Beitragvon Roman Pelek » 24. September 2001, 13:04
Hi Petra,
> Wie ist den "Haendler von Genua" im Vergleich zu Fuersten?
Hm, das sind zwei Spiele, die so grundverschieden sind, dass sie nicht vergleichbar sind. Die einzigen Gemeinsamkeiten sind die Zugehörigkeit zu Alea und Franz Vohwinkel als Grafiker, daher rühren die Ähnlichkeiten in der Gestaltung.
Die Händler sind ein extrem interaktives Verhandlungsspiel, das ein großes Spektrum an Möglichkeiten und Siegstrategien bietet. Es ist aufgrund der Komplexität beim ersten Spielen sicher nicht zu erfassen und erfordert auch eine Runde, die Spass an Verhandlungen hat. Sind zumindest eine rudimentäre Spielpraxis der entsprechend verhandlungsbereiten Mitspieler gegeben, macht es mir zumindest einen Heidenspass.
> Ich hab "Haendler" noch nicht gespielt und frag mich gerade,
> ob sich die Anschaffung lohnt. Wie sind Eure Erfahrungen? Die
> beiden Spiele sehen ja sehr aenlich aus, aber die
> Spielmechanismen sind ja recht unterschiedlich nach dem, was
> ich gelesen hab - wenn es auch bei beiden ein starkes
> Verhandlungsmoment gibt.
Das Verhandlungsmoment in den Fürsten ist sehr gering im Vergleich zu den Händlern. Ich würde die beiden Spiele in dieser Hinsicht sogar als völlig diametral erachten: bei den Fürsten plant jeder primär für sein Fürstentum die Strategie, wobei bei manchen Wunschobjekten die Versteigerung mitspielt. Bei den Händlern von Genua läuft erstmal alles, was man für sich in Anspruch nehmen will, über die Verhandlung mit Mitspielern. Erst mit einem gewissen Grundvorrat an Waren und Sonderkarten kann man auch Aktionen durchführen, die ohne Verhandlung auskommen.
> Und noch eine Zusatzfrage: Macht "Haendler" zu zweit wirklich
> Spass oder ist es doch eher mit mehr als zweien reizvoll?
Ich find's persönlich zu viert und fünft am besten, zu dritt ist es vor allem zum Erlernen der Möglichkeiten sehr gut spielbar, da die Verhandlungsmöglichkeiten übersichtlicher und die Gefahr, von Aktionen ausgeschlossen zu werden, etwas geringer ist. Aber halt auch nicht ganz so spannend wie mit größerer Besetzung. Zu zweit würde ich es nicht so gerne spielen, da dann das Verhandlungsmoment zu kurz kommt.
> Petra < ganz angetan von Fuersten, nachdem wir endlich den
> dritten zum Spielen gefunden haben.
Auch falls ihr primär zu dritt spielt, sollte Euch das von den Händlern nicht unbedingt abhalten, s.o., es empfiehlt sich m.E. eh erstmal in kleinerer Besetzung zu lernen. Es ist halt etwas taktischer und übersichtlicher, während zu viert und fünft die komplexen Verhandlungsmöglichkeiten dominieren.
Ciao,
Roman