seherin finden und gewinnt ggf. so noch.

Sehr lustig, sehr kurzweilig, manchmal aufgrund der von der App vorgegebenen Begriffe etwas zu fies. (Wertung: 8,0)

Viticulture Tuscany zu sechst: Es hat einen Grund, wieso Eurogames oft nicht mit so vielen Spielern funktionieren. Die Spielzeit von 3 1/2 Stunden zeigte uns, wieso. In Viticulture bauen wir Weintrauben auf unseren Feldern an, müssen diese ernten in Wein umwandeln, einlagern und später für Aufträge wieder ausgeben. Eigentlich ist es das identische Spielprinzip wie „Agra“ oder tausend andere Euro-Spiele.

Eine Besonderheit ist, dass jede Runde nacheinander über vier Jahreszeiten läuft und man für jede Runde nur wenige Arbeiter (3-5) hat und so genau entscheiden muss, ob man diese eher für später aufhebt. Dieses Vorausplanen für die Runde hat mir sehr gut gefallen. Weniger gefallen (wie beim ersten Spiel vor ca. zwei Jahren) hat mir erneut, dass es sehr zufällig ist, was für Aufträge ich bekomme und ob ich diese erfüllen kann. Wenn ich hauptsächlich Weißwein habe, aber ständig nur Aufträge mit Rotwein ziehe, bringt mir die beste Planung nichts. Der Zufall spielt hier einfach zu sehr mit. Durch andere Karten hat man manchmal noch ein bisschen die Chance andere Weine herzustellen, aber das hilft auch nicht immer.

Das Tempo des Spiel ist anfangs gemächlich, weil sich jeder erst ein Weinfeld aufbauen muss, steigt dann aber immer schneller an, weil man in späteren Runden jedes Mal ein oder gar zwei Aufträge erfüllen kann. Aufgrund des Zufalls der Aufträge kann das aber auch schief gehen und diese sind mitunter unerfüllbar.

Insgesamt hat mir Viticulture besser gefallen als in der ersten Partie. Und ich würde es wieder spielen, aber nicht in einer so großen Besetzung. Und wenn der Zufall dann wieder so arg zuschlägt, war es ggf. auch die letzte Partie. (Wertung: 7,0)

Die Kutschfahrt zur Teufelsburg zu sechst: Es ist fies, ein Spiel schlecht zu bewerten, wenn es falsch gespielt wird, aber wir waren alle froh, als es endlich vorbei war. In Kutschfahrt gibt es zwei Geheimorden, deren Mitglieder sich aber nicht kennen. Beide Seiten müssen ihre Mitglieder finden und zusätzlich 3 Gegenstände (Kelche oder Schlüssel) in ihren Besitz bringen. Hierzu greifen sie sich an und oder tauschen Karten und erfahren so etwas voneinander – oder auch nicht. Denn es wurde leider vergessen, zwei wichtige Tauschkarten auszuteilen, die uns zusätzlich noch mehr Karten gegeben hätte. Und so wussten wir nach gut vier Runden, wer mit wem zusammenspielt, aber die blöden Gegenstände fehlten und kamen auch einfach nichts ins Spiel. Und so zog sich das Spiel und zog sich. Mein bescheuerter Spielehrgeiz verbot es mir, einfach das Spiel zu beenden, indem ich unsere Gegenstände falsch ansagte, aber ich machte echte drei Kreuze, als es vorbei war. Und so bekommt das Spiel auch eine schlechte Wertung, für die es kaum etwas kann. (Wertung: 3,0)


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