Beitragvon Roman Pelek » 9. April 2001, 14:15
Hi,
>Wie strategisch hättest Du das Spiel den gerne gehabt?
Strategisch wie z.B. A&A, Battle Cry, Diplomacy, um jetzt mal annähernd ähnliche Spiele zu nennen, bei denen es um Eroberungen geht?!?<
Nein, so muss es gar nicht sein, und so viel hatte ich gar nicht erwartet. Nur sollten beim Spielen auch "Hürden" auftreten (Plündere Christenstadt XY, würfel mit 5 gegen 2, gewonnen... gähn ;-) und Blockademöglichkeiten da sein, d.h. man sollte vielleicht noch mehr Möglichkeiten haben, Heer- und Flotte den Gegnern auf den Hals zu hetzen oder gar grüne Würfelchen umschichten dürfen, um anderen "eine Mauer" in den Weg zu bauen. Das sind meine zwei Hauptkritikpunkte, und da kann man bei einem solchen Spiel, denke ich, auch mehr erwarten. Ich wollte noch nichtmal einen Strategiespielhammer, ich wollte aber wenigstens mehr taktische Interaktion.
>Wie Du schon selber erkannt hast, warst Du etwas zu voreingenommen von IZDK, und so wie es nun daher gekommen ist hat es Dich enttäuscht.<
Nuja, wenn man von einem Geschichtsspiel taktische Finessen erwartet, denke ich, ist das nicht zuviel verlangt. Insofern schiebe ich den schwarzen Peter gerne ein bisschen mehr Richtung Marketing, Verlag, Autor... Zumindest härtere Fortgeschrittenenregeln hätten dem Spiel beiliegen sollen, nicht nur die historische Aufstellung. Aber nun zum "Wir machen das beste draus":
>Um nun vielleicht etwas mehr Strategisches, bzw. um das Spiel vielleicht für Dich und andere enttäuschte Kreuzfahrer etwas anspruchsvoller zu gestalten stehen einem mehrere Optionen zur Auswahl:
Einführung von Hausregeln (ja ich weis, viele von den "Vielspielern" mögen lieber die offiziellen Regeln und Regeländerungen, und sträuben sich, selbst an den Mechanismen und Regeln eines Spiels Hand anzulegen aber was solls, viel Geld ausgegeben und ab in den Schrank ist auch nicht 1. Wahl oder?).<
Natürlich sind Regelmodifikationen, die ein Spiel für einen verbessern, die bessere Wahl als es einstauben zu lassen, aber oftmals erfordern die viel Aufwand oder Probepartien, um sie auszutarieren - sprich: ich arbeite mit einem Spiel, das mich nicht so anspricht, um es zu einem Spiel zu machen, das mich anspricht - also übernehme ich quasi den Job von Autor & Verlag und bezahle noch viel Geld für's Spiel... Das ist eben, was mich stört, weil ich in meiner Freizeit lieber Spiele oder eigene Ideen verwirkliche, als an einem Spiel größer herumzudoktorn (natürlich haben auch wir bei vielen Spielen "Hausregeln", um die eine oder andere störende Sache zu umgehen; aber hier bedarf es ein bisschen mehr Aufwand). Aber genug gemeckert, Du hast ja geschrieben, dass Du für so eine Haltung auch Verständnis hast.
>1. 20 Bewegungskarten rausnehmen (5 Koker, 5 Ebenen usw.). Natürlich nur die BW-Karten ohne Symbol.<
Hm, deucht mir nicht der rechte Weg zu sein, da es dann an Bewegungskarten mangelt. Eher noch ein paar Heer/Flottensymbole draufmalen wäre mein Vorschlag gewesen. Oder die Möglichkeit, um den Glücksfaktor zu eliminieren: 2 beliebige Bewegungskarten als Joker für eine andere + Heer oder Flottenbewegung einsetzen.
>2. Ähnlich wie bei den Varianten beschrieben, in verschiedenen Städten schon ein paar Klötzchen aufstellen (z.B. für Konstantinopel ein stehendes Heer von 5 grünen Truppen plus die 3 Stadtverteidiger, Stadtwert bleibt bis zur Plünderung geheim).<
Hm, hatte mir überlegt, dass mit jeder ersten oder zweiten geplünderten Stadt die Anzahl der Verteidiger der darauffolgenden um 1 steigt, so quasi, da sie "vorgewarnt" sind. Und evtl. an selektierten Stellen wie z.B. Konstantinopel grüne Truppen dazu.
>3. Sarazenen/Piraten auf 5-7 Truppen verstärken<
Hm, vielleicht Grundstärke 3 + Hälfte eines Würfelwurfs von 1-6.
>4. Jerusalem: Anfangstruppenstärke auf 20 erhöhen.<
Jerusalem ist eigentlich nicht das Problem, eher das Spiel vorher...
>5. Übriggebliebene BW-Karten könnte man zur Beschriftung selbst ausgedachter Ereignisse benutzen, und dem Stapel wieder hinzufügen.<
Vielleicht sollte man auch einfach mehrere Stapel bilden: einen mit Bewegungskarten, einen mit Ereignissen und einen gemischten. Und, wenn man auf eine Nachziehkarte verzichtet, darf man eine aus dem Stapel aussuchen o.ä.
>6. Statt den Kartenstapel zweimal durchzuspielen damit das Spiel für die Sarazenen ausgeht, den Stapel nur einmal durchspielen.<
Dann wird das Spiel kürzer, und manchmal gewinnt keiner. Hm, für mich keine befriedigende Lösung, da es nix verbessert, nur verkürzt und evtl. keinen zum Sieger kürt.
So, bin mal gespannt, was andere so über diese Modifikationen denken, vielleicht können wir da ein Konzept oder Alternativregeln gemeinsam auf die Beine stellen, mir persönlich fehlt die Zeit und Musse, meine groben Ideen alle im Spiel auszutesten.
Ciao,
Roman