Beitragvon Roman Pelek » 14. August 2001, 12:06
Hi Dirk,
>Gestern haben wir Java zu zweit gespielt. Sie wollte unbedingt, da es ein Geschenk war, ich war skeptisch, ob es das richtige für uns sei...
Obwohl Sie mit den Regeln gut klar kam, entwickelte sich kein richtiger Spielspass. Irgendwie waren die Freiheiten des Einzelnen zu gross, und es entwickelte sich keinerlei Kampf um die Vorherrschaften der Städte, weil eigentlich jeder von uns immer eine Stadt hatte, in der er unangefochten war. Und Platz zum Ausbreiten oder gründen neuer Dörfer war genug da...<
Du sprichst das Dilemma der Zwei-Spieler-Variante von Java an: das Spielfeld ist eigentlich zu gross für zwei Spieler, es gibt zu wenig Konkurrenz. Besser sind in dieser Hinsicht 3, am besten 4 Spieler für Java. Evtl. sollte man mal versuchen, für zwei Spieler das Feld probat zu verkleinern, um Konkurrenz zu fördern.
Ich würde aus der Zweispielerversion aus diesem Grunde auch keine Bewertung des Spiels ableiten.
>Zum Schluss fanden wir beide die Grosse Wertung als übertrieben. Vielleicht muss man sich ja das ganze Spiel über mehr darauf konzentrieren (wir haben einfach drauflosgespielt[Aber das muss doch auch gehen!!!]). Jedenfalls kam es uns so vor, als ob die im Spiel gewonnenen Punkte gegenüber denen der Schlusswertung eher unbedeutend sind.<
Bei 3/4-Spieler-Partien machen die Punkte bei der Großen Wertung ca. 1/2 bis 1/3 der bisher gewonnenen Punkte aus. Man muss etwa ab der Hälfte des Spiels auch mit auf den Schluss hin arbeiten, um dort nicht unterzugehen.
Bei 2 Spielern ist natürlich das Problem, dass durch die mangelnde Konkurrenz quasi jeder Punkte in der Schlusswertung bekommt und somit die Verhältnisse nicht mehr ganz stimmen.
>Wir werden es bestimmt nochmal spielen, und dann auch die Wertungen besser abschätzen können, aber jetzt muss ich sagen, dass mich Java nicht wirklich beeindruckt hat. Während des Spiels (und auch danach) ist mir keine Strategie in den Sinn gekommen, die ich mal beim nächsten Mal ausprobieren möchte...<
Bei der Zweispielerversion, die zuviel Platz bietet, somit eh alles erlaubt und Konkurrenz nur sehr mäßig zulässt wenig verwunderlich. Bei mehr Spielern sieht das ganz anders aus: da muss man langfristig planen, wie man in gegnerische Städte hineinkommt, sich geschickte Züge überlegen, um Städte zu splitten und somit mit wenig Aufwand Punkte zu machen; Gegner blockieren, Landschaften durch setzen eigener Figuren sichern etc.
Mein Tipp: lasst einfach die 2-Spieler-Variante aussen vor und probiert's mit mehr Spielern.
Es kann aber durchaus vorkommen, dass Spielern die ganze Sache zu anspruchsvoll ist, denn "Java" muss man eigentlich richtig spielen "lernen" in vielen Partien. Wer vorher die Segel streicht, wird vermutlich nicht viel von der an sich exzellente Spieltiefe zu Gesicht bekommen.
Kurzum: man sollte es mal in größerer Runde probieren. Aber dennoch: nicht jedem liegen verständlicherweise solche Grübelspiele. Es steckt einiges dahinter, aber diesen Reiz zu entdecken braucht ein bisschen Geduld und Ausdauer. Wer die nicht aufbringen mag, für den wird "Java" nur wenig bieten. So oder so sind bei diesem Spiel, im Gegensatz zu etlichen anderen, auf jeden Fall ernsthafte taktische und strategische Überlegungen möglich und werden auch belohnt ;-)
>Wie sind eure Erfahrungen?
Irgendwelche Tipps?<
Ich hoffe, Dir mit obigem geholfen zu haben, kann aber dennoch nicht garantieren, dass Euch "Java" gefallen wird. Jedoch kann ich die angesprochenen Mängel für die 2-Personen-Variante bestätigen; als anspruchsvolles 3 bis 4-Personenspiel finde ich "Java" aber exzellent.
>(Oder ist Java schon zu alt und abgehakt?)<
Natürlich reden wir auch über so steinalte Kamellen wie "Java" ;-))
>Dirk<
Ciao,
Roman (der "Java" immer noch liebt und sich noch nicht daran sattgespielt hat - im Gegensatz zu vielen anderen Spielen)