Beitragvon Erhard Portner » 4. April 2000, 20:39
Ich glaube, letztlich werden Spiele immer Geschmacksache sein. Ob ein Spiel als "gut" empfunden wird, dürfte von persönlichen Stimmungen, von den Mitspielern und von vielerlei anderen Faktoren abhängen.
Ich denke, wir haben doch alle schon die Erfahrung gemacht, dass ein und dasselbe Spiel einmal als spannend, interessant, lustig oder wie auch immer positiv empfunden wird, und zu einem anderen Zeitpunkt - sei es, weil wir oder unsere Mitspieler anders "drauf" waren - als weniger interessant angesehen wird. Ich denke, allgemein gültige Kriterien, wie ein "gutes" Spiel sein muss, lassen sich nicht aufstellen.
Es gibt unendlich viele Leute, die wahnsinnig gerne "Uno" spielen, und andere Leute finden ihre spielerische Erfüllung nur in Spielen wie "18xx" oder "Civilization". Dritte mögen ausschließlich nur "Schach" und sonst nichts. Wiederum andere finden grundsätzlich alle Spiele "blöd" und die Beschäftigung damit als reine "Zeitverschwendung". Wer möchte hier richten?
Ein weiterer Gesichtspunkt kann in diesem Zusammenhang übrigens auch das Spielmaterial sein. Manche Leute - dazu gehöre auch ich - empfinden den Umgang mit schönem Spielmaterial als ästhetischen Genuss. Wenn Ästhetik und Spielspass bzw. Spielwert Hand in Hand gehen, ist das schon mal ein großer Vorteil.
Um nicht missverstanden zu werden: Ich finde Spieleauszeichnungen durchaus gut und wichtig, weil sie (neben anderen Gründen) für weniger sachkundige Käufer im Allgemeinen eine gute Kaufhilfe darstellen. Abgesehen von einigen allgemein geltenden Gesichtspunkten wird den Kriterien, nach denen ein Spiel prämiert wird, letztlich aber immer auch ein persönliches subjektives Werturteil zugrunde liegen.
"Wissenschaftlich" zu bestimmen, was ein "gutes" Spiel ist, das dürfte nicht möglich sein. Spiele sind so vielfältig wie die Menschen und das Leben. Und das ist gut so!
Mit verspielten Grüßen Erhard