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Erklärung von Andreas Mutschke

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Michael Knopf

Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Michael Knopf » 14. Februar 2001, 01:36

Hallo, Anonyme und weniger Anonyme,
auf meiner Spielwiese (www.siegpunkt.de) ist nun auch eine Erklärung von Andreas Mutschke zu lesen. Andreas war seit 1992 in der Jury - er kann also berichten, was schon war, als wir anderen beiden noch gar nicht drin waren.
Schönen Gruß,
Michael Knopf

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Arno C. Hofer » 14. Februar 2001, 10:17

Lieber Andreas,
danke für Deine Erklärung, die genau das aufzeigt, was sich in vielen Vereinen, Organisationen, etc. abspielt: Der Verwaltungskram und die interne "Politik" - einschließlich die Verwaltung von vorhandenen oder auch nichtvorhandenen Geldern vergiften das hausinterne Klima, vernichten die grundsätzliche Bestimmtheit der Organsiation, führen zu Überfrachtungen des eigentlichen Zieles mit scheinbar wichtigem "Organisatorischem". Die "Spielregeln" und ihre "Auslegungen" werden wichtiger als dsa wirkliche Spiel (das doch so entspannend sein könnte). Aber wir machen Stress daraus.
Ich danke Dir nicht nur für diese Erklärung, ich beglückwünsche Dich sogar zur weisen Entscheidung "so nicht mehr mitzuspielen" - und Dir für Dein persönliches Spielen die "Lust und Freude" zurückgewinnen zu wollen.
Auch wir in der Landes-Ludothek der Steiermark merken, wie sehr das an sich tolle Spielen zu Arbeit ausarten kann und uns der "Zwang: alles zuerst durchtesten zu müssen, was wir gern empfehlen würden" für manche "Gustostückerl" unter den Spielen zu wenig Zeit läßt, um sie wirklich ausgiebig und ausreizend zu spielen. Aber wenigstens unsere "Kunden" kommen auf ihre Rechnung, wenn wir ihnen die Spielregeln schnell erklären können.
Euch Dreien also herzliche Gratulation zur wiedergefundenen "Spielfreiheit" - und den verbleibenden Jurymitgliedern wünsche ich auch, dass sie selbst wieder spielerischer werden können und sich von der "Last des Amts" selbst entlasten. So schwer das auch sein mag, Macht und Einfluss "nicht anzustreben", Geld und Versorgung "nicht als Ziel" anzupeilen - vielleicht solltet ihr vom System der "pragmatisierten Jurymitglieder", die "ernannt werden", einmal abgehen und eine Wahl von elf Juroren aus einer Liste von potentiellen Kandidaten einführen - mit allen "Fehlern" die ein derartiges System natürlich auch haben könnte. Da alles aus irgendeiner der verschiedenen Sichtweisen meist "fehlerbehaftet" ist, ist "Seriosität", wie sie gefordert wurde einer Fata Morgana nicht unähnlich ...

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sonne

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon sonne » 14. Februar 2001, 10:29

Hallo Herr Knopf,
vielen Dank für die vervollständigte Aufklärung seitens der ausgeschiedenen Jurymitglieder. Nach der zwar formell löblichen Klarstellung hier im Forum durch Herrn Ernst, die m.E. inhaltlich aber bestenfalls nur etwa zur Hälfte alle adressierten Probleme anspricht und der mangelnden Diskussionsbereitschaft von Herrn Ernst auf die vielen guten Einwände des Forums, bin auch ich ohne große Hoffnung, daß sich die Herren Ernst und Dr. Thole in Ihren Positionen nennenswert bewegen und zur Unabhängigkeit der SDJJ beitragen. Deshalb will ich dieses mal über die Zukunft außerhalb der SDJJ sprechen.
Aus den Stellungnahmen von Ihnen, Herrn Ruschitzka und nun von Herrn Mutschke entnehme ich, daß Sie alle drei einerseits die Arbeit bei der SDJJ - soweit sie sich noch auf das Spiel an sich überhaupt noch bezog - sehr "engagiert und couragiert" zur Herzenssache machten und andererseits nun möglicherweise auch in der entspannteren Beurteilung des Spieljahrganges aus Sicht des Journalisten bzw. Zeitungsrezensenten sich gerne quasi back to the roots zurückorientieren.
Hier sehe ich jedoch einen gewissen Verlust für die Spielszene auch wenn Sie weiter aus Ihren Stammmedien haraus berichten werden. Der verbliebenen SDJJ ist das verteidigen "historisch gewachsener Strukturen" offenbar wichtiger als klare Unabhängigkeit, neue wichtige Reformen oder auch nur überwiegende Befassung mit dem Spielejahrgang (siehe Ihre Stellungnahmen). Der DSP hat auch seinen Skandal bereits hinter sich ohne das sich viel nach vorne bewegt. Also was tun, wenn die bestehenden Spielepreise nicht allen wünschenswerten Anforderungen gerecht werden, aber drei Ex-Jurymitglieder mit großem Willen zu Reformen, zu glaubwürdiger Unabhängigkeit und zu kritischer Auseinadersetzung mit dem Spieljahrgang plötzlich "auf der Straße" stehen?
Mein Vorschlag geht dahin einen neuen Spielpreis zu gründen, der hinsichtlich Glaubwürdigkeit (weil völlig unabhängig) und Autorität des Urteils (weil die Jurymitglieder bereit sind sich mit den Spielen ganz auseinanderzusetzten) über der bisherigen SDJJ und dem DSP anzusiedeln ist.
Das Literarische Quartett hatte auch eine Ausstrahlung und Kompetenz, obwohl nicht 8 oder 11 Mitglieder vertreten sind. Was zählt ist die Qualität der Arbeit nicht die Quantität der Mitglieder. Nur durch die Qualität und Glaubwürdigkeit der Arbeit entsteht ein wichtiger Spielpreis. Sollten Sie der Meinung sein, wir bräuchten zwecks Arbeitsteilung dennoch mehr Mitglieder: vielleicht sind ja in der Rest SDJJ noch verborgene Talente verblieben, die lieber für einen neuen reformierten Preis tätig werden wollen. Außerdem dürfte es sicher noch mehr gute Kritiker geben. Anzudenken wäre auch, ob weiter Personengruppen mit hervorragender Sachkenntnis rund ums Spiel ebenfalls Simmgewicht erhalten sollten. Spieleautoren oder Spieler könnten ggf. je nach technischer Regelung zum Abstimmmodus ebenfalls unabhängig und kompetent urteilen.
Sie kennen die Defizite der SDJJ und des DSP vermutlich selbst am besten. Warum sollte man nichts besseres auf die Beine stellen, wenn die Ideen und das Engagement da sind? Viele anzugehenden Probleme wurden hier im Board schon viel diskutiert:
- Nichttransparenz der Entscheidung für den Preis
- Abhängigkeit der Entscheidung vom Wert des Spieles
- Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau, die den Vielspieler ebenso überzeugt wie den Wenigspieler (Differzierung des Preises nach Zielgruppen)
- Verwendung möglicher Lizenzeinnahmen für die Zwecke, die das Kulturgut Spiel am wirksamsten unterstützen (kein Museum)
- Überzeugende Öffentlichkeitsarbeit
Gruß sonne (der weniger anonym ist als mancher denkt)

