Beitragvon Roman Pelek » 8. Mai 2001, 18:51
Hi Arno,
>Wozu sollten Spieleautoren "heutzutage" Pseudonyme verwenden, wo sie doch erst vor
ganz kurzer Zeit (innerhalb der letzten Jahre) erkämpft haben, dass ihr Name vorn auf der
Schachtel steht !!! Das ist eine der entscheidendsten Neuerungen am Spielemarkt.<
Natürlich, und eine der begrüßenswertesten! Schliesslich steht dem Autor eines Spiels auch eine solche Anerkennung zu, zudem erleichert das zumindest passionierten Spielern die Auswahl (man kennt ja mittlerweile seine Lieblingsautoren). Endlich ist hier der richtige Schritt gemacht der in anderen Branchen schon lange üblich ist (wer würde eine CD kaufen, ohne den Namen des Künstlers lesen zu können?)
>Und wenn kein Autor draufsteht, dann greift meinereiner gar nicht mehr nach so einem Spiel
weil es dann nur heißen kann: das ist ein Derivat oder Plagiat oder, oder. So schaut's aus.<
Ja, aber es ist doch, wie ich geschrieben habe, denkbar, dass es z.B. Werbespiele, Auftragsarbeiten etc. gibt, auf denen der Autor nicht oder unter Pseudonym genannt wird. Das mag mehrere Gründe haben: vielleicht möchte der Autor nicht mit einer Werbeaktion direkt assoziiert werden - oder vielleicht ist er auch nicht so ganz von seinem "Werk" überzeugt. Wäre ja alles denkbar!
>Und ich hoffe, die Verlage sind mittlerweile stolz auf "ihre Autoren", wobei leider das "ihre
Autorinnen" zu selten vorkommt. Aber auch das kann sich ändern ...<
Was manchmal auch noch ein Problem ist, dass man nicht auf eine Spieleschachtel schreiben kann: "Galumba - das neue Spiel von Jürgen, Jörg, Manuela, Detlef und Sigrid"... Manchmal könnte man wohl einige der "Testspieler" im Regelheft auch als Autoren ansehen :)
>Autorennamen sind schließlich Markenzeichen. Und ich bin froh jetzt Kramers, Knizias,
Dorns und Wredes sammeln zu können ...<
Gibt's demnächst ne Vernissage mit Deinen Kramers, Knizias und Dorns ;-) Aber Scherz beiseite... Mir geht's genauso.
>ganz zu schweigen von den Randolphs und
Sacksons (auf deren Neuausgaben es jetzt wenigstens draufgeschrieben wird) und zu
wissen, in der Kiste ist mindestens 33% Autorengrips drin. Bis zu 66% behalten sich
nämlich die Verlage vor (manchmal kommt das dem Spiel auch zu Gute).<
Schade nur, dass man das so selten erfährt, was geändert wurde am Spiel. So manches Spiel würde ich mal lieber in der Autorenfassung (Director's Cut?) spielen, bei anderen kann man wohl heilfroh sein, dass da erfahrene Spieleredakteure dazwischen waren... Interessanter Punkt, den Du da anschneidest, flapsig formuliert: gute Autoren gegen böse Spieleredakteure - und umgekehrt :)
Ciao,
Roman