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Regeln studieren - Regeln erklären

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ralf Bielenberg

Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Ralf Bielenberg » 19. Dezember 2000, 15:27

Hallo,
Roman hat in einem anderen Posting in Verbindung mit "Kings & Things" ein Thema angeschnitten, welches ich recht interessant finde:
>>Aber ansonsten beobachte ich das immer öfter, wenn ich neue Spiele erkläre - da bin ich mehr mit Erklären beschäftigt als mit Spielen.<<
Ich selbst raufe mir hin und wieder auch die Haare (die paar, die noch da sind) wenn ich zum Beispiel bei einer Partie Robo-Rally einem(r) Mitspieler(in) zum hundertsten Mal sie Eigenschaften von Förder- bzw.Expressbändern erklären soll, während ich selber gerade das Programm meines eigenen Robots am durchdenken bin, durch die Frage völlig rausgerissen werde und dann völlig entnervt von vorn anfangen kann. Da ich annehme, dass die meisten hier, ähnlich wie bei mir, die Regeln selbst durchlesen und dann anderen -vielleicht Gelegenheitsspielern - erklären (MÜSSEN - sonst wollen die nur wieder Siedler spielen)wüsste ich gerne, auf welche Probleme ihr damit so stosst.
Gruss
Ralf (nicht immer - aber immer öfter genervt von Hundertmalnachfragern)

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Volker L.

re: Regeln studieren - Regeln erklren

Beitragvon Volker L. » 19. Dezember 2000, 15:53

Zum Glueck bin ich bei meinen Freunden von dem hier
oft erwaehnten Siedler-Syndrom verschont. Wenn ich die
Gaeste frage, ob sie einen bestimmten Wunsch haben, was
gespielt werden soll, kommen zwar oefters Vorschlaege
wie "Ursuppe, das hat mir immer gut gefallen", "koennen
wir nochmal das mit den Eisenbahnen spielen (Union
Pacific)" oder "El Grande, das haben wir schon lange
nicht mehr gespielt, aber gluecklicherweise keine
Fixierung auf einzelne Spiele. Oder sie fragen, was ich
denn seit dem letzne Mal neues bekommen habe, davon
soll ich eins aussuchen.
Soweit zur Motivation. :-)))
> ... die Regeln selbst durchlesen und dann (...)
> erkläaeren (...) wueüsste ich gerne, auf welche
> Probleme ihr damit so stosst.
Das groesste Problem, auf das ich stosse, ist, dass ich
nicht gut Spielregeln erklaeren kann. Besonders, wenn
ich die Regeln recht gut kenne, wird's gefaehrlich, da
dann immer die Gefahr besteht, dass ich vergesse, etwas
zu erwaehnen, was mir unterbewusst klar ist. Ausserdem
neige ich dazu, solche Sonderfaelle dann zu erzaehlen,
wenn sie mir gerade einfallen, auch wenn es didaktisch
besser waere, das erst spaeter zu sagen.
Daher versuche ich immer, das Regelheft "durchzuarbeiten",
d.h. einen Absatz (stumm) lesen, in eigenen Worten laut
zusammenfassen, dann den naecshten Abschnitt usw.
Falls die Regeln des Spiels dafuer zu umfangreich sind
UND ich vorher weiss, dass dieses gespielt werden soll,
bemuehe ich mich, allen Mitspielern einige Tage vorher
Fotokopien der Regeln zu geben. Die lesen sie zwar i.A.
nicht wirklich durch, aber ueberfliegen sie meistens,
so dass sie zumindest eine grobe Ahnung vom Spielablauf
haben und das Erklaeren dann nicht mehr ganz so lange
dauert. Und nicht zu vergessen: wenn die Strategie
eines Mitspielers nicht funktioniert wegen einer
Sonderregel (z.B. zahlenmaessige Beschraenkung von
irgendwas oder Verbot, zwei konkrete Objekte gleichzeitig
zu benutzen), die zu erklaeren vergessen wurde, bin ich
nicht allein schuld, denn er HAETTE es ja lesen koennen
und dann haette er's gewusst. :-)))
Gruss, Volker

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Marc Gallus
Kennerspieler
Beiträge: 363

re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Marc Gallus » 19. Dezember 2000, 16:11

