Hallo Spielefans !!!
Anläßlich der derzeit stattfindenden, alle Jahre in der selben Form wiederkehrenden Diskussion über das Spiel des Jahres möchte ich "meinen Senf dazugeben" und etwas zum Sinn von Spielepreisen sagen.
Dies tue ich vor dem Hintergrund der Tatsache, daß weder (wie man am Forum sieht) das SdJ noch der DSP (habt Ihr das Fiasko im letzten Jahr vergessen, das war ja fast wie das Dopingproblem im Radsport !) unumstritten sind.
1.) Ich bin schon der Meinung, daß ein Preis wie das SdJ Leute zum SPiel bringt. Bei mir zum Beispiel war es so. Als ich vor über 15 Jahren als Student vor den Schaufenstern stand, fiel mein Blick auf den roten Pöppel. "Dieses Spiel (es war übrigens "Heimlich und Co.) möchte ich mir kaufen", dachte ich mir... Und "Heimlich und Co." war tatsächlich das erste Spiel, das wir (mittlerweile war ich verheiratet) uns kauften. Und auch in der Folge haben wir uns nochlängere Zeit an den Pöppeln orientiert. Es gab damals ja noch kein Forum wie dieses !
Heute, als "Familien-Viel-Spieler" treffe ich meine Kaufentscheidungen natürlich vielschichtiger und die Spielepreise spielen nur mehr eine "Teilrolle". Aber es steht fest, das Sdj war mein "Geburtshelfer" in Sachen Spiel, um mal einen Ausdruck aus meiner Berufswelt zu gebrauchen.
2.) Gerade für uns Vielspieler halte ich es für wichtig, daß auch vile SPiele erscheinen können bzw. verlegt werden. Das ist den Verlagen (genauso wie beim Kulturgut Buch) natürlich nur möglich, wenn auch "Knaller" im Programm haben, die ihnen Geld bringen. Nur so können sie auch Spiele verlegen, die zwar von der -immer noch im Verhältnis kleinen (vergeßt das nicht !)- Gruppe der Vielspieler geschätzt werden, sich aber nicht sooo toll verkaufen auch auflegen. Und da brauche ich Euch, glaube ich, nicht zu sagen, wie sehr zu diesem Mechanismus die Spielepreise beitragen, vor allem das SdJ. Ein klassisches Beispiel dafür ist doch der KOSMOS-Verlag.
Ich finde diese Entwicklung in keinster Weise negativ, im Gegenteil, sie sorgt weiter für jene Vielfalt, die den deutschsprachigen Markt kennzeichnet. Und daß "Geld die Welt regiert", das ist halt so, denkt nur daran, bei wie vielen Spielen der geweinnt, der am Ende die meiste Kohle hat...
Fazit 1: Auch wenn wir als Vielspieler uns nicht (mehr)in erster Linie nach den Spielepreisen richten, ist es wichtig und gut, daß es sie gibt....
Fazit 2 (ergibt sich aus Fazit 1): Ob meine persönlichen Favoriten dabei sind, ist eigentlich sekundär.
Gruß, Karl-Heinz (der von "auf der Liste" Carcasonne, Babel und Händler von Genua am meisten mag und von "nicht auf der Liste" Medina, Gnadenlos, Die neuen Entdecker und Java)