Beitragvon Roman Pelek » 15. Dezember 2000, 10:39
Hallo,
nachdem es sich bei uns (glücklicherweise :) mittlerweile eingebürgert hat, dass wir nach getaner Arbeit an der Uni uns gerne 2-3x/Woche auf 1-2 Spielchen in unserer Fachschaft treffen, ist mir so einiges aufgefallen, wo mich Eure Meinung/Erfahrung mal interessieren würde.
Zum einen ist das die Sache, wie Leute auf so ein mehr oder minder "öffentliches" Spielen reagieren. Da gibt es viele interessierte Gesichter a la "oh, was ist denn das? Neues Spiel?" Aber wenn man sich dann die Mühe macht, jemanden erklären zu wollen, worum es geht bzw. jemandem anbietet, doch mal kurz mitzuspielen, kommen oft ganz "nette" Kommentare wie "och nee, für sowas hab' ich jetzt keine Zeit" (lies: meistens kein Interesse) oder die allseits geliebten "Siedler-Referenzen" wie (hier meine Favoriten): "Das Spiel hat ja Häuschen, das machen anscheinend jetzt alle seit Siedler (Doge)", "Das ist ja wohl 'Siedler für Arme'" (Morisi), "Das mit dem Bauen und den Sechseckfeldern ist ja wohl wie Siedler (Java)". Ansonsten gibt's noch die anderen "Härtefälle", die sich IMMER interessieren, aber bei Nachfrage dann "doch lieber Doppelkopf oder Magic" spielen gehen (grmpf).
Natürlich gibt's auch Leute, die das nicht so sehen, und gerade die sind auch zum Mitspielen zu motivieren - meistens mit Spass. Aber auch und gerade die, mit denen wir öfter oder oft spielen, sind nicht ganz pflegeleicht. Statt sich zu freuen, dass sie die Spiele frei Haus geliefert und erklärt bekommen, gibt's dann auch öfter mal Nachfragen "Mensch, müsst Ihr Geld haben, um Euch die ganzen Spiele kaufen zu können..." (leichter Unterton: "Spinner" ;-). Da ich dann liebend gerne anbringe, dass ich gar nix dagegen hätte, wenn sich jemand anderes mal Spiele kaufen würde, herrscht dann meist leider nur betretenes Schweigen. Das ganze gipfelt dann zu anderen Gelegenheiten in so "verwöhnten" Aussagen wie "Och, wieso hast Du Spiel XY heute nicht dabei?" (Soll ich etwa jedesmal meinen gesamten Hausrat auf Verdacht mitschleppen?!?) oder "Och, das Spiel haben wir jetzt schon 2x gespielt, ich will was neues/anderes".
Ich will jetzt nicht damit sagen, dass mir das Spielen deswegen keinen Spass mehr macht (im Gegenteil bin ich froh, öfter mal ein Spiel anbringen zu können und fast immer spontan interessierte Mitspieler zu finden); nur manchmal könnte ich gewissen Leuten für ihre unüberlegten Kommentare wie oben "ins Genick springen". Da leider auch momentan in unserer Fachschaft wg. anderer dringender Ausgaben kein Geld da ist, kann ich leider auch nicht dahingehend Einfluss nehmen, dass da auch mal wieder neue Spiele angeschafft werden - so dass es doch darauf hinausläuft, dass wir privat die Spiele kaufen und halt mitbringen (Spielerkrankheit Bandscheibenvorfall? ;-)
So, jetzt wisst Ihr, wie's bei uns oft abläuft (neben privaten Spieleabenden natürlich, aber die sind unproblematischer) - wie geht es denn Euch? Habt Ihr die Spieleanschaffung irgendwie geregelt, spielt ihr alle richtig in "Clubs" oder geht's Euch ähnlich wie mir, dass Ihr als Spiele-"Spinner" Euch informiert und kauft, und die anderen nur mitspielen? Ansonsten: wie geht's Euch, wenn Unbeteiligte zuschauen/sich interessieren. Auch immer die gleichen blöden "Siedler" u.ä. Kommentare? (Ja Micha, ich weiss, Dir geht's genauso beim Spieleerklären :)
Ciao,
Roman (finanziell und nervlich gebeutelt, aber trotzdem mit Spass dabei)