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Arno C. Hofer » 14. Februar 2001, 10:53

Hallo strahlende Sonne,
ich bin der Meinung, wir brauchen keinen "neuen" Spielepreis, da das Label "Spiel des Jahres" wirklich gut eingeführt ist. Die derzeitige Jury müsste sich aber wirklich dazu durchringen, im bisherigen Konzept "keinen Stein auf dem anderen zu lassen". Das tut weh, ich weiß, aber es wirkt!
Deine Vorschläge am Ende des Postings kann ich voll annehmen - auch ich würde mehr ausdifferenzieren, aber die Auswahllisten kleiner machen. Drei nominierte in den Kategorien "Familien", "Freak", "Karten" und Kinderspiel würden sicher reichen - und wir sparten uns das zweite Auswahlverfahren "Deutscher Spielepreis", wenn auch die Jury adaptiert würde. Mit "Deutscher Spielepreis" haben sicher auch die "Schweizer" und wir Österreicher so unsere Probleme, wollen wir doch nicht so unbedingt "Deutsche" sein ... Ein SdJ für den gesamten deutschen Sprachraum wäre mir lieber - mit einer dem Markt entsprechend paritätisch besetzten Jury aus Deutschen (Männern und Frauen)= DeutschländerInnen(?), aus SchweizerInnen und ÖsterreicherInnen. Diese Jury könnte auch ganz klein sein, auch da stimme ich zu (wenngleich ich zu bedenken gebe, dass viele unterschiedliche SpielerInnen auch viele unterschiedliche Aspekte in ihrer jeweiligen Entscheidung berücksichtigen ...) Aber vielleicht fällt diese Jury dann ja nur eine Letztentscheidung aus einem allgemeinen Wahlprozess ...

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Carsten Wesel

Neuer Spielpreis?

Beitragvon Carsten Wesel » 14. Februar 2001, 11:10

> Mein Vorschlag geht dahin einen neuen Spielpreis zu gründen
Das ist ein großes und schweres Unterfangen. Ein weiterer Spielepreis hätte es sicher nicht leicht, gegen den großen und landbekannten Spielepreis "Spiel des Jahres" zu bestehen. Auch heute schon hat der DSP das Problem, daß ihn außerhalb der Freak-Szene kaum jemand kennt. Selbst in den großen Kaufhäusern wo der Spielepreis den unbedarften Seltenspielkäufern die Entscheidung erleichtern soll, ist vom DSP kaum was zu sehen und jeder sieht sich nur nach dem SdJ um.
Ich glaube somit nicht an die Möglichkeit einen neuen Preis zu etablieren, wenngleich es reizvoll wäre. Allein die Gliederung hätte es verdient beachtet zu werden, denn kein Spiel ist umfassend gut für alle.
Gruß Carsten (Hat ein Siedler ohne SdJ-Aufdruck)
PS:
> sonne (der weniger anonym ist als mancher denkt)
aber irgendwie doch...

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sonne

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon sonne » 14. Februar 2001, 11:11

Hallo Ludovico-Arno,
wir sind wohl einer Meinung. Unternimmt die jetzige SDJJ nennenswertes Reformen, dann ist mein Vorschlag natürlich eher zweitrangig. Nur bin ich da halt nicht so optimistisch wie Du.
Ich stimme Dir auch zu, daß die Bezeichnung "Deutscher Spielpreis" m.E. nichts dazubringt und angsichts der Bedeutung auch für den österreichischen und schweizerischen Raum und der Besetzung der Jury an der Sache vorbeigeht. Würde sagen: ein Punkt mehr auf der to do list. Wie wärs eigentlich mit einem Europäischen Spielepreis. Die Abstimmungsprozesse müßten dann wohl eher hauptsächlich über email laufen und die Sprachbarierren dürften nicht existieren. Es gibt sicher auch z.B. in Italien, Frankreich und Großbritannien einige Autoritäten auf dem Gebiet der Spielerezension.
Dein Vorschlag zur Unterteilung der Preise in Kategorien geht m.E. auch in die richtige Richtung, damit könnte möglicherweise auch die Unabhängigkeit vom Spielwert bei der Preisfindung ebenfalls gewährleistet sein.
Viele Grüße in die Steiermark, Sonne