Hallo Ralf!
Als angehender Lehrer muß ich eigentlich bei auftauchenden Fragen zunächst einmal die Schuld bei mir selbst suchen. DU solltest Dich also fragen, welche Regeln Du also nicht genug veranschaulicht hast. Jeder Regelsatz sollte, da die meisten Menschen
eher visuell geprägt sind, an einem guten Beispiel erklärt werden und das in einem angemessenen Tempo. Die meisten mir bekannten "Spiel-Erklärer" schaffen es, Spielregeln à la Zeitalter der Renaissance innerhalb von nur 10 Minuten zu erklären und wundern sich dann, daß etliche Fragen offenbleiben. Zudem sind Erklärungen oft eine Ansammlung vieler unnötiger Wortansammlungen, die den Zuhörern zusätzliche Verständnisprobleme bereiten.
Natürlich gibt es Leute, die eine extrem schlechte Auffassungsgabe haben, aber die sind doch (meiner Meinung nach)eher selten anzutreffen.
Einen Sachverhalt jeglicher Art wirklich "gut" zu erklären ist mindestens genauso anspruchsvoll,wie ein komplexes Brettspiele zu spielen.
Also laß Dich nicht aus der Fassung bringen und denk dran üben, üben, üben....
Gruß
Marc (Der eigentlich Spiele und französische Grammatik gerne erklärt)
Meine Promoliste zum Tauschen und Verkaufen: https://www.spiele-offensive.de/Liste/P ... 459-0.html

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Robert Vötter

re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Robert Vötter » 19. Dezember 2000, 16:14

Das größte Problem ist für mich, wenn ich eine Regel erkläre, daß andere Spieler, die auch das Spiel kennen, zwischendrinnen auch noch erklären anfangen. Somit herrscht Chaos.
Letzte Woche war ein Bekannter bei mir und ich wollte mit ihm Siedler von Catan spielen. Er kannte dieses Spiel nicht (Auch solche Leute gibt es) und ich mußte es ihm erklären. Es erwies sich als sehr schwierig, weil eigentlich jeder schon Siedler spielt und relativ die Regeln kennt. Aber komplett neu erklären ist sehr schwer, weil man es schon lange nicht mehr gemacht hat.
Gruß Robert

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Carsten Wesel

re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Carsten Wesel » 19. Dezember 2000, 16:25

Ralf - dem soll ich antworten, wo der immer so böse zu mir ist? Ich denke ich schreibe lieber für die anderen - die sind wenigstens lieb. Ralf kann dann ja unauffällig mitlesen.
Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, daß ich von mehr Spielen die Regeln kenne, als meine Mitspieler - daher erkläre ich die Spiele so gut wie immer. Ich gehe schon davon aus, daß ich es machen muß und bin inzwischen so weit, daß ich es gerne mache, da ich somit wenigstens den Funken einer Chance habe, aus Selten- oder Nichtspielern in ferner Zukunft mal Vielspieler zu machen und sie dann dauerhaft zu rekrutieren.
Inzwischen fragt meine Freundin mich aber auch ab und zu, ob sie dieses oder jenes Spiel erklären soll - wenn sie sich sicher fühlt. Dann muß ich nur aufpassen, daß ich nicht zu früh dazwischen rede und ihr auch die Chance gebe erstens zu erklären und zweitens Unklarheiten im Erklärungsverlauf selber zu klären (Aber das ist eine andere Sache - ich arbeite an mir)
Gruß Carsten (Kann aus den Kopf "Mensch ärgere dich nicht" erklären (Ja, auch dir Ralf))

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Ralf Bielenberg

(OT)re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Ralf Bielenberg » 19. Dezember 2000, 16:48

Lieber Carsten,
wie kann ich meine Boshaftigkeiten einem so geschätzten Forumsteilnehmer wir Dir gegenüber jemals wieder gut machen? Nichts lag mir ferner, als Dich zu verärgern.
Im Prinzip erkläre ich auch ganz gerne die Regeln, es ist halt nur so, dass ich mich nach dieser Phase ganz gerne auf mein eigenes Spiel konzentriere. Wenn ich dann aber ständig mit Fragen konfrontiert werde (wahrscheinlich hat Marc hier recht, und ich habe die Regel einfach nicht anschaulich genug erklärt) verliere ich meine Konzentration und dann halt auch das Spiel (Ist natürlich nicht schlimm, Hauptsache Spass gehabt). Aber Du hast natürlich recht - eigentlich sollte ich mich nicht beklagen sondern froh sein, wenn man überhaupt ein paar Leute findet, mit denen man verschiedene Spiele ausprobieren kann.
Gruss
Ralf ("Mensch ärgere Dich nicht" erklär mal - Ist das wie Siedler?)

