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Taktische Wirtschaftsspiele

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Berthold Heß

Acquire-Karten (war: re: Eine Frage noch...)

Beitragvon Berthold Heß » 7. April 2001, 08:13

Regeltechnisch wurden die Karten so verwendet:
Jeder Spieler bekommt den gleichen Satz Sonderaktionskarten. In seinem Zug darf er zusätzlich (!) zu den sonstigen Handlungen eine Karte einsetzen. Die Karte ist dann natürlich "verbraucht".
Dies bringt zusätzliche Unsicherheit, aber keinen zusätzlichen Glücksfaktor im engeren Sinne ins Spiel, weil ja jeder die gleichen Möglichkeiten zur Veffügung hat.
Welche Version besser ist? Ich finde beide gleich gut. Die Abwechslung macht Spaß, ausprobieren lohnt sich.
Die beste Acquire-Version ist m. E. die von 1997, wo Roland Siegers das Spiel noch mal umgekrempelt hat, und mit vierfachem Spielplan arbeitet. Siehe spielbox Heft 2/1999 Seite 12. Leider gibt es davon vermutlich keine 50 Exemplare. :-((
Bert

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Erhard Portner

re: Taktische Wirtschaftsspiele

Beitragvon Erhard Portner » 7. April 2001, 09:04

Richtig, Berthold, ich stimme Dir zu 100% zu, einschließlich Deiner positiven Erwähnung von "Tycoon"!
Mit verspielten Grüßen
Erhard

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Adam

Union Pacific ist KEIN Wirtschaftsspiel

Beitragvon Adam » 7. April 2001, 11:16

Wirtschaften ist das Aufbringen geistiger oder materieller Resourcen um die Lücke zwischen knappen Gütern und den prinzipiell unbegrenzten, menschlichen Bedürfnissen zu vermindern.
Alle Spiele enthalten knappe Güter. Sei es durch begrenztes Spielmaterial oder durch Einschränkung der Entscheidungsmöglichkeiten durch die Regeln (wie packt man die Welt in eine Schachtel?). Aber auch hier sind die Bedürfnisse der Spieler unbegrenzt. Zur Verdeutlichung stelle man sich eine Siedler-Kartenhand mit 21 Rohstoffen vor, (fast) sicher kann man davon ausgehen, daß sich nicht alle Tausch-, Bau- und Kaufwünsche realisieren lassen.
In diesem Sinn sind ALLE Spiele gleichzeitig Wirtschaftsspiele.
Das kann natürlich nicht gemeint sein. Eine sehr enge Interpretation geht davon aus, daß einige besonders typische Elemente des realen Wirtschaftsleben, sprich Geld oder Aktien, auch im Spiel auftauchen müssen. Ich meine aber, daß diese Definition zu kurz greift.
Man könnte einem Schachspiel einen Packen Geldscheine beilegen. Bei jedem Schlagzug wird ein Betrag ausgezahlt. Bei Bauern weniger, bei Offizieren mehr. Oder bei Mau-Mau (Skat, Romme, etc.) kann man jeden Kartenwert identifizieren mit einer Firma/Aktie/Geldbetrag. Werden Schach und die anderen dadurch zu Wirtschaftsspielen? Wohl kaum.
Meiner Meinung nach muß für ein Wirtschaftsspiel die Möglichkeit hinzukommen, die Güter aus eigenem Besitz zum Erwerb weiterer Mittel einsetzen (ausgeben) zu können, sprich Investieren/Kaufen/Tauschen.
In diesem Sinne sind auch Siedler, Bohnanza und Capitol Wirtschaftsspiele. Siedler durch das (wilde) Tauschen, Bohnanza durch Tauschen, Bohnentaler und die Kaufmöglichkeit des 3. Bohnenfeldes, Capitol durch Einsatz von Bausteine-, Baurechtskarten (u.a.) zur Leistungserstellung. Die Zusatzbedingung Geld oder Aktien zu enthalten läßt aus dieser Folge noch Bohnanza übrig.
Was hat das alles nun mit Union Pacific zu tun? Nun, das Geld kann man nicht ausgeben. Es dient nur zur Bestimmung des Siegers, also ein Spielstandsanzeiger wie man ihn auch durch eine Kramerleiste realisieren könnte (Siegessäule bei Capitol; Spielstandsanzeiger sollte mal in eigenem Thread diskutiert werden). Auch den Rest der Spielelemente (Aktien, Lokomotiven, Schienenrechte) kann man nicht handeln. Die Aktien sind auch nicht einzeln mit einem Wert versehen, sondern dienen nur zur Feststellung von Haupt- und Zweitaktionär (es ist egal ob man 11 oder 20 UP-Aktien hat). Das könnte man auch durch andere Spielelemente verwirklichen, z.B. Türmchenhöhen wie bei Java.
Daher ist Union Pacific KEIN Wirtschaftsspiel.
Anders Acquire. Hier fließt das Geld rein und raus, Aktien können gekauft, gehalten oder verkauft werden. Aktien kommen neben der Bestimmung von Haupt- und Zweitaktionär (wie bei UP) auch ein eigener Geldwert zu. So kann man auch als 3. Aktionär Geld verdienen, da Aktien bei Wertveränderung stets steigen (wer das für realistisch hält, sollte sich den Nemax der letzten 12 Monate anschauen).
Das komplexeste Wirtschaftsgeschehen von den drei Spielen bildet Giganten ab. Investition in Bohrung, Bezahlen des Transportes, Versteigerung an der Erdölbörse (mit schwankenden Preisen). Auch thematisch die dichteste Darstellung.
Empfehlenswert sind alle drei, das Zeug zum Klassiker hat am ehesten Acquire.
Gruß
Adam

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Hans-Jörg

re: Taktische Wirtschaftsspiele

Beitragvon Hans-Jörg » 8. April 2001, 23:26

Hallo,
nicht daß da was mißverstanden ist, Aquire ist toll, die Einschätzung ist meine PERSÖNLICHE, egal was irgendwelche Besprechungen dazu meinen, auch Glückselemente sind ja nichts negatives, kommt ja auch bei Shark vor, aber wie gesagt, alles eine Frage des persönlichen Gefallens!
Und wenn man schon dabei ist: 1830 von Avalon Hill gehört auch für MICH zu den Top Ten von Wirtschaftsspielen, ebenso Dallas von Maruka, und wer es gar auch richtig komplex mag: After the Holocaust von SPI.
Grüße
Hans-Jörg

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Emanuel Söding

re: Taktische Wirtschaftsspiele

Beitragvon Emanuel Söding » 13. April 2001, 12:42

... nicht zu vergessen "Buisiness Strategy" von AH. für mich immer noch eines der besten, weil realistischsten Wirtschaftsspiele.
Gruß - Manu


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