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Darkside gespielt

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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David

Darkside gespielt

Beitragvon David » 5. April 2001, 23:06

Wir haben heute Darkside von Reiner Knizia gespielt. Bei dem Spiel geht es darum die dunkle Seite der Mitspieler zu erraten und die eigene Dunkle Seite vor den Mitspielern zu verbergen (den nur derjenige, der am meisten Punkte hat aber dessen dunkle Seite nicht enttarnt wurde kann das Spiel gewinnen).
Der Spielablauf ist relativ simpel. Auf 65 Karten sind 5 verschiedene Bereiche mit jeweils 13 Karten abgedruckt(Familie, Nachbarn...) diese haben jeweils einen Punktewert von 1 bis 5. Jeder Spieler bekommt 15 Karten (der rest kommt aus dem Spiel). Jetzt zählen alle die Punkte auf ihren Handkarten und ermittelt so den Bereich mit der höchsten Wertung; dies ist seine dunkle Seite...
Es gibt auch noch Aktionskarten. Wer an der Reihe ist, zieht eine Aktionskarte befolgt diese und der nächste Spieler ist an der Reihe. Die Aktionskarten haben verschiedene Handlungen zur Folge (man darf einen Bereich bestimmen bei von dem jeder eine Karte ablegen muss, man kann eine Person nach einer bestimmten Anzahl von Karten eines Bereiches fragen (die dieser unter umständen abgeben muss) - kurz und gut, die Aktionskarten sind dazu da um herauszubekommen welche Karten die anderen wohl auf der Hand haben, gleichzeitig kann man auch Punkte hinzugewinnen - sollte jemand der Meinung sein zu wissen, welche dunkle Seite ein anderer Spieler verbergen will, kann er ihn anklagen (bei richtiger anklage bekommt man Punkte und der andere kann nicht mehr gewinnen (es sei den alle sind enttarnt worden) wenn die Anklage falsch ist bekommt man Minuspunkte). Spielende ist, wenn alle Aktionskarten verbraucht sind. Gewonnen hat derjenige der nicht enttarnt wurde und die meisten Punkte sammeln können (sind alle enttarn worden gewinnt derjenige, der die meisten Punkte bekommen hat.)
Das negative zu Beginn. Das Material ist von der billigsten Sorte (Karten bei denen man Angst hat sie sofort zu verknicken, Plastikfiguren, Plastikchips (die wahnsinnig billig aussehen) und ein Plastikeinleger der dünner nicht sein könnte). Eine weitere Frechheit ist der Spielplan - den eigentlich ist es kein richtiger Spielplan sondern lediglich eine überdimensionale Zählleiste (trotzdem haben sie es geschafft, das auf den einzelnen Feldern zu wenig Platz für mehrere Spielfiguren ist (das muss man erstmal schaffen). Die Grafik ist geschmackssache meiner Meinung nach aber total abstrakt und vollkommen unpassend (aber es gibt vielleicht andere, denes es Gefällt). Auf den einzelnen Karten sind kleine Sprüche die beim Ausspielen laut vorgelesen werden sollen und die die Mitspieler zum Lachen bringen sollen (kleiner Vorgeschmack: "Ich lese heimlich fremde Tagebücher", "Wenn mein Nachbar in Urlaub ist stöbere ich gerne in seinem Haus" usw. uns hat es höhstens amüsiert, dass die Sprüche so doof waren...
Nun zum positiven: das Spiel selbst ist eigentlich ganz witzig, man versucht herauszubekommen welche Karten die anderen auf der Hand haben - dadurch, dass nicht alle Karten im Spiel sind, kann man sich nie ganz sicher sein. Wenn man geschickt Spielt und richtig kombiniert ist es auch gut möglich die anderen zu enttarnen - dabei muss man immer aufpassen, dass man nicht zuviel von sich selbst verrät...
Wir wurden in der Spielerunde das Gefühl nicht los, dass es sich bei dem Spiel eigentlich um ein reines Kartenspiel gehandelt hat zu dem einige Aktionskarten (und teilweise unnütze dazu) hinzugefügt worden ist - das Thema ist sehr unpassend. Menschen die sich durch die Grafik angesprochen fühlen werden im Spiel nicht das vorfinden, was sie sich erhofft haben - andere, die der Spielmechanismus interessieren könnte (schließlich handelt es sich um ein astreines Deduktionsspiel) werden von der Grafik eher abgeschreckt werden) - weniger wäre hier wesentlich mehr gewesen - das Spiel als Kartenspiel ohne das unnütze drumherum hätte ein wirklich gutes Spiel gewesen - so aber ist es ein Spiel das wenig Lust zu wiederspielen macht - schade eigentlich, der Spielmechanismus hätte mehr verdient - R. Knizia will ich hier aber keine Schuld genen, ich glaube, dass Clementoni hier der schwarze Peter zuzuschreiben ist - denn sie lagen mit ihrem gesamten Konzept total daneben.
David

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Frank Gartner
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Beiträge: 257

re: Darkside gespielt

Beitragvon Frank Gartner » 6. April 2001, 00:21

Hallo David,
stimmt schon, das Outfit des Spiels lässt anderes vermuten.
Als reines Deduktionsspiel würde ich es auch nicht bezeichnen, denn es gehört viel Blufferei dazu.
Und wenn die anderen schlecht bluffen und ertappt werden, wirst auch Du irgendwann enttarnt.
Trotzdem hat es unserer Runde Spaß gemacht, mehr als das Spiel "Der große Gallier".
MfG
Frank

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Carsten Wesel

re: Darkside (noch nicht) gespielt

Beitragvon Carsten Wesel » 6. April 2001, 09:31

> Trotzdem hat es unserer Runde Spaß gemacht, mehr als
> das Spiel "Der große Gallier".
Dann sollte ich mich doch mal ranwagen. Irgendwer aus unser Runde spricht am Abend immer so abschätzend über das Spiel (nach Regelstudium), daß wir uns bisher immer für die vielen anderen schönen Spiele entschieden haben - Dabei sogar für den Gallier. Wenn die Darkside nun evtl. besser ist, hab' ich evtl. die Chance die anderen doch noch dazu zu überreden?
Gruß Carsten (hat gestern Abend 2 Klappkisten mit Spielen für dieses Wochenende gepackt)

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Frank Gartner
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Beiträge: 257

re: Darkside (noch nicht) gespielt

Beitragvon Frank Gartner » 6. April 2001, 19:14

Hallo Carsten,
das Outfit und die Karten mit diesen netten Sprüchen drauf lassen wirklich etwas anderes erwarten.
Ich fand´s wirklich eine nette Mischung aus Bluff, Taktik und Deduktion. Und ein wenig Kommunikation kommt auch noch dazu (wenn man will).
Wie gefiel euch "der große Gallier"?
MfG
Frank


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