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Carsten Wesel

(OT) Mädn

Beitragvon Carsten Wesel » 19. Dezember 2000, 17:08

> Mensch ärgere Dich nicht" erklär mal - Ist das wie Siedler?
Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!
...und erverschwand schreiend..... .... ... .. .

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Volker L.

re: (OT) Mdn

Beitragvon Volker L. » 19. Dezember 2000, 18:08

> Mensch ärgere Dich nicht" erklär mal - Ist das wie Siedler?
Hmmmm, jeder Spieler hat mehrere Holzpoeppel einer Farbe, wobei jedem Spieler eine andere Farbe zugeordnet
ist. Die Form der Poeppel erinnert stark an den Raeuber
(nur etwas kleiner). Wuerfel sind auch drin...
Mann-o-mann, die haben aber ganz schoen abgekupfert bei
den Siedlern!!
:-)))
Gruss, Volker

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Gabs

re: Spielerischer Ehrgeiz?

Beitragvon Gabs » 19. Dezember 2000, 19:32

> verliere ich meine Konzentration und dann halt auch > das Spiel (Ist natürlich nicht schlimm, Hauptsache
> Spass gehabt).
...schrieb ralf. und dabei fällt mir ein thema ein, was ich ganz interessant finde:
wie wichtig ist es euch beim spielen auch zu gewinnen?
ich denke deshalb daran, weil doch immer wieder das phänomen auftritt, daß ein spieler (meistens ists aber eine spielerin, ohne hier vorurteile postulieren zu wollen) dabei ist, der zwar ganz gerne spielt, aber nicht den ehrgeiz entwickelt auch zu gewinnen. dh. er versucht eben nicht in jedem zug das bestmögliche rauszuholen, geschweige denn die mitspieler so sehr wie möglich zu ärgern... und das nervt mich wiederum gewaltig... gerade bei einem strategiespiel, wenn man dann hinterher das gefühl hat, spieler x hat nur gewonnen weil spielerin y ein paar chancen verpaßt hat ihm eins auszuwischen...
mir persönlich ist es deshalb auch wirklich wichtig ein spiel zu gewinnen (bei einem glücksspiel versucht man halt den evtl. vorhanden rest an strategiemöglichkeiten voll auszunutzen), und wenn ich dann verliere (besonders bei 2-personen-spielen) muß dann normalerweise auch eine revanche ausgetragen werden... und wie michael knopf das so schön in seinem buch beschreibt: richtig spaß machts doch erst, wenn andere sich so richtig schön ärgern... :))
gruß,
gabs

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Volker L.

re: Spielerischer Ehrgeiz?

