Beitragvon Sönke Weidemann » 12. Januar 2001, 00:10
Hi Markus! Die von Dir genannten Spiele gehören - bis vielleicht auf Terrain Vague, mit dem ich mich nie so recht anfreunden konnte - IMHO zum Besten, was es auf dem Spielmarkt gibt bzw. gab.
Full Metal Planete ist ein hochtaktisches Spiel ohne jeden Glücksfaktor und vor allem, siehe den Thread weiter unten, alles aber kein >liebes< Spiel. Auf einem unwirtlichen Planeten landest Du mit Deinem Mutterschiff, setzt dort wendige Panzerwagen und große Gefechtspanzer ab, Patrouillenboote und Frachter, Erzsammler und Erzumwandler. Unter permanenten Zeitstreß gesetzt - hier ist schon in der Spielregel ein Zeitlimit für den Einsatz seiner Aktionspunkte vorgegeben ( das Spiel ist übrigens weit älter als Tikal und co.!! ) - versuchst Du nicht nur, möglichst viel wertvolles Erz abzubauen ( sehr plastisch durch kleine Steinchen dargestellt ) und in Dein Mutterschiff zu verladen, sondern auch Deine Mitspieler durch geschickten Einsatz Deiner Kampftruppen zu See und zu Land aus dem Spiel herauszukegeln. Wer raus ist, ist halt raus! Ich hatte das Glück, vor Jahren in Essen das Spiel mit einem der Autoren zu spielen und war trotz meiner Cancenlosigkeit begeistert. Es gab übrigens mal in der Zwischenzeit eine Art Erweiterung, die aus Puzzleteilen bestand, mit denen man sich seinen eigenen Planeten bauen konnte.
Auch beim Tal der Mammuts konnte man richtig fies spielen, mit der Konsequenz, auch mal sein Volk, das man doch eigentlich durch mehrere harte Jahre bringen sollte, völlig zu verlieren. Das geschickte Ausnutzen von günstig gelegenen Ackern und Flußfeldern sicherte das Überleben. Hier haben wir auch einen nicht unerheblichen Glückfaktor im Spiel, gegeben durch das zufällige Auftauchen von der Jagdbeute.
Bei weiten am häufigsten kommt bei uns Supergang auf den Tisch. Von der Zielsetzung ganz einfach - bringe einen ganzen Stadtteil unter Deine Kontrolle (auch hier: das Spiel ist von 1990) - ist es doch ein absolut außergewöhnliches Spiel! Jeder spieler ist mit einer aus drei Personen bestehenden Gang ausgestattet: Dem Dealer, dem es erlaubt ist, Dealsteine zu verteilen, um Geld zu verdienen, dem Vamp, der gegnerische Männer verführen kann und dem Killer, der einen Vorteil beim Duell hat. Hier sind wir auch beim Spielelement, daß so unheimlich viel Spaß bringt: Das Duell. Wann immer man einen Laden überfallen oder übernehmen möchte, der Verhaftung durch die Polizei entgehen möchte oder einfach Rache an seinen Mitspielern üben will, muß zunächst einmal würfeln, wer denn mit dem Duell beginnen darf. Spieler A würfelt z.B. eine 6, Spieler B eine 2, so hat Spieler A vier Versuche, mit der beiliegenden Propfenpistole die Charakterkarte seines Gegner im warsten Sinne des Wortes umzulegen. Diese steht a. 4 m entfernt vom Schützen, dicht neben der eigenen Charakterkarte.
Schafft Spieler A es nicht in diesen vier Versuchen, hat Spieler B ebenfalls vier Versuche frei. Schweißnasse Hände sind garantiert!!
Die Spieldauer kann je nach Geschicklichkeit zwischen 2 und 4 Stunden liegen.
Es gibt auch etwas neuere Ausgaben, in denen statt der einen großen Pistole zwei kleinere liegen, die allerdings nicht so eine Treffsicherheit bieten sollen ( ich habe schon genug Probleme mit der großen ).
Also, solltest Du die Gelegenheit bekommen, eines dieser Spiele zu kaufen, schlag zu!!
Gruß Sönke