Beitragvon Roman Pelek » 30. Mai 2001, 15:52
Hi G'Ork,
ich teile Deine Meinung, welche Spiele denn z.B. fehlen, überhaupt nicht. Und sag auch gerne, warum:
>Bali<
Sehr schönes Spiel, aber: zu kompliziert, recht konstruiert und aufgrund der Regel sicherlich für keinen SdJ-Käufer zu verstehen.
>Die Magier von Pangea<
Arge Geschmackssache, das Spiel. Schau Dich im Forum um. Mir isses zu konstruiert - und innovativ als anderes finde ich diese Mischung von Spielelementen auch nicht.
>Java<
Eines meiner persönlichen Lieblingsspiele. Aber für die Liste? Macht man mit einem solch komplexen Spiel Werbung für das Spiel oder schreckt man unbedarfte nicht eher ab? Ich hätte es auch gerne vom spielerischen her auf der Liste gesehen, habe aber meine Zweifel, ob dies überhaupt zweckdienlich gewesen wäre.
>Medina<
Warten wir's ab, was noch passiert. Hätte von der Qualität her auf die Liste gehört, aber unproblematisch ist das Spiel (siehe Java) auch nicht immer.
>Venezia<
Venezia hat ein innovatives Element: den Markusplatz. Ansonsten ist es auch nur eine El Grande-Abart wie San Marco z.B. auch. Insofern halt ich's nicht für innovativer. Und in unseren Spielrunden hat's nicht sonderlich gut funktioniert - in anderen anscheinend schon. Kurzum: auch hier gehen die Meinungen weit auseinander.
>Auf der Liste stehen abgesehen von DIE HÄNDLER VON GENUA doch nur Allerweltsspiele, von denen dann CARCASSONNE das Herausragendste ist und somit zu Recht dort steht.<
Die Händler von Genua sind sicher das anspruchsvollste, innovativste und komplexeste Spiel auf der Liste, und der Rest sind zumeist einfach zugängliche Spiele. Aber für schlecht halte ich die Spiele der Liste nicht, vor allem erfüllen sie zumeist ihren Zweck sehr gut: Seltenspielern sachte ans Spiel ranzuführen.
>Wo ist hier der Wegweiser? Die meisten Titel sind beliebig gegen andere austauschbar, genauso gut oder schlecht hätten auch San Franzisco, Meuterer, Roads and Boats, Evo, Africa oder Morisi auf der Liste stehen können...<
Meuterer, Africa - ja. Evo hat ja leider aufmachungstechnische Nachteile. Roads and Boats - zu komplex, zu wenig verfügbar. San Francisco? Nee. Morisi? Zu abstrakt und wahrscheinlich wieder mangelnde Verfügbarkeit.
Ums kurz zu machen: ich verstehe das meiste an Kritik nicht, die darauf abzielt, dass "innovative", komplexe oder von Spielern hochgeschätzte Spiele da draufgehören. Die SdJ-Liste richtet sich primär an Spielunerfahrene, und die sind sicherlich mit so manchem Vielspielerliebling hoffnungslos überfordert. El Grande, Torres, Tikal sind alles Titel, die ich schon öfter im Schrank habe verstauben sehen ("Regel nicht verstanden").
Ich bin der Meinung, dass allen mehr damit gedient ist, einfach zugängliche Titel, gewürzt mit ein paar anspruchsvolleren Spielen (aber beileibe nicht alle) auf die Liste zu packen. Man bekommt die Leute nicht an den Spieltisch, indem man mit 18xx oder Roads&Boats anfängt. Und einen Preis, der die Vielspielerlieblinge feiern soll haben wir doch theoretisch - den DSP.
Wäre das SdJ wie der DSP, wäre einer der beiden überflüssig. Bzw. dann sähe ich auch die Gefahr, dass Vielspieler ohne Vorstellung dessen, was normalen Leute zumutbar ist, Ihre innovativen Strategiegranaten auf so eine Liste packen und sich damit einen Bärendienst erweisen.
Realiter ist es mir lieber, es verkaufen sich einfache Spiele durch das SdJ gut, und es kommen so mehr Leute zum Spiel und die Verlage haben das nötige Kleingeld, um auch anspruchsvollere und innovative Spiele zu realisieren.
Andersherum habe ich die Befürchtung, dass das SdJ bei der breiten Masse nicht mehr so gut ankommt, weil die Spiele zu anspruchsvoll sind - das wäre ein Bärendienst im Endeffekt.
Und wir Spieler hier im Forum brauchen ja nicht unbedingt eine Liste, die "unsere" Favoriten drauf hat bzw. können beim DSP abstimmen oder uns unsere eigenen Umfragen basteln. Aber die Welt da draussen interessiert das herzlich wenig.
Ciao,
Roman