Beitragvon Arno » 13. Juni 2001, 11:07
Unsere Erfahrungen mit den Altersangaben sind sehr, sehr unterschiedlich. Wir bei Ludovico meinen, dass Kinder zwischen 5 und 9 Jahren nicht - oder nur sehr selten - in "Gleichaltrigengruppen" spielen sollten sondern immer ein/e jugendliche/r oder erwachsene/r Mitspielerin dabeisein sollte. Denn Regelstreitereien können Kinder in diesem Alter "in der Regel" selbst nicht lösen, was meistens zu Spielabbruch etc. führt.
Und dann wird dieses Spiel nie mehr angegriffen.
Gleichaltrigengruppen gehen ab ca. 12 Jahren sehr gut, bzw. dann auch schon früher, wenn alle jungen MitspielerInnen das Spiel schon mehrfach miteinander gespielt haben und alle gleichermaßen mit der Anleitung vertraut sind.
Bei "Heimlich & Co" z.B. ist ab 8 Jahren draufgestanden und unsere Erfahrung war, dass 8-Jährige mehrheitlich davon überfordert waren nicht Ihre eigene Spielfigur zu ziehen ... sie waren (obwohl spielerfahren) mehrheitlich zu "Ehrlich und ehrgeizig".
Zapp Zerapp halte ich für ein Familienspiel, das dann auch von Gleichaltrigengruppen ab ca. 10 Jahren problemlos gespielt werden kann.
Was heißt eigentlich Kinderspiel? Ist es ein Spiel, das für Jugendliche oder Erwachsene zu einfach ist? Damit würde man den Kindern unrecht tun, die in vielen Bereichen uns Erwachsene ganz einfach in die Tasche stecken: siehe Memory oder "Zicke, Zacke Hühnerkacke" (das meineserachtens auch eher Familienspiel ist). Unserer Meinung nach ist ein Kinderspiel durch eine "kindgerechte Aufmachung" und ein "kindliches Thema" (Ob da das Goldwaschen in Klondike ein kindliches Thema ist wage ich zu bezweifeln, schon viel eher das Schweinerennen der Rüsselbande ...) und einen Spiel-Mechanismus definiert, den Kinder schon spielen können. Bei den sg. "Kinderspielen" muß es einen hohen Glücksanteil geben, da strategische Berechnungen noch keine Sache der Kinder bis 6/7 Jahren sind (obwohl ich mich da bei Carcassonne eines besseren belehren lassen mußte: allerdings, da spielen immer Jugendliche oder Erwachsene mit).
Aus diesem Grund: wer ein Brett-Kinderspiel kauft sollte es nie für Kinder unter 4 Jahren tun und nicht meinen, weil da ab 4 , ab 6/7/8 Jahren draufsteht braucht man es den Kindern nur zu geben, die werden schon machen. Nein, wer ein Kinderspiel kauft ist auch dazu verpflichtet es mit seinen Kindern - oder mit Kindern - zu spielen.
Aber auch das ist den "Konsumenten" erst klarzumachen ...
Arno
P.S.: Zapp Zerapp wäre als Spiel des Jahres voll geeignet, denn es bietet auch Erwachsenen "Immerwieder-Spielreiz" - und überwindet spielend die Generationengrenzen.