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Bernd Menzel

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Bernd Menzel » 14. Februar 2001, 11:47

Hallo,
vielleicht seh ich das ja ein bischen einfach, aber warum Kategorien? Warum EIN Spiel des Jahres? Weil es beim Spielen (meistens) auch nur einen Sieger gibt?
Warum musste in den letzten Jahren eigentlich aus den 3 nominierten Spielen immer noch eines hervorgehoben werden. Wenn es ein guter Jahrgang ist, warum nicht mehrere Spiele auszeichnen? In einem schlechten Jahr dann eben weniger. Dazu braucht man nicht unbeding Kategorien, die dann in Grenzfällen sowieso wieder nur zu Diskussionen führen.
Bernd
Bernd

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Arno (nochmal)

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Arno (nochmal) » 14. Februar 2001, 11:50

Das mit dem "voll annehmen" Deiner Vorschläge möchte ich in einem Punkt noch einmal revidieren.
Das "Spielearchiv" muß!!! durch diesen Preis unterstützt werden, sonst kann es nicht bestehen. Aber man kann da sicher eine tragfähige Lösung finden ... Und es sollen auch noch einige andere Aktionen davon profitieren, wie z.B. das "Wiener Spielefest", das ohne diese Standgebühren wahrscheinlich auch unfinazierbar würde, wie viel Öffentlichkeitswirksames im Spielebereich leider unfinazierbar ist (weil sich kein Politiker dieser "gefährlichen" Spieler annehmen will)...Ob SdJ auf "Insider-Veranstaltungen", die sich anderweitig finanzieren unbedingt einen kostenintensiven Stand braucht, stelle ich in Frage, ok. - aber z.B. eine Ausbildung von " Botschaftern des Spiels", wie sie z.B. LudothekarInnen darstellen (wenn sie nicht nur nebenberuflich zwei Stunden in der Bücherei XY Spiele verleihen, sondern kompetente SpieleberaterInnen sind, die auch selbst einiges organisieren können - wie wir von "Ludovico" sie z.B. hierzulande ausbilden - wäre durchaus eine lohnende Finanzausgabe von SdJ. Diese Ausbildung (in Berlin sind wir mit der ersten Ausschreibung an der Finazierungsfrage gescheitert, könnte sinnvollerweise auch am "Spielearchiv" in Marburg bzw. in Haar, angeboten werden, oder in Dortmund, an der dortigen Fachhochschule ..., wo es auch eine bedeutende Spielesammlung gibt - oder gar in Chemnitz, wo das Deutsche Spielemuseum wertvolle Arbeit leistet oder in Leipzig, wo die dortige Ludothek, oder in Herne ...usw. Die Liste ließe sich sicher fortsetzen. Vielleicht, strahlende Sonne willst auch Du Dich persönlich auf den Weg machen, andere zum Spielen zu (ver)führen ... Print- oder andere Medien können das nur in sehr beschränktem Ausmaß. Hier ist direkte Kommunikation face2face gefragt!

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sonne

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon sonne » 14. Februar 2001, 11:52

Hab da noch eine Idee:
man könnte die Interessen: immense Förderung und Verbreitung des Kulturgutes Spiel, gute PR, Transparenz der Entscheidungen/Meinungen, Verbreitung eines neu einzuführenden Spielpreises der innerhalb kürzester Zeit einen höheren lizenzierbaren Markenwert als der SDJ-Pöppel erreicht, faire Diskussion um Spiele und nichts anderers, alles unter einen Hut bringen durch eine Fernsehreihe mehr oder minder analog zum literarischen Quartett. Sollte die Umsetzung dieser Idee tatsächlich ähnlich einschlagen würden wohl bisher nie gekannte Spielabsatzzahlen erreichbar - und was unterstützt das Kulturgut den besser, als eine gute Verbreitung... Wer dachte vor 10 oder noch mehr Jahren, das irgendeiner hinter dem Ofen hervorkommt, wenn 4 Literaturkritiker über Romane reden ohne gar daraus vorzulesen.
Ich weiß ja nicht, ob sich unter den Herren Knopf, Edwin (kann mir den Nachnamen leider so schlecht merken) und Mutschke ein verkannter Karasek (oder wie der noch mal heißt) verbirgt. Auch wenn nicht, es muß ja nur unterhaltsam sein, damit's ins Fernsehen kommt. Es sollte doch genug Kanäle geben, von denen einer ein Herz für Spieler hat, oder?
Und noch eine Variante: man könnte ja auch gezielte Prominez bestimmte Spiele spielen lassen und eine Zusammenfassung des aufgezeichneten Prominetenspieles von den Kritikern kommentiern lassen... (ich erinner mich schwach an einen sehr amüsanten Artikel in der SZ von Herrn Knopf, bei der Münchner Komunalpolitiker aus verschiedenen Lagern unter journalistischer Beobachtung Saludos Amigos spielen mußten. Das war echt super und wäre für eine Wiederholungstat sehr würdig. An der Spieleauswahl dürfte es nicht mangeln...
Gruß von sonne

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sonne

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon sonne » 14. Februar 2001, 12:08

