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Big Shot

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Dietrich

Big Shot

Beitragvon Dietrich » 10. Februar 2001, 21:38

Hallo,
Brettspielfreunde!
Hat jemand von Euch schon mal "Big Shot" (A. Randolph, Ravensburger) gespielt?
Ich habe es besseren Wissens erstanden, und ich finde, es ist wie alle Spiele Randolphs bei den Ravensburgern: langweilig!
Jeder spielt vor sich hin, hat wenig Einflussmöglichkeiten, obwohl das durch die eigentliche Interaktion suggeriert wwird.
Hat jemand eine andere Erfahrung gemacht, ich möchte - allein schon wegen des Anschaffungspreises - meine Meinung und die meiner Mitspieler revidieren können.
Mit freundlichem Gruß
Dietrich

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Roman Pelek

re: Big Shot

Beitragvon Roman Pelek » 10. Februar 2001, 21:56

Hi Dietrich,
>Hat jemand von Euch schon mal "Big Shot" (A. Randolph, Ravensburger)
gespielt?<
Ja, mittlerweile 6 oder 7 Partien...
>Ich habe es besseren Wissens erstanden, und ich finde, es ist wie alle Spiele
Randolphs bei den Ravensburgern: langweilig!
Jeder spielt vor sich hin, hat wenig Einflussmöglichkeiten, obwohl das durch
die eigentliche Interaktion suggeriert wwird.<
Warum hat man wenig Einflussmöglichkeiten? Sicher ist es zu Beginn recht beliebig, wie man die Würfel verteilt, aber je mehr Würfel auf dem Brett liegen, desto mehr kann man beeinflussen. Da auch die gegnerischen Würfel gut geeignet sind, um sich Vorteile zu verschaffen (z.B. bei Patt), finde ich "Big Shot" alles andere als langweilig, wenn man mal von den etwas zähen ersten drei Runden absieht, wo keiner so recht bieten mag.
>Hat jemand eine andere Erfahrung gemacht, ich möchte - allein schon wegen
des Anschaffungspreises - meine Meinung und die meiner Mitspieler
revidieren können.<
Hm, wie kann ich Deine Meinung schon groß revidieren - mir gefällt's. Ich habe aber auch keine Tipps, Tricks oder Regelhinweise, die Dir ein anderes Spielerlebnis bescheren :(
>Mit freundlichem Gruß
Dietrich<
Ciao,
Roman

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Erhard Portner

re: Big Shot

Beitragvon Erhard Portner » 10. Februar 2001, 22:55

Hallo Dietrich,
nun, mich hat "Big Shot" leider auch nicht so besonders überzeugt. Das Spiel hat m.E. zwar durchaus einige interessante Elemente. Ich bin jedoch kein so großer Freund von Versteigerungsspielen. Und bei "Big Shot" steht für meinen Geschmack das Versteigerungselement zu Beginn eines jeden Zuges einfach zu sehr im Vordergrund. Ich finde, dass das Spiel dadurch eine gewisse Monotonie gewinnt.
Aber unabhängig davon: Alex Randolph hat bei Ravensburger durchaus auch schon sehr gute und interessante Spiele veröffentlicht.
Sein zusammen mit dem heutigen Geschäftsführer der Firma Winning Moves, Michel Matschoss, erfundene "Sagaland" wurde 1982 Spiel des Jahres und ist ein Spiel, das auch Erwachsene hervorragend und großem Spaß mit Kindern zusammen spielen können.
Aus der ehemaligen Casino-Serie sind "Corona" und "Quaro" als sehr interessante Spiele von Alex Randolph zu nennen.
Von seinen kleineren Spielen bei Ravensburger sind "Hol's der Geier" und "Die heiße Schlacht am kalten Buffet" sehr nett.
Mein persönliches Lieblingsspiel von Alex Randolph bei Ravensburger ist jedoch "Die verbotene Stadt", das er zusammen mit Johann Rüttinger herausgebracht hat.
Sicher, die Spiele von Alex Randolph sind alle keine "Freak-Spiele", aber sie sind nett und gute Familienspiele!
Mit verspielten Grüßen
Erhard

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Günter Sauerbier

re: Big Shot - gar nicht gut!

