Beitragvon Uwe Walentin » 14. Februar 2001, 12:31
Hallo Peer,
keine e-mail von peerchen@hotmail bei mir im Organizer angekommen, kannst Du es bitte noch einmal versuchen? Oder auch anrufen: 07531 72789.
Zum obigen Thema und den Beiträgen:
Ich weiß nicht, wie es bei anderen Verlagen ist, ober der autor unter oder über dem Redakteur steht. Es gibt bei uns einen "Directeur de Collection"/Produktmanager und wenn es Anfragen, Veränderungsvorschläge, was auch immer, gibt, wenden wir uns an diesen und dieser entscheidet. In den seltensten Fällen habe ich erlebt, daß ein Spiel eines Autors eins-zu-eins erscheint. es gibt Autoren, die liefern "fertige", "perfekte" Spiele ab. Wolgang Kramer ist ein solcher Autor. Es gibt auf der anderen Seite des Spektrums genügend Beispiele für arbeitsintensive Spiele, Bruno gehört mit Sicherheit nicht dazu. Ich sehe seine Spiele nicht im allerersten Stadium, ich bekomme schon überarbeitete Versionen, ich weiß nicht genau, wie sehr sie überarbeitet werden, das weiß er besser, aber ich weiß, daß der Redaktionsleiter nicht viel Arbeit investieren muß. Die Rolle eines Autors ist nicht, über das endgültige Produkt zu entscheiden, weder inhaltlich, noch was die Erscheinung betrifft, noch was das Spielmaterial betrifft, dafür gibt es den oben erwähnten DdC. Der Autor ist nicht Verleger. Der bezahlt schließlich und deshalb sucht er sich einen Productmanager, der das für ihn entscheidet. Natürlich versucht man, den Autor einzubinden und mit ihm Absprachen zu treffen. Ein aktuelles Beispiel ist La Vallée des Mammouth / Tal der Mammouths, das im Herbst neuaufgelegt wird. Es wird diskutiert, ob das Spielbrett aus einem beidseitig bedruckten Spielplan bestehen soll oder aus variabel anlegbaren Sechsecken wie man das aus anderen Spielen kennt. Wessen Rolle ist es wohl, dies zu entscheiden? Meine nicht, soviel verrate ich. Die von uns geänderte Regel macht durchaus Sinn. Unsere gängige Meinung ist, durch möglichst wenig Regeln, möglichst viele Entscheidungsoptionen zu bieten. Durch die Regel, so wie sie eben in der deutschen Version entschieden wurde (mein amerikanischer Kollege hat sich vielleicht die Frage nicht gestellt, ich weiß es nicht) passiert genau das. Wie oben schon erwähnt, ein weiteres mögliches Argument, eine weitere Option, ohne das Spiel kompliziet zu machen und ist es nicht so, daß die Qualität eines Spiels der Grad an Entscheidungsfindung ausmacht? Bei EL GRANDE z.B. und auch bei VINCI finde ich diese Aspekt hervorragend wieder gegeben, einfache, kurze Regeln und einige Entscheidungen, die es zu fällen gibt. Ich sage jetzt natürlich nicht, daß die gegenständliche Regel da miteinzustufen ist, bei weitem nicht, es sind andere Spiele, ich sage nur, daß da auch dieses Prinzip gilt. Eine Regel, eine Änderung derselben als falsch oder richtig zu bezeichnen, ist doch hier nicht der Punkt. Was mehr Spaß macht, ist meiner meinung nach entscheidend. Ich hoffe, daß das Spiel häufig gespielt wird und das letztenendes diese Regel dazu beiträgt, daß das Spiel ein bisschen mehr Spaß macht.
Uwe Walentin
PS: Immer an Spielerfahrungen und Kommentaren interessiert.