Hallo Arno-nochmal,
OK, das Spielearchive unterstützungswürdig sind will ich nicht in Frage stellen. Muß gestehen das ich auch zuwenig über deren Arbeit weiß.
Face2face andere persönlich zum Spielen verführen?: ich scheitere leider teilweise schon in meinem Freundeskreis an Verführungskraft erbärmlich. Sind meine Freunde bei mir eingeladen und wir haben etwas gegessen, dann unterhalten wir uns und wenn's schlecht läuft sind die meisten dann zu müde sich noch eine komplexe Einführung in die Spielregel anzuhören. Aber vielleicht mache ich auch etwas falsch...Danke jedenfalls für die Anregung.
Gruß sonne

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Arno C. Hofer » 14. Februar 2001, 12:10

Dieses nunmehr "ausgebrochene" Brainstorming ist jetzt nach meinem Geschmack - und wird sicher auch der "Jury" neue Impulse liefern, da bin ich wirklich optimistisch. Verbreiten wir hier Ideen/Visionen, was theoretisch machbar wäre und jeder bemüht sich in seinem Bereich um Umsetzung. Da müßten doch rostige Schlösser zu knacken sein, verkrustete Angeln zu ölen, etc. Die "Szene" ist - obwohl doch noch sehr familiär - doch schon recht groß, was doch einige "Kanäle" öffnen müsste. Sprengen wir die Grenzen des derzeit "machbar"- Scheinenden. Wozu sind wir den SpielerInnen ...

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Michael Knopf

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Michael Knopf » 14. Februar 2001, 12:31

Hallo, Herr oder Frau oder Fräulein oder was auch immer "Sonne",
natürlich ist das grundsätzlich eine verführerische Vorstellung, einen Preis zu haben und an dessen Vergabe mitzuwirken, der voll und ganz den eigenen Vorstellungen entspricht - sowohl in seiner Organisation als auch, vor allem!, in der dahinter stehenden Kompetenz.
Momentan wäre das aber ungefähr so, als wollte man schnell mal voller Idealismus eine neue Partei gründen: Sie würde vielleicht ein paar Anhänger finden, die Mehrheit aber machte nach wie vor ihr Kreuzchen bei den sogenannten Volksparteien und scherte sich wenig darum, wie seriös oder fähig die nun im Einzelnen sind. Also bekäme die neue Partei, selbst wenn sie die Fünf-Prozent-Hürde wider Erwarten schaffte, nur minimale Wahlkampfkostenerstattungen, was wiederum ihre Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit einschränkte, das Publikum nähme kaum Notiz, die Medien befassten sich lieber mit den Großen, und so weiter, und so fort...
Will sagen: Der Pöppel auf der Schachtel ist ein Instrument der Verkaufsförderung, das so lange prächtig funktioniert, wie sich seine Adressaten um die Hintergründe nicht scheren. Gekauft wird, was rot verziert ist, und weil das so ist, ist die rote Verzierung den Verkäufern auch höchst willkommen, und so weiter, und so fort... Alles andere sind gewissermaßen Luxusgedanken von Insidern, deren Unterstützung allein keinen Preis tragen kann. Es ist ja auch hier immer wieder zu lesen und stimmt: Insider kaufen ohnehin unabhängig von Pöppeln und sonstigen Auszeichnungen; Preise müssen in die Breite wirken, was mehr voraussetzt als guten Willen und Sachkenntnis. Deshalb übrigens ist auch die scheinbar einleuchtende Idee einer Aufsplitterung in Familienspiel, Kartenspiel, Erachsenenspiel und dergleichen ziemlich heikel - je mehr "Marken" es gibt, desto mehr Verwirrung herrscht beim Endkunden.
Besten Gruß,
Michael Knopf

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MarcFigel

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon MarcFigel » 14. Februar 2001, 13:32

Hallo!
Deinen Ausführungen kann ich voll und ganz zustimmen.
Da ich relativ nah am Markt dran bin ( Als Ladenbesitzer ) weiß ich, wer, wie Spiele kauft.
Da sind die Freaks, die sind auch ohne Beratung
oder Aufdruck ( SDJ, DSP ... ) bestens informiert und
kaufen recht unabhängig ein.
Die Masse sind Kunden, die Wünsche erfüllen ( kaufen nach Auftrag ein ), sehr stark von Werbung und Trends beeinflußt.
Der typische SDJ-Käufer kommt in den Laden gestürmt: "Wo ist das SDJ?", bezahlt und geht wieder.
Insofern hat ein weiterer Spielepreis keinen Sinn. Für wen? Die Freaks sind informiert. Der Rest hat ein starkes Label. Für Kartenspiele gibt es einen Preis von Fairplay etc....
Interessant ist die Zukunft vom SDJ.
Ich sehe Ihn absolut als Verbraucherpreis.
Die Jury steht in der Verantwortung, ein Spiel zu küren, das möglichst allen Spielern ( Freaks, Familien, Vielspielern, Wenigspielern... ) gefällt.
Dies entspricht sicher nicht dem urprünglichen Ziel, ist aber Realität und beeinflußt sicher auch die Entscheidung der Jury. Nur so kann ich persönlich mir
"TORRES" erklären.
Jede Chance SDJ in eine andere Richtung zu lenken ist
wohl zur Zeit nicht ( mehr ) gegeben.
Der Rest-Jury ist zu wünschen, daß sie wenigstens die
objektiv vorhandene ungute Verknüpfung von Interessen
löst. Nicht aus öffentlichem Interesse sondern aus Anstand.
So. 90% nicht über Spiele geschrieben.
Meine Favoriten des aktuellen Jahrgangs: Carcassonne und Java. Die Hamsterrolle ist auch nicht schlecht und: Medina. Der Rest ist noch sehr schwer einzuschätzen. Gespannt bin ich auf die drei neuen von alea. Die Händler von Genua fand ich auf der Messe etwas verzwungen. Die beiden kleinen schauen gut aus.
So long.
MF