Beitragvon Volker L. » 19. Dezember 2000, 20:01

> wie wichtig ist es euch beim spielen auch zu
> gewinnen?
Ich moechte beim Spiel Spass haben und dabei moeglichst
gewinnen, in dieser Reihenfolge.
Angenommen, wir sind zu sechst und spielen 5 Spiele.
Wenn ich dreimal gewinne und zweimal zweiter werde,
freue ich mich wie ein Schneekoenig.
Wenn ich einmal gewinne, dreimal zweiter und einmal
vierter werde, bin ich ganz zufrieden.
Wenn ich zweimal dritter und dreimal letzter werde,
sage ich mir: "War trotzdem ein schoener Abend".
Aergern tue ich mich eigentlich nur dann, wenn ich
durch eigene Fehlentscheidungen einen moeglichen Sieg
verschenke oder mir das Pech an den Fingern klebt
(ich kriege staendig die schlechten Ereigniskarten,
wuerfle fast nur schlechte Werte etc.).
> ...gerade bei einem strategiespiel, wenn man dann
> hinterher das gefühl hat, spieler x hat nur gewonnen
> weil spielerin y ein paar chancen verpaßt hat ihm eins
> auszuwischen..
Ich kenne natuerlich Deinen Freundeskreis nicht, aber
sowas muss nicht unbedingt auf fehlendem Ehrgeiz
beruhen, es kann auch sein, dass ein(e) Spieler(in)
einfach nicht so agressiv eingestellt ist. Bei
Eroberungsspielen tendiere ich selbst zum Beispiel eher
dazu, erstmal meinen Besitz gut zu verteidigen und
verhaeltnismaessig langsam zu expandieren, waehrend
andere gleich losziehen und in Kauf nehmen, dass sie
in 95% der Faelle das eben eroberte oder ein anderes
ihrer Gebiete wieder zu verlieren.
Was mich im Zusammenhang mit dem Gewinnen-wollen sehr
aergert, sind Spieler, die im fruehen Stadium des
Spiels (z.B. in der dritten Runde eines auf 10 Runden
ausgelegten Spiels) die Alles-Oder-Nichts-Schiene
fahren und einen sehr riskanten Zug machen, wo sie mit
50%iger Wahrscheinlichkeit Erfolg haben und dann
praktisch uneinholbar fuehren, waehrend in den anderen
50% der Faelle die Sache schief geht und der
betreffende Spieler aussichtslos abgeschlagen ist.
Und noch mehr wurmt es mich, wenn ich durch derartige
Manoever gezwungen werde, selbst ueberaus riskant zu
spielen.
Gruss, Volker

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Gerhard Passler
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Beiträge: 554

re: Spielerischer Ehrgeiz?

Beitragvon Gerhard Passler » 19. Dezember 2000, 20:39

Auch ich spiele zunächst einmal, um Spaß zu haben und erst in zweiter Linie um zu gewinnen.
Natürlich freue ich mich über jeden errungenen Sieg und besonders dann, wenn es sich um ein komplexeres Spiel gehandelt hat und zudem noch sehr spannend verlaufen ist.
Im Grunde ist mir aber bei einem bis zum letzten Augenblick spannenden Spiel ein zweiter oder auch dritter Platz lieber, als ein Sieg, der schon bei der Hälfte des Spieles mehr oder weniger feststand.
Weiters zählt für mich ein Sieg bei einem "großen" Spiel (z. B. Ursuppe, Euphrat & Tigris, Serenissima) mehr, als bei einem "kleinen" Spiel" (z. B. Entdecker, Drachtendelta, Crazy Race).
Ärgern tue ich mich vor allem über solche Spieler, die, sobald sie keine Siegchance mehr haben, keinen Einsatz mehr zeigen, einfach irgendeinen Zug machen, und so eventuell einen anderen Spieler um die Siegchance bringen bzw. zum Sieg verhelfen. Da könnte ich dann regelrecht aus der Haut fahren ... Ich halte mich dann aber immer vornehm zurück, da ich die sonst schon wenigen Mitspieler nicht auch noch vergraulen möchte.
Viele Grüße
Gerhard

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Gerhard Passler
Kennerspieler
Beiträge: 554

re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Gerhard Passler » 19. Dezember 2000, 20:54

Hallo!
Bei einem neuen Spiel studiere ich meistens die Regeln schon Tage vorher und bin dann am Spieleabend schon relativ gut vorbereitet.
Beim Erklären der Regeln habe ich dann immer so meine Schwierigkeiten, da ich ganz gerne die Reihenfolge nicht einhalte und auch die eine oder andere Kleinigkeit vergesse.
Wir machen das aber ohnehin meistens so, dass ich zunächst nur ganz kurz (5 bis 10 Minuten) die Grundprinzipien des Spieles erkläre. Danach tragen wir ein "Probespiel" (so nennen wir das immer) aus, während dem ich zu jedem Zug und zu jeder Spielsituation die weiteren erforderlichen Erklärungen abgebe. Nach ein paar Runden - je nach Schwierigkeit des Spieles - brechen wir das Probespiel ab, jeder der noch irgendwelche Fragen hat, meldet sich und dann beginnen wir das "richtige" Spiel.
Eventuell auftretende Regelfragen erkäre ich natürlich auch im "richtigen" Spiel jederzeit gerne.
Mit diesem System sind wir bis jetzt eigentlich immer recht gut gefahren.
Viele Grüße
Gerhard

