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"Asymmetrische Spiele"

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Udo Möller

re: "Asymmetrische Spiele"

Beitragvon Udo Möller » 18. Juli 2001, 11:51

Da wäre auch noch Tablut von HiKu zu nennen. Zwei Parteien spielen mit unterschiedlichen Startaufstellungen und Zielen gegeneinander. Hier offenbart sich aber ein Problem, dass sehr leicht bei asymmetrischen Spielen auftreten kann: es gibt hier für eine Partei eine unaufhaltbare Siegstrategie! Deshalb ist es in meinen Augen sehr schwierig, ausgewogene asymmetrische Spiele zu erfinden.
Spiele Grüße
Udo (LUdo ergo sum - gestern San Marco und Cartagena [Übung für die DM ;-)])
(Toller Klammerwuscht!)

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Arne Hoffmann

re: Lieber die strenge Definition

Beitragvon Arne Hoffmann » 18. Juli 2001, 12:09

Hallo Ralf,
ich stimme Dir bezueglich der strengen Auslegung der Asymmetrie zu. Sie sollte schon von vornherein vorgegeben und auch sichtbar sein - das heisst, jeder Mitspieler weiss von Anfang an worauf er sich einlaesst (nicht erst durch Auftragskarten oder Anfangsrohstoffe).
Ich denke auch, dass die Amis eher mit vorgegebenen Unterschieden leben koennen (dies sieht man ja sehr gut im taeglichen Leben...). Dies erklaert vielleicht auch, warum aus den USA mehr thematische Spiele kommen, wohingegen in dem europaeischen (speziell deutschen) Raum viel Wert auf Mechanismen gelegt wird.
Wenn mir ein Thema vorschwebt kann ich es in vielen
Faellen nur mit Muehe mit Symmetrie versehen - schauen wir uns doch mal die Geschichte an. Wann waren da schon Gefechte oder Positionen gleichwertig? Sobald ich so etwas nachspielen moechte, _muss_ in meinen Augen Asymmetrie in das Spiel. Aber dies ist dann ja auch der spezielle Reiz dieser Spiele. Da kann ich dann versuchen, ob ich als Hannibal den Punischen Krieg gewonnen haette oder als Napoleon auch mein Waterloo erlebe.
Persoenlich spiele ich beide Arten von Spielen recht gerne (wobei ich auf CoSims nicht sonderlich stehe). Bei dem einen Spiel besticht halt das Thema mit seiner Umsetzung, bei einem anderen dann der Mechanismus, den es zu ergruenden gilt.
Tschoe,
- Arne -

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Volker L.

re: "Asymmetrische Spiele"

Beitragvon Volker L. » 18. Juli 2001, 12:23

> Nun ja, so gesehen, könntest Du aber auch "Skat" und
> viele andere Kartenspiele zu den "asymmetrischen
> Spielen" zählen.
Nicht ganz. Denn bei Skat werden die Karten rein
zufaellig verteilt, jeder Spieler kann theoretisch
jede Kombination von Karten bekommen. Solche Spiele
(u.a. auch Risiko) habe ich bewusst weggelassen und
auch die Haendler nur wegen der optionalen Moeglichkeit
des Erwerbs durch Versteigerung angefuehrt.
Sonst koennte man, wie mehrere andere Leute weiter
unten geschrieben haben, ja wirklich fast jedes Spiel
dazu zaehlen.
Bei Finale aber ist es so, dass es zwei genau
vordefinierte Saetze von Spielern gibt; such Dir einen
aus der blauen Mannschaft, und Du wirst in der roten
Mannschaft keinen einzigen Spieler finden, der mit
jenem dieselben Eigenschaften hat. Meiner Ansicht nach
ist Finale stark gluecksabhaengig, waere es staerker
taktikabhaengig, dann koennte ich mir aber sogar
vorstellen, dass ein (Real-)Spieler eine Vorliebe fuer
eine der beiden Mannschaften entwickelt.
Gruss, Volker

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Carsten Wesel

re: "Asymmetrische Spiele"

Beitragvon Carsten Wesel » 18. Juli 2001, 12:28

Ta Yü ist in der 3-Personen-Variante auch asymmetrisch, denn der dritte Spieler operiert dort als Störer, der Spieler 1 und 2 von ihrem Ziel (einem symmetischen übrigens) fern halten will.
Gruß Carsten (leicht asymmetrisch)

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Stefan-spielbox

re: "Asymmetrische Spiele"

Beitragvon Stefan-spielbox » 18. Juli 2001, 15:08

>Gibt es Spiele, die "total asymmetrisch" sind, d.h.
>völlig unterschiedliche Startpositionen,
>unterschiedliches Spielmaterial (in Quantität und
>Qualität) zu Beginn und völlig verschiedene
>Siegstrategien?
Hallo!
Na klar! Bei jedem Kosim haben beide (oder alle) Seiten grundsätzlich verschiedene Startpositionen, verschiedene Qualitäten und Quantitäten an "Material". Die Siegbedingungen mögen sich dann ab und an wieder annähern, aber die Siegstrategie weicht dann wieder erheblich voneinander ab.
Gruß,
Stefan

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Stefan-spielbox

Eröffnungsbibliotheken

Beitragvon Stefan-spielbox » 18. Juli 2001, 15:21

Hallo Volker!
In der Tat haben sich zu einer Reihe von Kosims bereits Standarderöffnungen ergeben. Auch Tricks wie der bekannte "Schäferzug" beim Schach gibt es in einigen Spielen. Dennoch beschränkt sich dies meist auf Kosims geringerer Komplexitätsstufe wie z.B. A&A oder z.B. "The Russian Campaign" von AH. Unerfahrene Spieler fallen dann meist auch auf diese "Tricks" herein, während erfahrenere dies erkennen und vermeiden können (eben wie beim Schach).
In den komplexeren Kosims findet sich dann immer mehr die sog. "Friktion" ein. Friktion bedeutet (grob geschildert - wer sich näher dafür interessiert möge seinen Clausewitz lesen), daß nichts sicher ist in einem Plan und seiner Ausführung. Man kann z.B. seinen Truppen befehlen von A nach B zu marschieren. Ob sie dieses Marschleistung dann auch umsetzen können ohne dabei zu viel Verluste zu erleiden (z.B. durch Force March) ist ungewiss und von mehreren Faktoren abhängig auf die der Spieler keinen Einfluß hat (Wetter, Züge des Gegners etc.). Sowohl im richtigen Leben als auch bei der Kriegsführung mit Pappsoldaten gilt daher der Grundsatz: "No plan survives contact with the enemy"...
Gruß,
Stefan

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Erhard Portner

re: "Asymmetrische Spiele"

Beitragvon Erhard Portner » 18. Juli 2001, 19:32

Hallo Volker,
vielleicht sollten wir dieses "bewegende" Thema bei unserem nächsten Spieletreffen ausdiskutieren :-).
Gruß
Erhard (der gerne, wenn ihm keine neuen Argumente mehr einfallen, ein Thema erst einmal vertagt)

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Volker L.

[OT] re: "Asymmetrische Spiele" :-)

Beitragvon Volker L. » 19. Juli 2001, 13:26

> Erhard (der gerne, wenn ihm keine neuen Argumente
> mehr einfallen, ein Thema erst einmal vertagt)
Ja, so sind sie, die Juristen! :-)))
Gruss, Volker


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