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sonne

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon sonne » 14. Februar 2001, 14:37

Lieber Herr Knopf,
wenn man an eine Sache glaubt, dann klappt das auch - antwortet der Idealist dem Realisten. In der Tat, kennen Sie die Zusammenhänge natürlich besser als sonst hier wer (vermutlich). Wir haben uns ja nur mal erlaubt laut nachzudenken, - und Enttäuschung gab's wohl bei Ihnen und Ihren ausgeschiedenen Kollegen und einigen hier im Forum ebenso, da möchte man halt eine Vision entwickeln an der man eine Hoffnung knüpfen könnte. Jeder ist natürlich selbstbestimmt und wenn wir schon von unseren Ideen so überzeugt sind, sollten wir selbst Ihnen auch folgen, könnten Sie ferner erwidern...(- ich bin halt kein Spielerezensent).
Ich denke, daß man durch so eine zweifach virtuelle Diskussion auch nur positives anrichten kann: entweder wird etwas draus bzw. ein paar Gedanken werden in der Diskussion geschärft oder die jetztige SDJJ surft doch gelegentlich im Internet und findet Ihre Ideen wieder ;-)
So nun möchte ich aber trotzdem auch in der Sache erwidern:
Natürlich sind zunächst traditionell die Medienaufmerksamkeit und die möglichen "Wahlkampferstattungen" beim alten SDJ Pöppel, - zumindest soweit es sich bewahrheiten sollte, daß der Bevölkerung Hintergründe zur SDJJ sehr egal sind. Idealimus ist sicher wenigstens am Anfang von nöten. Den würde ich aber bei Ihnen schon erkennen, wenn man Ihr Engagement bei der SDJJ berücksichtigt (u.a. auch Aufbau der Internetseite). Ich will auch nicht behaupten, das so ein neuer Preis unbedingt schnell den alten verdrängen/überrunden kann. M.E. müßte jedoch schon ein konzeptionell deutlich überlegener neuer Preis rascher an Autorität, Glaubwürdigkeit, Medienpräsenz usw. dazugewinnen (sagt der Idealist), ohne das hierzu großartige Mittel notwendig wären. Die schwächen der alten SDJJ liegen nun auf der Hand, ich will sie hier nicht nochmal alle wiederholen, nur im Punkte PR dürfte besondere Kreativität von nöten sein, um Aufmerksamkeit ohne große Investitionen zu erhalten. Die übrigen alten Defizite/historisch gewachsenen Strukuren sind abzuschaffen, daraus leitet sich auch schon etwas Überlegenheit ab. Viele Dinge könnte ggf nicht so durchgeführt werden, wie dies bei der SDJJ der Fall war/ist, um keine Kosten zu verursachen. Aber in zwei oder drei Jahren spätestens dürften sich die Gewichte verlagert haben. Die jetztige SDJJ dürfte angesichts der vorgebrachten Kritik große Schwierigkeiten haben, neue Mitglieder dazuzugewinnen und den Generationensprung zu schaffen - es ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine Frage der Zeit. Es dürfte für die SDJJ zudem umso schwerer werden für Mitglieder attraktiv zu sein, wenn es bessere, überzeugendere Strukturen zur Auswahl gibt.
Das mit den vielen Marken, die potentiell Verwirrung stiften können ist natürlich eine Gefahr, aber m.E. kein muß. Das simplere Markenkonzept hat's sicher recht leicht beim Käufer verstanden zu werden. Andererseits ist's schade, wenn das simplere Konzept bei den verschiedenen Zielgruppen so unterschiedlich bewertet wird. Und für mich auch als eher Gernespieler war's zumindest immer wichtig zu sehen, welche Spiele auf der Auswahlliste des SDJ stehen, weil man da oft etwas entdeckte, das man sonst unbeachtet gelassen hätte. Ich denke daher das ein Spielepreis auch für Viel- und Gernespieler bedeutsam ist.
Ein Spielepreis z.B. "Spiel des Jahres - Kategorie: Familienspiel" wäre m.E. nicht irreführend.
Was könnten die ausgeschiedenen SDJJ Juroren durch einen neuen Preis dazugewinnen:
- Ggf Selbstverwirklichung
- Selbstbestimmung
- Autorität, die mit den Jahren und mit der Berühmung des Preises zunimmt
- eine neue Geliebte nach der Entäuschung mit der letzten
- viel zumindest anfangs schlecht bezahlte Arbeit...
Gruß (Herrlein) sonne, (wir hatten schon mal vor etwa einem Jahr emails ausgetauscht)
PS: Noch eine Idee:
Man könnte auch einen bereits lange existierenden Spielepreis, der bisher nur im Ausland (Frankreich, GB oder USA) bekannt war auf Deutschland ausdehnen und so etwas neues größeres schaffen.
War die Idee mit der Fernsehsendung zu verrückt?

