Beitragvon Roman Pelek » 24. November 2000, 13:56
Hi Ralf,
>Das ist ja wohl der absolute Hammer! Wenn der Verlag dies unterstützt habe ich dafür kein
Verständis. Ich bin gespannt auf die nächste Spielbox und hoffe, daß Morisi im
Essen-Report erwähnt wird. Wenn nicht wissen wir ja jetzt warum.<
Ich bin da auch mal gespannt - ich fand die geschilderte Szene auch recht frech. Es ist zwar üblich und okay, dass Verlage oder renommiertere Online-Publikationen nachfragen, ob sie für Tests kostenlose Exemplare bekommen, da sie ja auch Werbung damit machen - und im Falle mancher unentgeltlicher Rezensionen auch sonst nix davon haben. Aber bei einem Kleinstauflagenspiel sollte der Kauf dessen kein Hindernis sein, schliesslich will sicher der eine oder andere Tester das Spiel gerne auch privat besitzen...
>Aber für einen einfachen Report braucht man kein Freiexemplar.<
Das schon mal gar nicht, insofern teile ich Deine Meinung, was obige Szene angeht.
>Ich bin der Meinung, daß es von solchen Vorraussetzungen, bis hin dazu,
daß man sich für eine gute Kritik bezahlen läßt, nurnoch ein kleiner Schritt ist.<
Wenn man sagt, dass man ein Spiel dann noch nicht einmal erwähnt - leider ja.
>Und die
Unabhängigkeit der Spielezeitschriften ist ja auch schon durch Ihre Abhängigkeit von
Inserenten (bis hin zum Verkauf des Titelbildes) in Zweifel gestellt.<
Nuja, das ist das alte Dilemma sämtlicher Testpublikationen - das ist z.B. im Hifi-Sektor, in dem ich mich recht gut auskenne, genauso. Da wird auch gefeilscht um Leihgeräte, "Referenzgeräte" - also Dauerleihgaben oder "Geschenke" etc. Nicht selten ist ein guter Test auch davon abhängig, wie gut das Verhältnis zum Vertrieb/Hersteller ist. Am deutlichsten zeigt sich das meistens durch "Nichtbeachtung" von Produkten, bei denen man sich mit Hersteller/Vertrieb nicht so einig wird... Bei Hifi geht das soweit, dass ich Testpublikationen in diesem Sektor nicht auch nur ansatzweise ernst nehme, seit ich manche betreffenden Personen und die Hintergründe kenne.
Beim Spielesektor ist das m.E. wohl nicht so schlimm, zumindest kann ich die Besprechungen diverser Publikationen fast alle nachvollziehen.
Wobei es im Prinzip bei Spielen auch wirklich lächerlich ist - ein Kleinverlags-Spiel zum Testen zu kaufen kostet meist nicht mehr als 50DM; bei Hifi z.B. kann sowas dann eher auch mal mit 100.000DM zu buche schlagen...
Will sagen: Spieleverlage mit größeren Auflagen sind durchaus im eigenen Interesse gut beraten, auch Freiexemplare für renommierte Publikationen rauszugeben, aber von Kleinverlagen sowas als Bedingung für einen Test zu verlangen (Anfrage ist ja okay), nuja, wäre mehr als unfein.
>Sollte sich die Szene wie von Corné geschidert abgespielt haben und hier kein
Mißverständnis vorliegen, so ist das schlichte Erpressung. Der Verlag sollte hier unbedingt
nachforschen und bei dem Mitarbeiter entsprechende Konsequenzen ziehen.<
Ich hoffe mal, dass dies nur eine überreizte Aussage eines messegestressten Mitarbeiters war und nicht von der Berichterstattung oder einem Test abhält. Ich wollte halt mal Cornés Kommentar hier posten, damit sich auch andere ein Bild davon machen können... Mein Vorschlag: abwarten, was draus wird, und dann urteilen. Wir wissen ja jetzt, worauf wir zu achten haben :(
Ciao,
Roman