Beitragvon Marten Holst » 17. September 2001, 15:55
Moinle Mifu,
Ach ja, da kann man sich wunderbar streiten...
> Ich spiele möglichst nicht Karten, die ich schon 2 oder 3 Mal
> besitze.
> Wenn möglich spiele ich entweder nur eine Karte / Zug und
> beende
> dann meinen Spielzug
Worauf unter anderem folgendas passieren kann: der nach Dir spielt zwei Karten, zieht einmal zurück, hat gleich viele Karten wie Du, eine Figur mehr auf dem Feld und der nach ihm hat die Vorlage.
Der zweite Spieler hat zwar einen kleinen Vorteil (nebenbei: auch drei sieht eher schlechter, vier eher besser aus), aber man macht sich - meines Erachtens - als Startspieler selbst zu viel Ärger, wenn man aus kurzfristigen Überlegungen nur gegen Spieler zwei vorgeht, statt auf den eigenen Vorteil zu achten - und beim Zwei vor, einen zurück (2v1z) hat man halt einfach eine Figur ein paar Felder weiter.
Ein Problem sehe ich allerdings im Online-Bereich beim Vier-Personen-Spiel, wenn der erste 2v1z spielt, der zweite die Vorlage nutzt und noch einen reinsetzt, der dritte darf dann auch wieder nur 2v1z - entweder auf den eigenen oder den des dritten, vier hat den Vorteil u.s.w. Meist sieht es dann nach zwei Runden so aus, dass 1 und 3 einfach zwei Karten weniger haben als 2 und 4 - ab hier dürfte die Anfangssituation allerdings erledigt sein. Deswegen mag ich Spiele mit dreien oder fünf Spielern lieber.
Nebenbei: wenn jeder diese "Keine Vorlagen"-Strategie verfolgte, würde jeder mit sechs Einzel-Vorwärts-Zügen starten, und dann, je nach Möglichkeit, Doppelrückzüge versuchen. Ich denke, die Partie wäre sehr langweilig und bestünde fast nur aus Kartenglück. Ich halte es (außer in sehr seltenen Situationen, wie "im nächsten Zug komme ich eh durch, aber wenn ich jetzt noch einen Zug mache, gebe ich meinem Gegner eine Siegvorlage") nicht für clever, auf Aktionen aus taktischen Gründen zu verzichten.
Die Empirie gibt aber keinem von uns so richtig recht - die, die mit einem Einzelschritt eröffnen, kommen teilweise von ganz oben (ich hatte mal nachgesehen, wo "diese Quarkköppe" herkommen :-)[i][/i]), die, die so denken, wie ich, allerdings auch... Geschmacksfrage? Remis?
Die ursprüngliche Betitelung als "wichtige Regeländerung" empfinde ich jedenfalls als falsch. Immerhin hat der Startspieler im Zweifel auch den Vorteil, einen Zug mehr machen zu dürfen - ich würde gegen diese Regeländerung stimmen.
Tschüß
Marten (der - vielleicht sollte man darüber nachdenken - immer dann gewinnt, wenn er den [i]letzten[/i] Zug macht)