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Michael Knopf

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Michael Knopf » 14. Februar 2001, 15:00

... ich will und kann jetzt nur schnell eines aufgreifen, weil ich ja auch so einer bin, der nebenbei ein bisschen arbeiten muss:
Die Sache mit der Fernsehsendung ist nicht verrückt, sondern schön - idealistisch betrachtet. Berufsbedingt realistisch, würde ich mal sagen: In der derzeitigen Medienwelt hätte ein "Spielerisches Quartett" bestenfalls dann eine Chance auf ein quotenträchtiges Plätzchen, wenn die daran Beteiligten nackt, besoffen und gemischtgeschlechtlich "Plem Plem" besprechen würden, das demnächst bei Schmidt erscheint.
Diese Vorstellung allerdings ist ein starkes Argument gegen die jetzige Jury, das schon...
Gruß,
Michael Knopf

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Markus Barnick

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Markus Barnick » 14. Februar 2001, 15:25

Sollte man evtl. eine Altersgrenze einführen oder die Jury im Abstand von ca. 5-6 Jahren neu wählen? (oder sich neu wählen lassen?)
Früher war mir das SDJ mir eine wichtige Entscheidungshilfe, aber inzwischen kenne ich mich besser aus (in dem, was ich von Spielen will) - und so ist sie mir persönlich eigentlich überflüssig geworden - aber nicht für den sonstigen Verbraucher, bzw. "nur-selten-spieler".
Markus
(dem das alles zu hoch ist)

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Markus Barnick

re: Neuer Spielpreis?

Beitragvon Markus Barnick » 14. Februar 2001, 15:27

Woran erkennt man den deutschen Spielepreis?
Hat er ein Logo?
Markus
(dem Preise eigentlich oft zu teuer sind. Auch die für Spiele)

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sonne

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon sonne » 14. Februar 2001, 15:30

Hallo Herr Knopf,
ich finde Sie haben schon großes Talent zu unterhalten, wenn ich mir Ihr Posting von gerade eben durchlese ...
:-))))))))) - sehr gut! Soetwas könnte schon bei den Sendern auch gefragt sein - Ihre persönliche Ausstrahlung kenne ich aber nicht. Vielleicht sollte man noch eine Frau dazunehmen (warum, wage ich nicht mal teils- anonym zu posten).
Ihre Stellungnahme hat mich auch sehr an die kürzliche goldene irgendwas Verleihung an Herrn Jauch erinnert. Da meinte der auch in seiner Dankesrede, das er nie geglaubt hätte das das "Wer wird Millionär" Konzept einmal soeinen Erfolg haben könnte, obwohl kein Sex and Crime oder Containerbewohner gezeigt würden (er sagte es etwas schöner). Man sitzt in der Sendung nur rum und sieht Leute beim Nachdenken, die gelegentlich etwas sagen, - und das ist nun der große Erfolg geworden...
Gruß sonne (muß jetzt auch meiner Nebenbeschäftigung etwas mehr frönen)
PS lassen Sie mal Plem Plem oder was auch immer von den "richtigen" Leuten spielen (ich kenne das Spiel aber nicht). Auch die Typzusammensetzung kann zu einem guten Ergebnis führen (Frau mit geringer Frustrationtoleranz spielt mit Mann mit hohem Ärgernwollen spielt mit körpersprachlichem Wundergeschöpf (fürs Auge) spielt mit Idioten (für den Skandal und das Zusschauerinteresse). Oder überspitzt: Herr Merz spielt mit Frau Merkel spielt mit Herrn Münterfering spielt mit Kardinal Wetter (habe nicht die Typen den Personen zugeordent). Dies auschnittsweise kommentiert und anschließend diskutiert durch das spielerische Quartett....



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Jürgen Klimke

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon Jürgen Klimke » 14. Februar 2001, 17:35