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Gustav der Bär

re: (OT) Endlich: Die Erweiterungen für Mädn

Beitragvon Gustav der Bär » 20. Dezember 2000, 05:58

Es sind ja sogar zwei Erweiterungen erschienen:
Bei "Seefahrer ärgere dich nicht" kann man kleine Papierschiffchen falten und damit Abkürzungen quer über´s Brett nehmen.
Bei "Ritter ärgert euch nicht" kann man kleine gelbe Tore vor seine Zielfelder stellen und ab und zu landen die Barbaren und schmeißen den Pöppel, der am nächsten am Ziel ist, mit großem Hallo vom Brett auf den Teppich.
Was aus den seit langem angekündigten historischen Szenarien "Pharao ärgere dich nicht" und "Alexander ärgere dich nicht" geworden ist, weiss allerdings nicht genau ...
... Gustav der Bär

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Stephan G.

re: Spielerischer Ehrgeiz?

Beitragvon Stephan G. » 20. Dezember 2000, 08:10

> wie wichtig ist es euch beim spielen auch zu gewinnen?
...schrieb Gabs....
Nicht so wichtig - wichtiger ist mir, daß ich Spaß am Spiel selbst hatte, und das Gefühl hatte, ich konnte am Spiel etwas beeinflussen / bewegen (nichtsdestotrotz mag ich reine, abstrakte Strategiespiele eher nicht so).
Was mich nervt ist, wenn man schnell abgeschlagen ist und es im Prinzip egal ist, was man macht - Chance hat man eh keine mehr, und man spielt nur noch bis zum Ende mit, damit für die anderen das Spiel nicht platzt. Kann z.B. bei den Siedlern zu viert bzw. zu sechst der Fall sein, wenn man an schlechten Zahlen sitzt und von den anderen gleich am Anfang eingekesselt wird...
Dagegen bei Spielen wie "Union Pacific" oder "Die Macher" kann jede bis zum Ende des Spiel voll agieren und Einfluß auf das Ergebnis nehmen, unabhängig davon, ob er einen schlechten Start erwischt hat (auch wenn er selbst vielleicht dadurch nicht mehr gewinnen kann). Bei solchen Spielen ist es mir, wie schon gesagt, dann auch egal, ob ich gewonnen habe.
Stephan

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Ralf Bielenberg

re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Ralf Bielenberg » 20. Dezember 2000, 10:22

Hallo Gerhard,
das scheint mir in der Tat eine geeignete und gute Lösung zu sein - ich meine die Sache mit dem kurz angespielten Probespiel. Das werde ich auf jeden Fall beim nächsten Spieleabend zu Weihnachten (wo ich hoffentlich viele Spiele geschenkt bekomme) mal ausprobieren.
Vielen Dank für den Tip
Gruss
Ralf

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Ralf Bielenberg

re: Spielerischer Ehrgeiz?

Beitragvon Ralf Bielenberg » 20. Dezember 2000, 10:35

Hi Volker,
>>Ich moechte beim Spiel Spass haben und dabei moeglichst gewinnen, in dieser Reihenfolge.<<
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen - Genau so sollte es auch sein.
>>Was mich im Zusammenhang mit dem Gewinnen-wollen sehr
aergert, sind Spieler, die im fruehen Stadium des
Spiels (z.B. in der dritten Runde eines auf 10 Runden
ausgelegten Spiels) die Alles-Oder-Nichts-Schiene
fahren und einen sehr riskanten Zug machen, wo sie mit
50%iger Wahrscheinlichkeit Erfolg haben und dann
praktisch uneinholbar fuehren, waehrend in den anderen
50% der Faelle die Sache schief geht und der
betreffende Spieler aussichtslos abgeschlagen ist<<
Diese Räuberschach-Methode ist in der Tat sehr ärgerlich, zumal diese Art zu spielen der Grundidee eines Strategiespiels widerspricht. Wirklich ärgerlich wird es dann, wenn diese Taktik danebengeht, der entsprechende Spieler sich auch noch oft muffig zurückzieht, weil er ja sowieso nichts mehr reissen kann und damit andere Spieler noch blockiert.
Gruss
Ralf

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Angela Schäfer

re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Angela Schäfer » 20. Dezember 2000, 10:58

