Beitragvon Matthias Busse » 9. Juni 2001, 17:10
So, nun kann ich endlich mitreden. Wir haben zwei Runden mit vier Personen bestritten, danach mussten wir mal wieder siedeln (war der lachende Dritte und habe unerwartet gewonnen). Zum Spiel:
1. Regelstudium ca. 20 Min.
2. Regel erklären ca. 10 Min.
Ich pflege immer sehr ausführlich die Regel zu erklären, zudem höre ich mich gerne reden (wie ich eingangs erwähnte...aber lass' mich später näher darauf eingehen...) Das Amulett war das bisher am schnellsten erklärte Spiel, nicht weil ich so gut bin oder mich vorher informiert habe, sondern weil das Spielprinzip so simpel ist. Ich halte Das Amulett für leichter verständlich als Carcasonne. Dennoch, in der Regel stecken einige kleine Schnitzer:
1. Runde (war ja schon Thema hier): es geht natürlich nicht am Anfang der Regel zu schreiben, wird über eine unbestimmte Zahl an Runden gespielt und gliedert sich in vier Spielphasen, um dann später von Runden zu sprechen, wenn man Phasen meint. Äußerst unglücklich und für die vielzitierten Gelegenheits-Spieler ein echter Stolperstein, ebenso wie
2. Startspieler: hier wäre es tatsächlich mal angebracht den Startspieler "aktiver Spieler" zu nennen. Das Amulett ist das Spiel mit den meisten Starts. Zudem wird in der Regel nicht darauf eingegangen, dass der Startspieler auch bei jedem weiteren Durchgang einer Phase wechselt, das muss man sich denken. Während des Spiels wird einem das zwar sofort klar, aber ich denke die liebe Tante aus Bottrop hätte da so ihre Probleme.
3. Schön wäre es gewesen, Metallkarten wie z.B. eiserner Überfluss mit mehr als nur einem Wort zu erklären (haben keinen Zauberspruch, bringen hohe Einkünfte), ach ne! Glücklich ist, wer zu dem Zeitpunkt bereits die Amulett-Zeichensprache beherrscht.
>>Der Mechanismus ist ja ganz gelungen und das Material auch. Kann mir aber einer den Sinn des Spiels erklären?
Wir, die Magier von Catan, die Weisen von China, die Hohenpriester von Ramses dem XXVII. laufen als Reisegruppe ( Schöner reisen? ) durch die Lande um ein Amulett mit Edelsteinen zu besetzten. Nett.<<
Das nennt man künstlerische Freiheit, hatten wir auch schon deutlich krasser. Muss denn immer alles einen Sinn ergeben, warum spielen wir dann? Eine Reisegruppe (ungeheuer charmanter Begriff, da können Wegelagerer nicht mithalten) reist durch die Welt, oder durch eine Welt, fertig!
>>Für die Edelsteine tauschen wir Metalle, welche wir für Zaubersprüche bekommen die etwas anderes bewirken. Soso.<<
Häh?
Mit Das Amulett ist das Spielen auch nicht neu erfunden worden, aber wir hatten beide Runden (je ca. 80 Min.) Spaß wie Bolle. Mir gefällt das Amulett ausnehmend gut. SDJ? Warum nicht, denn wie bereits eingangs erwähnt (!!!) aufgrund des simplen Spielprinzips auch für Gelegenheits-Spieler und sicher auch Familien bestens geeignet.
Matthias (steht tierisch auf Carcasonne)