Hallo Sonne,
deine Verbesserungsvorschläge sind teilweise interessant, dein Anliegen im Gesamten aber völlig überflüssig. Vor allem macht es deutlich, dass du meiner Meinung nach die Situationslage um die Jury völlig verkennst, wie eigentlich ein Großteil der Forumsschreiber;
die Auszeichnung "Spiel des Jahres" ist weder kurz vor dem Aus noch steht sie vor irgend einem Scherbenhaufen, aus dem ein neuer Preis Nutzen ziehen könnte: Nenn mir bitte ein einziges Medium, das kein Fachblatt ist, in dem über den Austritt der 3 Mitglieder geredet wurde, geschweige denn über ihre Motive oder irgend welche Streitereien;
Die Wahrheit ist, es hat niemand berichtet, und es interessiert auch niemanden außerhalb der "Szene". Und diese "Szene" ist sehr klein, sie umfasst noch nicht einmal den ganzen Bereich der Vielspieler und Freaks, sie umfasst nur den harten Kern, der eben auch die Fachmagazine oder Online-Seiten regelmäßig liest.
Oder anders ausgedrückt (und das wurde hier schon mehrfach angesprochen): es interessiert nur diejenigen, die das SDJ sowieso nicht kaufen. Zumindest nicht, weil es SDJ ist.
Ein neuer Preis könnte so sehr behaupten, er sei vorbildlich und unabhängig, es wird niemand davon Notiz nehmen.
Im Übrigen, und das wird hier gerne vermischt, sagen die Austritte der drei Unzufriedenen überhaupt nichts darüber aus, ob das am Ende ausgezeichnete Spiel besser oder schlechter ist: Haben denn Ruschitzka, Mutschke und Knopf tatsächlich für OfuA oder Mamma Mia gestimmt?
Was den Kunden letztendlich interessiert, ist ob das Spiel, das er zu Weihnachten kauft, seinen Wünschen entspricht, oder nicht. Damit, und nur allein damit hat sich das Spiel des Jahres seinen Ruf und seine Kompetenz aufgebaut. Und nur damit kann die Jury sich den Ruf auch wieder verspielen.
Nicht aber mit Streitereien darum, ob mit dem eingenommenen Geld eine PR-Agentur oder ein Spiele-Archiv beschäftigt wird.
Es kommt noch ein Zweites hinzu, warum die Sache den Verbraucher nicht wirklich interessiert: Im Gegensatz zum Politiker-Skandal, der hier oft beschworen wird, zahle ich nicht mit meinen Steuern die Diäten der Jury. Deshalb ist es mir im Einzelnen egal, was mit dem Geld, das sie einnimmt getan wird, solange ich nicht das Gefühl habe, hier wird bestochen und gemauschelt, was das Zeug hält.
Das ist aber nicht der Fall. Kommen wir doch mal alle auf den Boden der Tatsachen zurück, und versuchen die Fakten nochmal nüchtern zu sehen: 260.000 Mark per anno für eine Werbe-Agentur? Es nenne mir jemand nur eine einzige PR-Agentur, die für dieses Gehalt kompetente, flächendeckende und durchschlagende Werbung für das SDJ macht. Und bei der man dann auch noch anrufen kann, und sich erkundigen kann, was vor 5 Jahren SDJ geworden ist. (was eine im Vergleich relativ einfache Frage ist, verglichen mit denen, die das Archiv täglich gestellt bekommt, soweit ich mich informiert habe) ( wie du selbst zugegeben hast, Sonne: du weißt gar nicht so genau, was ein Spiele-Archiv macht ); Fazit: Die Arbeit des Archivs in Sachen PR ist vielleicht nicht überragend, aber nicht die "Verschwendung" von der hier alle reden. Wer mehr will, muss auch mehr bezahlen! Wollen wir tatsächlich, dass die Jury Hunderttausende von Mark jährlich ausgibt, nur um mehr präsent zu sein? Wollen wir das??
Hat einer von den drei Ausgeschiedenen das Argument von Herrn Ernst entkräftet, dass keine günstigere Agentur gefunden wurde?
Das ist nur einer von einigen inhaltlichen Fehlern, die hier in der Diskussion gerne in den Raum gestellt werden, ohne dass einmal kritisch hinterfragt wird.
Der Streit der Jury und der Verdacht auf undeutliche Geldkontrolle empören mich genau so, wie viele andere hier: Aber die Diskussion im Forum krankt erstens daran, dass alle einer Meinung sind, und zweitens, an dem in solchen Situationen immer verlockenden Gefühl, hier ist gerade etwas ganz Außergewöhnliches passiert und ich bin mittendrin. Es ist nichts Außergewöhnliches passiert. Es gab nur Streit innerhalb einer Gruppe und es gab ein paar unrühmliche Vorkommnisse. Zu einem Streit gehören aber immer zwei Parteien. Es gibt kein Armageddon, aus dem ein neuer Preis entstehen müsste. Wartet ein Jahr ab und lest Euch Eure Beiträge dann noch einmal durch.
Jürgen Klimke

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MarcFigel

re: Neuer Spielpreis?

Beitragvon MarcFigel » 14. Februar 2001, 17:46

Weißes Quadrat, in der Mitte die Konturen eines Turmes ( dunkelblau ) davor, nach rechts versetzt eine Spielkarte ( rot ), davor ein gelber Würfel ( jeweils die Konturen). Links vom Turm noch ein Pöppel ( grün ).
Links vom Turm, im oberen Drittel steht "Deutscher" ( schwarz ), rechts vom Turm auf selber Höhe "Spielepreis " ( schwarz ).
Ganz schön schwer zu erklären.... Kannst du es dir vorstellen?
MF

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Arne Hoffmann

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon Arne Hoffmann » 14. Februar 2001, 17:54

Hallo Juergen!
Mit Deinem Beitrag sprichst Du mir aus der Seele! In den Beitraegen hier wurde viel gemutmasst, dies aber meist dann als Fakt formuliert.
- Arne -



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Michael Knopf

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon Michael Knopf » 14. Februar 2001, 17:56

Hallo Jürgen,
weil wir direkt angesprochen werden, will ich auch gerne antworten:
>Hat einer von den drei Ausgeschiedenen das Argument von Herrn Ernst entkräftet, dass keine günstigere Agentur gefunden wurde?<
Nein, haben wir nicht, denn das war ein rein "politisches" und kein wahrhaftiges Argument.
Erstens stimmt es schlicht nicht: Zumindest nach Aussage der zugezogenen PR-Experten wäre sehr wohl eine Agentur zu finden gewesen, die den Jury-Anforderungen bezahlbar genügt hätte. Und zweitens war der interne Diskussionsstand noch längst nicht soweit, dass man eine Agentur ansprechen und künftige mit bisherigen Kosten hätte vergleichen können.
Mehr dazu in der nächsten "Spielbox", wenn wir hier schon auf deren Seiten sind.
Gruß, Michael Knopf

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Jürgen Klimke

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon Jürgen Klimke » 14. Februar 2001, 18:08

Hallo,
>Erstens stimmt es schlicht nicht: Zumindest nach
>Aussage der zugezogenen PR-Experten wäre sehr wohl >eine Agentur zu finden gewesen, die den Jury-
>Anforderungen bezahlbar genügt hätte.
Das kann ich nicht bis ins Detail beurteilen, also muss ich hier schweigen. :-)
>Und zweitens
>war der interne Diskussionsstand noch längst nicht
>soweit, dass man eine Agentur ansprechen und künftige
>mit bisherigen Kosten hätte vergleichen können.
Da wiederum frage ich mich: Wäre es denn nicht logischer, ZUERST künftige mit bisherigen Kosten zu vergleichen, und dann zu diskutieren? Strategisch klüger wäre es doch allemal gewesen, oder?