Also das mit dem Spielerklären ist so eine Sache. Bei uns bin ich der Erklärer vom Dienst, da ich einmal Lehrerin werden wollte, und mit didaktischer Vorbildung dazu ja prädestiniert bin. Ich heimse auch immer Lob für meine tolle Erklärung ein, was aber niemanden davon abhält, dennoch nicht zuzuhören, oder sofort wieder alles zu vergessen.
Ja, auch bei uns muß ich während eines Spiels immer und immer wieder die gleichen Regeln erklären. Und wenn wir das Spiel einmal 3 Wochen lang nicht gespielt haben, fange ich quasi wieder von vorne an.
Außerdem habe ich festgestellt, daß die meisten sowieso nach spätestens 5 Minuten auf Durchzug stellen, weil sie spielen wollen. So versuche ich möglichst, so ein Zwischending zu finden zwischen Erklärung und "Learning by Doing". Das klappt aber nicht bei allen Spielen.
Ein wenig Verständnis für die Zuhörer habe ich aber auch. Ich selbst bin eher ein visueller, denn ein auditiver Typ. Sprich: ich verstehe eine Spielregel besser, wenn ich sie selber lese, als wenn sie mir einer erklärt oder vorliest. Deshalb bin auch auch in unseren Spielerunden wegen meiner Engelsgeduld bekannt. Selbst bei der 10. gleichen Frage bleibe ich ruhig. Was bleibt mir auch anderes übrig, sonst würde ja überhaupt keiner mehr mit mir spielen. Also fasse Dich in Geduld, Du siehst an der Resonanz Deiner Anfrage, daß Du nicht alleine bist.
Angela

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Gabs

re: Spielerischer Ehrgeiz?

Beitragvon Gabs » 20. Dezember 2000, 11:21

missverständnisse ausräumend: ich spiele natürlich auch in erster linie um spaß zu haben, es gibt sogar einige spiele, bei denen ich selten gewinne (vor allem würfelspiele) und die ich trotzdem gerne spiele... oder auch caesar&cleopatra, obwohl ich da immer sooo ein pech mit dem karten habe... :))
"Was mich nervt ist, wenn man schnell abgeschlagen ist und es im Prinzip egal ist, was man macht" -> das ist natürlich vollkommmen richtig, und bei guten spielen passiert sowas normalerweise auch nicht... allerdings hatte ich hin und wieder, gerade bei den "guten strategie"-spielen den eindruck, daß es vollkommen gleichgültig sein kann, ob man nun mit einem guten plan und erfahrunge ans brett geht oder es zum ersten mal spielt, weil es bis zum letzten zug ohnehin gleich steht und dann das glück entscheided. ein gefühl was ich übrigens besonders bei den sternfahrern habe... vielleicht liegts aber auch daran, daß wir relativ gleiche starke spieler in unserer runde sind...
gruß,
gabs

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Kathrin

re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Kathrin » 20. Dezember 2000, 12:29

Es gibt eine Situation, wo alle das Spiel nicht kennen: Wenn man auf Spielemessen neue Spiele ausprobiert (wenn gerade leider niemand vom Verlag/Stand zum Erklären "frei" ist). Wir machen es dann immer so, dass bei jedem Spiel ein anderer von uns die Erklärung übernimmt. Diejenige Person liest dann stückweise die Regel durch (oder vor) und versucht, simultan Beispiele auf dem Spielplan aufzubauen. Das klappt eigentlich immer ganz gut (das einzige Spiel, an dem wir auf diese Art gescheitert sind, war Jeanne d'Arc vom Tilsit-Verlag :-( aber da lag es wohl an Regeln).
Alles Gute von
Kathrin Nos.

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Volker L.

re: Spielerischer Ehrgeiz?

Beitragvon Volker L. » 20. Dezember 2000, 12:38

> Was mich nervt ist, wenn man schnell abgeschlagen ist
> und es im Prinzip egal ist, was man macht -
> Chance hat man eh keine mehr, und man spielt nur noch
> bis zum Ende mit, damit für die anderen das
> Spiel nicht platzt. Kann z.B. bei den Siedlern zu
> viert bzw. zu sechst der Fall sein, wenn man an
> schlechten Zahlen sitzt und von den anderen gleich am
> Anfang eingekesselt wird...
Wenn es ganz dumm laeuft, kann das sogar bei geringerer
Besetzung passieren. Mit Grauen denke ich zurueck an
die eine Seefahrer-Partie zu dritt, wo ich nach dem
allerersten Wurf des Startspielers schon keine Chance
mehr hatte :-(((
Gruss, Volker