Beitragvon Günter Sauerbier » 10. Februar 2001, 23:58

Ich habe eher schlechte Erfahrungen mit Big Shot gemacht. Was mich im wesentlichen stört:
a) äußerst schlappe und zähe Eröffnungsphase! Gestaltet sich mehr oder minder beliebig.
b) die Pattregel! Äußerst ärgerlich, wenn es jemandem gelingt eine 3/3/1 Steine-Situation zu schaffen. Womöglich hat der jemand vorher überhaupt keinen eigenen Stein im Viertel und schafft es dann aber im Handumdrehen einen Stein einzusetzen und die anderen beiden zu patten.
c) Das Königsmachersyndrom! Oft genug ist das Angebot nur für einen einzigen Spieler interessant und schafft die Situation, dass jemand gegen diesen einen in die Bresche springen muss. Dieses Opferlamm entscheidet zwar dann darüber, dass Ersterer zwar nicht mehr gewinnen kann, aber auch gleichzeit darüber, dass für ihn selbst nichts mehr drin ist. Sehr unersprießlich.
Aus diesen Gründen glaube ich nicht daran, dass bei uns Big Shot jemals wieder auf den Tisch kommen wird.
Gruß
Günter

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Bernd

re: Big Shot

Beitragvon Bernd » 11. Februar 2001, 10:50

Hallo Dietrich,
ich habe die gleiche Erfahrung gemacht wie Du: Ich fand Big Shot ebenfalls todlangweilig. Man ersteigert Klötzchen und erhält für deren Einsetzen Punkte. Welch geniale Idee! Wenn man bedenkt, daß man für ein paar Mark mehr ein Ra bekommt...
Ich warte übrigens auf den Ersten, der Big Shot mit El Grande vergleicht :-)
Bernd

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DamianF.

Okay!! Einfach, Schnell!!

Beitragvon DamianF. » 11. Februar 2001, 11:16

Hallo!!
Ich habe Big Deal ebenfalls schon gespielt und fand es völlig okay. Sicherlich ist das Spiel nicht etwas völlig neues, der Punkt mit dem Patt ist sicherlich ärgerlich....Stop!! Halt!! Moment mal!!...für mich liegt darin aber auch der Reiz des Spiels. Will ich völlige Taktik haben , hole ich mein Schachbrett raus , rufe meinen Kumpel an, lege die Zigarren parat und stelle mich auf viel Grübelei ein. Big Deal werde ich wieder spielen , weil die Spielzeit kurz ist und die Regeln für viele aus unserem Club einfach und schnell begreifbar sind. Will ich es komplexer, spiele ich El Grande.
Cu Damian
Das Vergnügen ist nun einmal weit größer, wenn man im Ascheneimer auf eine kleine Perle stößt, als wenn man beim Juwelier im Schaufenster eine noch so große von Ferne bewundert.
Laotse, eigentlich Laozi (6. oder 4. oder 3. Jahrhundert v. Chr.), chinesischer Philosoph, Begründer des Taoismus
Ach, die Welt ist nicht gerecht, dir geht’s gut und mir geht’s schlecht. Wär’ die Welt etwas gerechter, ging’s mir besser und dir schlechter.
Manfred Rommel (*1928), deutscher CDU-Politiker, Präsident des Deutschen Städtetages (77-83) und Stuttgarter Oberbürgermeister


