Beitragvon Volker L. » 28. März 2001, 14:41
> Zu Deinen Ausführungen und Zitaten zum Zusammenhang
> Spieler - Intelligenz - Kreativität - Mathematischer
> Background kann ich auf Grund der Erfahrungen in
> meinem Umfeld nur sagen, daß es keinen gibt.
Aha, interessant, aber koenntest Du das vielleicht
etwas genauer erlaeutern?
Die Behauptung des von mir zitierten K.-H. Koch
lautete ja folgendermaszen:
> Und tatsaechlich kann man feststellen, dass Menschen
> in wissenschaftlichen und kuenstlerischen Berufen in
> der Regel auch gerne (Brett-)Spiele spielen;
> ja, es scheint sogar Hinweise darauf zu geben, dass
> zwischen der Faehigkeit zu spielen und dem Grad der
> Intelligenz eine Beziehung besteht.
wobei die zweite Haelfte eigentlich zu schwammig
formuliert ist, als dass man auf dieser Grundlage
sinnvoll argumentieren kann.
Nehmen wir also die ertse Haelfte. "dass Menschen in
(...) Berufen IN DER REGEL gerne (...) spielen"
In anderen (meinen) Worten: Unter Menschen aus den
genannten Berufsgruppen sollte das Interesse an Spielen
[Ergaenzung meinerseits: insbesondere an Spielen, deren
Komplexitaet ueber MAeDN und die gaengigen Kartenspiele
hinausgeht] weiter verbreitet sein als in der
Gesamtbevoelkerung. Das bedeutet natuerlich nicht, dass
JEDER Wissenschaftler oder Kuenstler gerne spielen
muss oder andere Leute nicht spielen wuerden, insofern
sind Verifizierungen oder Falsifizierungen jener
Behauptung, die nur auf den persoenlichen Erfahrungen
im privaten Umfeld basieren, mit Vorsicht zu geniessen.
In meinem Fall habe ich die Erfahrung gemacht, dass ca.
80% aller Physiker, die ich waehrend des Studiums oder
bei der Arbeit hier im Institut naeher kennengelernt
habe, gerne Spielen. Bei Leuten, die ich im Urlaub
getroffen habe, ist der Prozentsazt deutlich geringer.
Im familiaeren Umfeld (ich bin der einzige Akademiker)
liegt die Rate dazwischen, allerdings mit Tendenz eher
zu einfacheren Spielen (ich hatte ja im Januar hier
schon mal erwaehnt, dass meine Grosseltern und mein
Vater zwar Spass an der Partie Bohnanza hatten, jedoch
ueber die furchtbar komlizierten Regeln gestoehnt haben).
Ein Argument gegen die obige Behauptung waere zum
Beispiel, wenn Du sagen koenntest, dass ebenfalls
ein hoher Prozentsatz der Buchhaendler, die Du kennst,
gerne spielt, wobei man dann aber noch darauf achten
muesste, dass da kein Auswahleffekt vorliegt.
(Fuer die Nicht-Akademiker, die mit dem Begriff
"Auswahleffekt" nichts anfangen koennen, mal ein kleines
Beispiel: Wenn ich 5 Klempner kenne, einen, der bei
meinem Vermieter fest angestellt ist und einmal im Jahr
meine Heizung durchcheckt und vier, die ich auf der
Messe in Essen oder hier im Forum kennengelernt habe,
dann waeren 80% aller Klempner, die ich kenne, an
Spielen interessiert, diese 5 waeren aber keine
repraesentative Gruppe).
So, ich hoffe, Du hast Dich jetzt nicht schwindelig
gelesen, denn ich waere sehr daran interessiert, zu
lesen, wie Deine Erfahrungen aus dem persoenlichen
Umfeld unter diesem Aspekt aussehen.
Gruss, Volker
P.S.
> (Dort können aber auch Physiker nachschauen... ;o) )
Wenn sie die entsprechende Adresse kennen, schon...