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Michael Knopf

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon Michael Knopf » 14. Februar 2001, 18:20

Hallo,
> Da wiederum frage ich mich: Wäre es denn nicht logischer, ZUERST künftige mit bisherigen Kosten zu vergleichen, und dann zu diskutieren? Strategisch klüger wäre es doch allemal gewesen, oder? <
Strategisch vielleicht, um dieses sogenannte Argument zu verhindern - aber praktisch unmöglich. Denn um künftige Kosten ermitteln zu können, muss man erst mal wissen, was künftig überhaupt in Sachen PR getan werden soll, und - auch das ist wichtig - was nicht mehr. Deshalb steht am Anfang die Dikussion, darüber war sich der Verein auch einig; damals...
Gruß, Michael Knopf


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sonne

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon sonne » 14. Februar 2001, 18:43

Hallo Jürgen,
Danke für Deine ausführliche Stellungnahme.
Ob wir hier im Forum - mich eingeschlossen - die Situationslage zur Jury verkennen? - Ich würde mich freuen und es mir wünschen. Du siehst auch keinen Scherbenhaufen in der SDJJ, da in den verbreiterten Medien - auch meines Wissens nach - nicht über die Hintergründe oder die Austritte berichtet wurde. Aus dieser Außensicht magst Du nach bisherigem Stand recht haben. Aus der Innensicht innerhalb der SDJJ bot sich mir nach eingehendem Studium der ganzen Darstellungen, Klarstellungen usw. ein desaströses Bild der SDJJ. Vielleicht ist's auch wirklich egal, wenn - wie behauptet - nur zu 10% über den Spieljahrgang bei Treffen der SDJJ gesprochen wird und offenbar viele Jurymitglieder den Spielejahrgang nicht so ganz erfaßt haben. In Deinem Beitrag ist zu lesen, daß Du glaubst das die Jury nur Probleme bekommen kann wofür sie auch gebraucht wird, namentlich die Bewertung eines Weihnachtsspieles. Vielleicht bekommt sie ja damit (mit der überzeugenden Kürung eines SDJ) auch noch Probleme, - halte ich nicht für so abwegig angesichts der Darstellungen der Ausgeschiedenen. Vielleicht nimmt sich ja auch noch einmal ein überregionales Blatt diesen Vorfällen an.... Aber vielleicht wirst Du auch Recht behalten und in einem Jahr fragt man sich: war da was, - nein, oder?
Du meintest auch niemand würde von einem neuen Preis Notiz nehmen. Ich meine, daß glaubwürdige Autoritäten sich langfristig durchsetzten und wenn diese Autoritäten es zufällig verstehen sollten einflußreiche Medien geschickt und effizient zu bedienen, dann hat auch ein neuer Preis eine gute Chance.
Den Vorfall (Doppelmitgliedschaften) und die Vorwürfe an sich halte ich schon für sehr verurteilenswürdig (siehe hierzu mein Posting unter den Klarstellungen des Herrn Ernst). Aber ich gebe Dir Recht, daß sich das Ausmaß auch noch steigern läßt. Letztlich bleibt es eine individuelle Einschätzung der Lage, die wir unterschiedlich sehen.
Meine persönliche Einschätzung zur PR Arbeit des Spielarchivs geht nach den gelesenen Beiträgen dahin, daß diese wohl genauso professionel, unprofessionel, kompetent oder weniger kompetent eine eigene Geschäftsstelle der SDJ machen könnte. Damit wäre wohl das einfache Tagesgeschäft erledigbar. Damit wäre man wohl noch keinen deut besser als bisher, aber vermutlich schon preiswerter. Wie Du aus den Beiträgen entnehmen konntest, floß offenbar ein wesentlicher Teil der PR Gelder auch in die Aufwandsentschädigungen für zahlreiche Messebeteiligungen, die laut Gutachten entbehrlich erscheinen. Deiner weiteren Argumentation kann ich nicht ganz folgen: Du fragst ob wir das wirklich wollen, das hunderttausende von DM in die Präsenz des SDJ investiert werden sollen, mokierst aber warum den nur die läpischen etwa DM 450.000.- (es waren angeblich nicht nur DM 260.000.-) die für 2000 ans Archiv flossen als Verschwendung gesehen werden könnten.
Auch empörst Du Dich über weitere inhaltliche Fehler die hier in der Diskussion gemacht würden und stellst aber fest, daß keiner der Ausgeschiedenen eine günstigere Agentur Herrn Ernst nennen konnte. Ist das Dein ernst, Jürgen?
Wieviel eine Agentur kostet hängt selbstverständlich davon ab, zu wieviel man sie beauftragt. Es wird günstige und teure PR Agenturen geben und alle werden den Job vermutlich um einiges besser machen als das Archiv derzeit. Was soll diese Frage? Soll hier engagierten und offenbar hochmotivierten Exmitgliedern der Vorwurf gemacht werden, sie hätten sich doch bitteschön noch ein kleines bischen mehr engagieren sollen, über Ihre Mitgliedschaft in der Jury gar hinaus? Diese Auseinandersetzung sollen besser die Jurymitglieder unter sich führen.
Übrigens wir sind hier keineswegs und eher selten alle einer Meinung im Forum, aber vielleicht hast Du ja ein paar Beiträge übersehen.
Ich wünsche Dir, daß Du mit Deinem positiven Bild der verbliebenen Jury Recht behältst.
Gruß sonne


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