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Roman Pelek

re: Big Shot - des einen Manko, des anderen Vorzug

Beitragvon Roman Pelek » 11. Februar 2001, 14:40

Hi Günter,
[Big Shot, was stört]
>a) äußerst schlappe und zähe Eröffnungsphase! Gestaltet sich mehr oder
minder beliebig.<
Richtig, der Anfang ist zu beliebig. Dem hätte man durch ein Verteilen von Klötzchen in Regionen zu Anfang (analog zu San Marco z.B.) etwas auf die Sprünge helfen können.
>b) die Pattregel! Äußerst ärgerlich, wenn es jemandem gelingt eine 3/3/1
Steine-Situation zu schaffen. Womöglich hat der jemand vorher überhaupt
keinen eigenen Stein im Viertel und schafft es dann aber im Handumdrehen
einen Stein einzusetzen und die anderen beiden zu patten.<
Ja, richtig, aber das ist doch genau das Salz in der Suppe! Man muss beim Ersteigern ständig im Auge behalten, wer was wo machen kann - und im Zweifelsfall auch mal ein "Paket" teuer ersteigern, mit dem man nicht viel anfangen kann AUSSER zu verhindern, dass ein Gegenspieler bewusst ein Patt provoziert.
Und genau das finde ich spannend an Big Shot, und deswegen mag ich es. Spielt man mit ausgebufften Gegnern, die das Spielfeld im Blick haben, muss man sehr stark abwägen, wann man wo wie hoch mitsteigert. E s ist ja nicht so, dass man reihum Klötzchen verteilt und nix gegen "Pattmacher" (schönes Wort) tun könnte.
>c) Das Königsmachersyndrom! Oft genug ist das Angebot nur für einen
einzigen Spieler interessant und schafft die Situation, dass jemand gegen
diesen einen in die Bresche springen muss. Dieses Opferlamm entscheidet
zwar dann darüber, dass Ersterer zwar nicht mehr gewinnen kann, aber auch
gleichzeit darüber, dass für ihn selbst nichts mehr drin ist. Sehr
unersprießlich.<
Bei uns war oftmals "jemanden am Sieg hindern" gleichbedeutend mit "selbst einen besseren Platz" ergattern.
Ausserdem waren am Ende eines Spieles ob vieler freier Plätze eigentlich alle am Mitsteigern interessiert, selbst wenn von deren Farbe keine Klötzchen drinlagen. Schliesslich konnten sie durch Patts vieles noch für sich entscheiden.
>Aus diesen Gründen glaube ich nicht daran, dass bei uns Big Shot jemals
wieder auf den Tisch kommen wird.<
Bis auf die zähe Eröffnung, die de facto da ist, finde ich alle bisher genannten Kritikpunkte bei taktischem Klötzchenverteilen und geschickten Spiel Vorzüge.
Big Shot ist eines der wenigen Versteigerungsspiele, wo die Überlegungen, wie hoch man wann steigert, wirklich anspruchsvoll sind. So kann man z.B. auch die sinnvolle Höhe des eigenen Mitsteigerns daran abschätzen, indem man sich ausrechnet, welchen monetären Nutzen ein Gegenspieler bei welcher Steigerunssumme erhält. Zudem sind die Angebote durch die möglichen Pattsituationen nicht immer nur klar für den Spieler mit den meisten Klötzchen interessant.
Aber man kann sich natürlich nicht auf einem "Vorsprung" in einer Region ausruhen, wenn ein Angebot daliegt, dass einem anderen Spieler ein vorteilhaftes Patt eröffnet.
Ciao,
Roman

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Roman Pelek

re: Big Shot

Beitragvon Roman Pelek » 11. Februar 2001, 14:44

Hi,
>ich habe die gleiche Erfahrung gemacht wie Du: Ich fand Big Shot ebenfalls
todlangweilig. Man ersteigert Klötzchen und erhält für deren Einsetzen
Punkte. Welch geniale Idee! Wenn man bedenkt, daß man für ein paar Mark
mehr ein Ra bekommt...<
Mir gefällt Ra auch besser, was nicht schwierig ist, da es mein Liebling unter den Versteigerungsspielen ist. Wer Ra noch nicht hat, der sollte zugreifen.
Wer aber ein Versteigerungsspiel sucht, das schnell erklärt und schnell gespielt ist, aber ganz fiese Tücken beinhaltet, ist mit Big Shot gut bedient.
Irgendwie habe ich das Gefühl, entweder bei "Big Shot" gute Spielelemente zu sehen wo keine sind, oder alle anderen sehen das taktische Grundprinzip der Patts nicht ;-)
Ciao,
Roman

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Niccolo
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Beiträge: 1333

re: Big Shot

Beitragvon Niccolo » 12. Februar 2001, 16:42

>Irgendwie habe ich das Gefühl, entweder bei "Big
> Shot" gute Spielelemente zu sehen wo keine sind,
> oder alle anderen sehen das taktische Grundprinzip
> der Patts nicht ;-)
;-))) - ich sag mal so: bis jetzt bin ich für das Spiel noch leicht zu begeistern, weil ich noch am "Ertasten" der Siegerstraße bin... und ich habe den Verdacht, die gibt es!
Irgendwo die richtige Mischung von:
x Kredite aufnehmen
max Wert beim Versteigern
Klötzchenverteilung flächenmässig
Zum Patt - würde es das nicht geben, dann wäre wahrhaftig jedes Salz aus diesem Spiel entfernt und dieses auf stumpfsinniges Mehrheitenbilden reduziert.
Gruß
Niccolo


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