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Spielepreise

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Achim

Spielepreise

Beitragvon Achim » 12. November 2000, 15:03

Nachdem immer wieder heftig zum Thema Spielepreise im Sinne von Auszeichnungen diskutiert wird, denke ich meine Meinung dazu auch der Welt mitzuteilen.
Es ist unbestritten, dass Spielepreise den Absatz fördern und somit auch ihre Verbreitung. Einigen Verlagen hat dies sicherlich schon ihre Existenz gerettet, somit das "Futter" für uns Spieler.
Für Gelegenheitsspieler als Kaufentscheidung mag ein Spielepreis auch ausreichen. Für Leute, die im Spielen ihre Passion gefunden haben reicht dies selbstverständlich nicht. Hier hilft nur Ausprobieren und sich eine eigene Meinung bilden.
Ich persönlich halte alle Preise für manipuliert und für meine Person als Kaufentscheidung so wichtig wie ein Kropf. Zum Einen haben Preisvergaben bestimmte Voraussetzungen, die nicht allgemein nachvollziehbar sind und auch meist nicht jedem bekannt sind (z.B. Ethik,Familienspiel,Zeitpunkt der Einreichung etc). Zum Anderen reichen die Stimmabgaben nicht zu einer allgemeinen Meinung. Und unbestreitbar ist, daß nicht alle Spiele gespielt werden sondern nur einige wenige.
Da dies höchstwahrscheinlich fast allen Spielern im Forum bekannt ist, verstehe ich die ganze Aufregung überhaupt nicht. Zudem wiederholt sich das Ganze jedes Jahr wieder aufs Neue. Ist es Euch den wirklich so wichtig, dass das Spiel das Euch gerade so gut gefällt auch irgendeinen Preis bekommen hat. Für mich ist das reine Zeitverschwendung und s..egal.
Einen Vorteil von Spielepreise hätte ich beinahe vergessen: Das Spiel des Jahres kann man nach Bekanntwerden zum halben Preis kaufen. Ich würde daher den Preis umtaufen in Halbpreis des Jahres.
So jetzt hat jeder was zum diskutieren. Vergesst das Spielen aber nicht dabei.
Gruß Achim


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peer

re: Spielepreise

Beitragvon peer » 13. November 2000, 15:16

Hi Achim,
jeder mag zu Preisen stehen, wie er will. Aber ein Argument darfst du nicht vergessen:
Ohne SdJ gäbe es deutlich weniger Spieler. Ich bezweifle z.B. stark, dass ein Siedler von Catan diese Verbreitung gefunden hätte, wäre es nicht SdJ geworden. Und dem Erfolg ist es zu verdanken, dass der Spielemarkt wieder neu belebt wurde und sich jetzt auch wieder Verlage wie Ravensburger trauen, anspruchvolles auf den Markt zu bringen. Ein La Cita wäre m.E. nicht bei einem großen Verlag wie Kosmos erschienen, wenn nicht der Beweis da wäre, dass es einen solchen Markt gibt. Denn mal ehrlich: Kein Spiel rechnet sich, wenn es nur von Spielefreaks gekauft wird. (Den Einsendungen zum DSP zufolge, sind es ungefähr 300 :-)
ciao,
Peer

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Adam

re: Spielepreise

Beitragvon Adam » 16. November 2000, 21:39

>Ich bezweifle z.B. stark, dass ein Siedler von Catan diese Verbreitung gefunden hätte, wäre es nicht SdJ geworden<
Mir scheint diese Argumentation genau falsch herum. Bis Catan hielt ich (jedwede) Auszeichnung eher für lästig. So auch als ich zum ersten Mal die Siedler in Händen hielt. Da pappte auch schon der SdJ-Pöppel drauf. Ich habe es dann doch gekauft. Blind. Allein aufgrund der Information, die auf der Rückseite aufgedruckt war (die Motivation hierzu ist eine andere Geschichte).
Kauf getan, sofort eine Spielerrunde zusammengetrommelt (damals ging das noch), und ich war hellauf begeistert. Von hier aus, so meine Beobachtung, breitete sich nach einigen Wiederholungen das Spiel wie eine Kreiswelle in alle Himmelsrichtungen aus(Interferenzen gab's auch, schließlich war ich nicht der einzige Wellenerzeuger).
Offensichtlich ist es so, daß die Siedler von Catan eine solche innere Qualität aufweisen, daß das Spiel auch ohne Auszeichnung ein Renner geworden wäre.
Es läßt sich auch ein statistischer Beweis führen, schließlich gab es Spiel des Jahres schon weitere fünfzehn Spiele vorher und nun fünf Spiele nachher und kein zweites konnte den Erfolg verbuchen, der Siedler zuteil wurde.
Unbestritten generiert SdJ Umsatz. Möglicherweise um 100.000 Stück oder mehr erhöhten Absatz. Unbestritten auch, daß bei - sagen wir - 500 hergestellten Exemplaren (wie ich erschreckt bei Roads & Boats feststellen mußte, schnell noch eines ordern) die Auszeichnung den Unterschied bedeutet zwischen Zuschußgeschäft und echter Wirtschaftstätigkeit. Nur bei Siedler fiel und fällt das kaum ins Gewicht (Kosmos wird sich trotzdem freuen).
Ich hege daher die Vermutung, daß nicht nur die Auszeichnung für das Spiel wirbt, sondern auch der/die Preisträger für die Auszeichnung. Das gilt nicht nur für Spiel des Jahres, sondern natürlich auch für Deutscher Spielepreis, Fairplay, etc.
Nur wenn ich "gute" Spiele empfehle, die auch angenommen werden, (durch Auswahl-, Nominierungsliste, Preisträger) wird meine Empfehlung, meine Kompetenz auch anerkannt, mein Ansehen steigt. Insofern werben die Spiele eben (auch) für den Auszeichnenden.
Schlußwort: Ist die Jury Spiel-des-Jahres nach Catan in meinem Ansehen stark gestiegen, so ist sie mit Missisippi Queen auch wieder rapide gefallen. Wie gewonnen, so zerronnen. Es ist halt doch kein Verlaß auf die Jungs (und Mädchen). Muß ich mich halt an verschiedene Rezensionen und dieses Spielerforum halten.
Spielt
Adam


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