Beitragvon Roman Pelek » 10. August 2001, 04:39
Hi Frank,
>ich habe kürzlich IZdK gespielt und war vom Verlauf sehr enttäuscht. Da alle davon ausgingen, dass man das Spiel nicht gewinnen kann, wen man Jerusalem als erster angreift, hielt man sich vornehm zurück und rüstete die Armeen auf Maximalstärke auf. Irgendwann wagte dann jemand den ersten Schritt, griff mit 30 Armeen an und besiegte die Sarazenen innerhalb seines ersten Angriffs. Und Ende.<
Mal klappt die Strategie, mal klappt sie nicht. Wenn aber alle zu lange zögern und einen Armeen horten lassen, ist dies schon ein recht sicherer Sieg für diesen. So oder so ist der Zeitpunkt der Einnahme Jerusalems recht unkalkulierbar, da sehr stark glücksabhängig. Gewinnt jemand knapp, okay. Verliert jemand knapp, gewinnt der Nächststehende. Ein recht unberechenbares Lauern ist das; uns hat die Spielsiegbedingung auch nicht sonderlich gefallen.
>Tolles Spiel... haben wir etwas falsch gemacht? Hat jemand Erfahrungen mit selbst gestrickten Regeln gemacht, die mehr aus dem Spiel heraus holen?<
IZDK ist ein recht anspruchsloses Familienspiel mit einer netten und gelungenen historischen, sehr kriegerischeren Einkleidung. Wobei letztere bei einigen sicher über die Geschmacksgrenze rausschiessen dürfte. Das Hauptdilemma des Spiels ist, dass es historisch interessierten Vielspielern zu seicht sein dürfte - und den meisten Gelegenheitsspielern zu kriegerisch sein dürfte oder zu anspruchsvoll *erscheint*.
Ich selbst habe das Spiel mit der Erwartung gekauft, ein historisches Strategiespiel mit Glückselementen zu erwerben und war doch etwas vom seichten Mechanismus und der mangelnden Interaktion enttäuscht.
Die Kritikpunkte zu verbessern käme jedoch einer Neuentwicklung gleich. Ich sehe da keine simplen Ansatzpunkte, wie man das Spiel anspruchsvoller machen kann. Vor allem müsste man die Geschichtstreue des Spiels vollkommen aufbrechen, um mehr Interaktion und Strategie reinzubringen.
Kurzum: entweder man mag die Atmosphäre (wie die Spielbox-Kritiker ;-) oder man verdammt den seichten Mechanismus dahinter. Definitiv ein Spiel, das man vor dem Kauf probespielen sollte, da es falsche Erwartungen wecken kann und nicht jedermanns Sache ist.
Ciao,
Roman