Hi,
nachdem wir nun Gnadenlos mehrfach gespielt haben, bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich von dem Spiel halten soll.
Es ist ein an sich einfaches, thematisch-humorvolles Familienspiel mit einem hohen Glücksanteil. Soweit, so schön und gut.
Aber:
Die verschiedenen, einfachen aber vielfältigen Spielelemente wirken etwas zusammengestückelt, dem Spiel fehlt etwas die Homogenität, das selbstverständlich-logische im Spielverlauf. Ich habe das Gefühl, hier wurde ein vom Konzept her komplexes Spiel zur Familientauglichkeit zusammengestutzt und man merkt es - irgendwie als ungutes Gefühl beim Spielen.
Zudem kann man noch so gut spielen, der enorme Glücksfaktor beim "Zahltag"-Auswürfeln ermöglicht es einem trotzdem, mit nur 3-4 Schuldscheinen mehrfach pleite zu gehen und im Endeffekt mit Abstand letzter zu werden, während andere hirnlos ihre ganze Kartenhand leerballern und nix bezahlen müssen. Und das kommt nicht selten vor.
Mein bisheriges Fazit: für ein einfaches Zocker- oder Familienspiel, bei dem man sein Glück testet, gaukelt das Spiel viel zu viele Handlungs- oder Taktikmöglichkeiten vor und dauert zu lange. Zudem fällt das Spiel nach meinem Eindruck irgendwie in seine Einzelteile auseinander - als würde irgendwo der Kitt oder die einheitliche Idee fehlen.
Dies alles ruiniert mir irgendwie auch das Spielerische dabei - ich habe das Gefühl, dass das, was ich da mache, sinnlos ist.
Mich würde dazu mal der Eindruck von anderen interessieren, die vielleicht das Spiel öfter (10+) gespielt haben. Vielleicht ist das auch ein Spiel, bei dem ich einfach keinen Zugang finde, aus welchem für mich nicht greifbaren Grunde auch immer.
Ciao,
Roman (wartet auf die Bekehrung zum Wild-West-Halunken)