Beitragvon Sonne » 7. Februar 2001, 11:04
Vielen Dank für den obigen Link und die gründliche Aufklärung in diesem unrühmlichen Kapitel der Spiel des Jahres Jury.
Es ist mir unbegreiflich wie die noch Jurymitglieder Ernst und Thole offenbar keine Sensibilität oder auch nur den Hauch von Gespür aufbringen konnten, daß eine finanzielle Zuwendung an das Spielearchiv einen Interessenkonflikt par excellence heraufbeschwören kann, - auch wenn alle früheren und jetztigen Jurymitglieder einhellig urteilen, das es wohl zu noch keinem Mißbrauch des Interessenkonfliktes kam. Selbst eine interne Diskussion hat die Herren offenbar nicht wach gerüttelt.
So sinnvoll eine Unterstützung des Marburger Spielearchives (z.B. durch die Spiel des Jahres Jury) z.B. aus kulturellen Gründen auch sein mag, eine Doppelfunktion von den Herrn Ernst und Herrn Thole sowohl bei der Jury als auch im Spielearchiv ist absolut unakzeptabel. Zumal wenn offenbar eine Trennung der Privatsammlung von Herrn Thole und dem Eigentum des Spielarchives noch nicht geschehen ist.
Bösgläubige Menschen könnten gar verleitet sein zu vermuten, daß die vermeintliche PR-Arbeit durch das Spielearchiv zugunsten des Spiel des Jahres Pöppels angesichts der von extrenen PR Experten als wenig geeignet eingestuften Qualität der PR des Spielearchives gar nur einen Vorwand für einen regelmäßigen Zahlungsfluß vom Spiel des Jahres Verein an das Spielearchiv darstellt. Saludos Amigos?
Meine Herren Ernst und Thole ich bitte Sie im Interesse des Ansehens des Spiel des Jahres Pöppels jegliche auch nur mögliche Interessenkonflikte umgehend auszuräumen. Sie können natürlich auch an allen Posten festhalten und an Ihren Stühlen kleben, wie dies aus dem Politikermilieu in vergleichbaren Fällen vielgeübte Praxis ist. Wundern Sie sich aber dann bitte nicht, wenn der Wert der Marke "Spiel des Jahres" deutlich verliert.
Für mich hat die Spiel des Jahres Jury und Ihre verbliebenen Mitglieder, die offenbar alle diese Praxis der Herrn Ernst und Thole mittragen dramatisch an Reputation und Einfluß verloren.
Mit dem sehr bedauerlichen aber ebenso sehr verständlichen Ausscheiden der Herren Ruschitzka, Knopf und Mutschke (ich kenne übrigens keinen der Herren persönlich) ist auch die "jüngere" Generation der Jury weitgehend verloren gegegangen. Mir ist unklar, ob ein Spiel das zum Spiel des Jahres auserkoren wird, von Damen und Herren, die geschätzt im Schnitt vielleicht 53 Jahre alt sind ausreichend repräsentativ den Geschmack auch des jüngeren Spielepublikums repräsentieren können. Ohne die Spielekompetenz an sich der verbliebenen Jurymitglieder nun anzuzweifeln, wundere ich mich, ob mir als anfang 30 jähriger wirklich ein Spiel gefallen muß, auf das Jurymitglieder, die altersmäßig meine Eltern sein könnten voll abfahren.
Den Herren Knopf, Ruschitzka und Mutschke spreche ich meine Anerkennung und meinen Respekt aus, obwohl nicht für den möglichen Interessenkonflikt persönlich verantwortlich, die Konsequenzen gezogen zu haben. Schade das Sensibilität, Zivilcourage und Verantwortungsbewußtsein Tugenden sind, die auch und gerade in wichtigen Gremien heutzutage sehr selten geworden sind.
Gruß Sonne