Beitragvon Roman » 1. November 2000, 03:19
Hi Mario,
>Letztlich ist Spielen auch ein Flucht aus der Realität. Denn was hat eine Welt
aus Kunstregeln schon mit dem wirklichen Leben zu tun? Insofern ist der
Vorwurf, diese Freizeitgestaltung sei kindisch absolut berechtigt.<
So, wie Du in diesem Punkt recht haben magst, so trifft er doch auch auf andere Hobbies zu. Was ist realistisch an Tennisspielen, Kinobesuchen, Musikhören, Modelleisenbahnen, dem Verschlingen von Büchern oder 4h Stunden Fernsehkonsum pro Tag?
Ich finde, dass Spielen durchaus auch was Kommunikatives und Kreatives hat, und nachdenken darf man auch mal. Insofern ist doch zumindest nichts schlechteres darüber zu sagen als über andere Hobbies. Übertreiben kann man's überall, und dann wird's zur Sucht oder Realitätsflucht. Das haftet aber nicht dem Spielen an sich an, und ich finde Spielen weniger kindisch als andere Beschäftigungen. Oder es ist in der Tat kindisch im positiven Sinne, nämlich unterhaltsam und kreativ zugleich und hält nebenbei geistig fit. Obwohl letzteres natürlich oftmals "ideologisch" verbrämt und überbewertet wird als Rechtfertigung für ein unterhaltsames Hobby, eben weil es von manchen als kindisch angesehen wird.
Wenn mir jemand sagt, dass Spielen kindisch sei, und sich dann lieber täglich Lindenstrasse oder Big Brother ansieht, kann ich das z.B. nicht sonderlich ernst nehmen. Ist alles, was nicht ernsthaftes Arbeiten und passives Konsumieren ist, kindisch? Dann will ich lieber öfter mal kindisch sein - natürlich nicht immer ;-)
Ciao,
Roman