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Gerhard Passler
Kennerspieler
Beiträge: 554

re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Gerhard Passler » 20. Dezember 2000, 13:36

Hallo Ralf!
Ich würde mich freuen, wenn Du mir nach Weihnachten Deine Erfahrungen über die Sache mit dem kurz angespielten Probespiel mitteilen würdest. Ich wünche Dir viel Spaß und viele, viele Spiele unter dem Weihnachtsbaum!!
Viele Grüße
Gerhard

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Ralf Bielenberg

(OT)re: Regeln studieren - Regeln erklären

Beitragvon Ralf Bielenberg » 20. Dezember 2000, 14:57

Hallo Gerhard,
werde ich gerne tuen, schliesslich hast Du ja fast so etwas wie ein Recht darauf zu erfahren, wie Deine Empfehlungen in anderen Spielkreisen ankommen. Ich würde dann aber dazu neigen, Dir diese Erfahrungen in einem persönlichen E-Mail mitzuteilen, wenn es Dir recht ist, um das Forum mit unserem persönlichen Austausch nicht zu belasten - zumal ich annehme, dass das Forum nach Weihnachten mit einer Fülle von Regelfragen überschwemmt wird.
Würde mich freuen, wenn Dir dieser Vorschlag recht wäre und ich wünsche Dir ein schönes Weihanchtsfest.
Gruss
Ralf (kauft einen extra grossen Weihnachtsbaum, damit viel drunter passt)

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peer

re: (OT) Endlich: Die Erweiterungen für Mädn

Beitragvon peer » 20. Dezember 2000, 15:22

<Was aus den seit langem angekündigten historischen <Szenarien "Pharao ärgere dich nicht" und "Alexander <ärgere dich nicht" geworden ist, weiss allerdings <nicht genau ...
Die erscheinen zur Essen 2001 zusammen mit der Dreispielererweiterung.
Ausserdem soll es ein neues Teeservice mit MÄDN-Motiven geben.
ciao,
Peer

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Ralf Bielenberg

re: Regeln studieren - Regeln erklären DANKE

Beitragvon Ralf Bielenberg » 20. Dezember 2000, 16:26

Hi Angela,
>> Also fasse Dich in Geduld, Du siehst an der Resonanz Deiner Anfrage, daß Du nicht alleine bist. <<
Ok, Ok - Geduld ist ja praktisch mein zweiter Vorname. Aber Du hast natürlich recht, ich bin ja froh, dass die Leute überhaupt mitspielen und die paar kleinen Erklärungsprobleme lassen mich nicht ansatzweise die Freude am spielen verlieren. Im Übrigen war die Resonanz auf die Anfrage wirklich gross und die Postings sehr interessant. Schön zu hören, dass es anderen auch nicht besser geht (oder ist das jetzt gemein ?).
Gruss und danke
Ralf-Geduld

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Bernd

re: Spielerischer Ehrgeiz?

Beitragvon Bernd » 21. Dezember 2000, 09:25

Hallo Volker,
ganz besonders übel ist es, wennn diese "Alles oder Nichts" Spieler anfangen zu meckern, wenn man ihnen an den Karren fährt. So nach dem Motto "Wenn Du das jetzt machst, bin ich ja komplett aus dem Spiel raus". Entgegnet man dann, daß sie ja sonst mit absoluter Sicherheit ziemlich locker gewinnen, kommt dann meist "Darum geht es doch, oder?"
Wichtiger als zu gewinnen ist mir, Spaß zu haben, und nachher sagen zu können, daß ich gut gespielt habe. Wenn jemand anders halt besser gespielt hat bzw. ein Quentchen mehr Glück hatte, ist das halt so. Ich muß mich aber immer zusammen reißen, wenn jemand dadurch Vorteile hat, daß der Spieler der vor ihm an der Reihe ist eklatante Fehler macht, und er nur noch die Punkte einsacken muß. Ganz besonders häufig ist das bei Spielen wie Tikal, Torres und Java der Fall. Jetzt wo ich das schreibe, denke ich, daß das nicht gerade für diese Spiele spricht...
Bernd


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