Beitragvon Stefan-spielbox » 29. November 2001, 15:33
Hi Michael,
> > ob das jetzt an der originalregel oder der
> > uebersetz(erin/ung) liegt, lasse ich mal offen.
> >
> genau das stört mich aber bei vielen Postings: erst einmal
> wird pauschal der Verlag oder der Übersetzer/ die
> Übersetzerin "angemacht",das hier vielleicht der Autor auch
> etwas vergessen hat oder in seiner Regel übersehen hat, wird
> erst garnicht in Betracht gezogen.
ich hoffe, dass ich niemanden persoenlich (und damit vielleich faelschlich) angegriffen habe. meine aussage war 'ich finde es tatsaechlich nicht akzeptabel, solche klopper in der anleitung zu haben' - und dabei ist mir tatsaechlich egal, wer das ganze 'verbrochen' hat: Autor, Uebersetzer(in) oder sonstige Verlagsmitarbeiter.
> Das Fertigstellen eines Spiels ist eine äußerst komplizierte
> Zusammmenarbeit zwischen verschiedenen Personen: Autor,
> Redakteur, Graphiker, Drucker, bei fremdsprachigen Spielen auch
> noch Übersetzter, Materialhersteller und wahrscheinlich noch
> einige Personen mehr. Den Fehler jetzt konkret an einer Stelle
> festzumachen halte ich jetzt schlichtweg für einen
> Außenstehenden für unmöglich, da dieser eben nicht in den
> Ablauf mit eingebunden ist.
da stimme ich dir 100%ig zu und genau deshalb habe ich den satz 'ob das jetzt an der originalregel oder der uebersetz(erin/ung) liegt, lasse ich mal offen' oben eingebaut. vielleicht interpretierst du den anders, als ich ihn meine.
> Natürlich sollten Spiele fehlerfrei spielbar sein, und dieses
> Interesse haben natürlich auch die Verlage, schließlich leben
> sie vom Verkauf dieser Spiele. Aber um mal einen Vergleich zu
> einer anderen Branche zu ziehen: wenn die auf den Markt
> geworfene Software im PC-Markt (sowohl Spiele als auch
> Anwendungsprogramme) auch nur halb so wenig fehlerbehaftet wäre
> wie ein durchschnittliches Brett- oder Kartenspiel, ginge ein
> Aufschrei der Entzückung durch die Landschaft.
weiterhin 100%ige zustimmung - ich arbeite uebrigens im software support und baue taeglich patches etc. ;)
> Wir sollten also wirklich die Kirche im Dorf lassen, gerade in
> der jetzigen Zeit, in der man deutliche Fehler wirklich sehr
> schnell beheben kann (z.B. durch Forumsbeiträge, aber auch
> durch Produktinformationen beim Fachhandel) gibt es kaum noch
> dauerhafte Mängel bei unseren Spielen
jetzt fange ich langsam an, zu widersprechen.
- 'nur weil die anderen das nicht koennen muss ich mich auch nicht bemuehen' kann ich nicht gelten lassen.
- die meisten vergleichbaren produkte (brettspiele) sind doch sorgfaeltiger gemacht, als die von Eurogames (eben jene Mammuts probleme, miese uebersetzung von Castel in der ersten auflage, koenig der diebe mit den bedruckten rueckseiten und den [Z/S]wergen, Vinci brauchte eine zweite version der anleitung). so spontan fallen mir da keine vergleichbaren fehler anderer brettspiele der letzen jahrgaenge ein.
(ich habe uebrigens alle genannten Eurogames spiele gekauft und werde auch weiterhin von denen spiele kaufen, wenn gute rauskommen).
ich behaupte nur, dass ein grossteil der zielgruppe ein spiel kauft und dann nicht mehr im internet oder beim haendler nach der regelerlaeuterung nachfragen will (oder kann).
ich war nach dem ersten mammuts spiel jedenfalls ziemlich frustriert, weil es durch die doppelfischfelder ueberhaupt nicht ausgewogen ist. und wenn ich nicht wuesste, dass es anders richtig ist, wuerde ich es womoeglich ins eck werfen.
> Das verständliche Abfassen einer Regel ist wahrscheinlich mit
> der schwierigste Part bei der Spielentwicklung, und hier ist
> IMHO in den letzten Jahren eine deutliche Niveauverbesserung
> spürbar. Wer wirklich schlechte, unstrukturierte und
> fehlerhafte Regeln lesen möchte, soll sich doch zum Spaß mal
> einige der in der Szene so hochgehandelten alten Avalon Hill
> Spiele ansehen, da rollen sich einem wirklich zum Teil die
> Fußnägel hoch!
akzeptiert - aber die sind auch groesstenteils 20 jahre alt...
Tschau
Stefan