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"Langzeiterfahrung" mit Capitol

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Sylvia Berger

"Langzeiterfahrung" mit Capitol

Beitragvon Sylvia Berger » 14. März 2001, 09:11

Hallo,
habe gestern meine erste Partie Capitol gespielt und fand es ganz gut (einziger Kritikpunkt: die Punktesäulen, die wir als ziemlich unfunktionell empfanden, abwechselnd klemmten oder verrutschten die einzelnen Leisten).
Wer von euch hat Capitol schon mehrfach gespielt? Ich habe nach dem ersten Spiel den Eindruck gewonnen, daß das Spiel kein großes Potential hat was Veränderungen im Spielablauf angeht, sprich, dass es eigentlich immer gleich abläuft und dadurch der Reiz des Neuen dann doch recht schnell verflogen sein kann, weil jede Partie wie die andere ist. Oder irre ich mich da?
Falls ja, worin bestanden bei Euch die Unterschiede zwischen den Partien?
Gruss
Sylvia

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Roman Pelek

re: "Langzeiterfahrung" mit Capitol

Beitragvon Roman Pelek » 14. März 2001, 12:38

Hi Sylvia,
>habe gestern meine erste Partie Capitol gespielt und fand es ganz gut
(einziger Kritikpunkt: die Punktesäulen, die wir als ziemlich unfunktionell
empfanden, abwechselnd klemmten oder verrutschten die einzelnen Leisten).<
Wir sind dazu übergegangen, wie bei Evo, alles auf einem Zettel zu notieren. Ist viel einfacher :)
>Wer von euch hat Capitol schon mehrfach gespielt? Ich habe nach dem
ersten Spiel den Eindruck gewonnen, daß das Spiel kein großes Potential
hat was Veränderungen im Spielablauf angeht, sprich, dass es eigentlich
immer gleich abläuft und dadurch der Reiz des Neuen dann doch recht
schnell verflogen sein kann, weil jede Partie wie die andere ist. Oder irre ich
mich da?<
Nun ja, es werden in jeder Partie Häuser in neun Regionen gebaut, insofern läuft's ähnlich ab ;-) Aber mal im Ernst: wir haben Capitol jetzt sechsmal gespielt und langweilen uns noch lange nicht. Jedesmal gibt's andere Gebietskarten, die Mitspieler bauen anders, man muss ganz anders taktieren, je nachdem, in welchen Gebieten welche Dachformen sind und ob man überhaupt die entsprechenden Gebietskarten bekommt; wer schnappt sich die letzten Bausteine, wo stehen Amphitheater und Tempel, wie kann man mitsteigern mit welchen Karten noch etc. etc.
Meines Erachtens ist Capitol kein Spiel, dass langweilig wird, weil sich jedesmal andere Zwänge aufgrund der Mitspieleraktionen und der eigenen Handkarten ergeben. Wenn Du noch mehr Veränderung willst, bräuchtest Du einen variablen Spielplan.
>Falls ja, worin bestanden bei Euch die Unterschiede zwischen den Partien?<
S.o., es gibt jedesmal andere Situationen mit anderen Zwängen: was steht schon da, wo kann man noch hinbauen, was können die anderen noch bauen, welche Karten braucht man für die Ersteigerung, wer führt und wie schadet man ihr/ihm usw. Wenn man auf solche taktischen Feinheiten achtet, ist das Spiel sehr interessant und abwechslungsreich; alleine die unterschiedliche Verteilung von Gebietskarten zu Beginn sorgt auch für ganz andere Startvoraussetzungen.
Wobei ich natürlich nicht weiss, zu wievielen Ihr es gespielt habt - mir gefällt's (wie die meisten Spiele für 2-4 oder 3-4) zu viert am besten, da ist am meisten los, und es gibt genug zu beachten.
Capitol ist momenten jedenfalls, kurz vor Evo, mein Lieblingsspiel der aktuellen Neuheiten. Ob das natürlich auf Monate oder Jahre so bleibt... DIE Langzeiterfahrung dürfte zur Zeit noch keiner haben ;-)
Ciao,
Roman

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Erhard Portner

re: "Langzeiterfahrung" mit Capitol

Beitragvon Erhard Portner » 14. März 2001, 20:41

Hallo Sylvia,
ich kann mich Romans Worten in seinem Posting nur voll und ganz anschließen.
Ich finde, "Capitol" ist das beste und im Regelwerk schlüssigste und "reifste" Spiel das Alan Moon - natürlich zusammen mit seinem Koautor Aaron Weissblum - bisher abgeliefert hat. Und ich muss sagen, "Capitol" gehört zu der Handvoll Spielen, die mich in den letztn fünf Jahren mit am meisten fasziniert haben. Ich habe bisher ca. zehn Partien gespielt und alle waren sehr spannend und reizvoll. Wobei der Reiz mit vier Personen sicherlich am größten ist. Natürlich sind Spiele immer Geschmackssache. Und wofür ich mich begeistere, muss noch lange nicht allen gefallen. Aber ich habe bisher noch keine negativen Kritiken zu "Capitol" gehört oder gelesen, weder hier im Forum - was ja schon erstaunlich ist! - noch von meinen Mitspielern. Gut grafische Gestaltung des Spielplans und Zählleiste sind Sch... Aber das ändert nichts an der spielerischen Qualität von "Capitol".
Ich habe es schon wiederholt hier im Forum gepostet: Für mich ist "Capitol" ein ganz heißer Anwärter für das diesjährige "Spiel des Jahres" und für den am 14. November erstmals zu vergebenden neuen Spielepreis "Der Portner"!
Mit verspielten Grüßen
Erhard

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Sylvia Berger

Danke

Beitragvon Sylvia Berger » 15. März 2001, 12:05

Hallo Roman und Erhard,
vielen Dank für Eure interessanten Ausführungen.
Habe von den Nürnberger Neuheiten bisher nur Evo (1x zu dritt, 1 x zu fünft) und Capitol (1 x zu viert) spielen können und da liegt für mich auf alle Fälle Capitol in der Gunst vorn. Allerdings würde ich für den "Portner" Carcassonne nominieren.
Aber warten wir mal die restlichen Neuheiten ab.
Gruss
Sylvia

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Erhard Portner

re: Danke

Beitragvon Erhard Portner » 15. März 2001, 21:56

Hallo Sylvia,
>Allerdings würde ich für den "Portner" Carcassonne >nominieren.
Nein, definitiv nein. "Carcasonne" kommt für den "Portner" schon deshalb nicht in Betracht, weil das Spiel noch aus Essen 2000 stammt. Für den am 14. November erstmals zu vergebenden Alternativspielepreis "Der Portner" kommen nur Spiele aus Nürnberg 2001 und Essen 2001 in Frage.
Unabhängig davon darf ich aber auch verraten, dass "Carcasonne" gegen "Capitol" keine Chance gehabt hätte. Ich finde "Carcasonne" zwar ganz nett, aber doch nicht so ein "Mussspiel". Mich wundert da schon ein wenig die große Zustimmung, die das Spiel hier im Spiel des Jahres Lotto erhält. Aber wenn "Carcasonne" tatsächlich Spiel des Jahres werden sollte (was ich nicht glaube), dann soll mit das nur recht sein. Denn dann geht "Der Portner" garantiert an ein anderes Spiel :-).
Mit verspielten Grüßen
Erhard


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