Beitragvon Roman Pelek » 30. November 2001, 13:13
Hi Roland,
Hi Roland,
Roland G. Hülsmann schrieb:
> Wenn auch ahnungslose Verkäufer einm Ärgernis sind, so ist es
> nich immer (oder eigentlich eher selten) Schuld des
> Verkäufers. Denn wenn der Arbeitgeber die Weiterbildung
> (während der Arbeitszeit) nicht forciert oder vielleicht gar
> nicht möchte, hat der Verkäufer wenig Chancen. Und wenn er
> zwischendurch noch Lagerarbeiten und ähnliches machen muß,
> dann kann das Argument "keine Zeit" wirklich stimmen.
Dass ein Aushilfsverkäufer z.B. keine Kenntnis oder auch Zeit hat, Detailfragen zu beantworten, ist vollkommen nachvollziehbar. Es geht aber auch um das Auftreten, und das sollte doch bei banalen, kurzen und neutral vorgetragenen Fragestellung ("Tschuldigung, können sie mir sagen, wo Produkt XY steht?") mindestens neutral, wenn nicht sogar höflich sein ;-) Ich denke nicht, dass wir hier von Aspekten wie Fachkenntnis oder umfangreiche Beratung geredet haben, die wirklich oft nicht leistbar sind... Und selbst wenn es in Einzelsituationen durch überforderte Aushilfskräfte wirklich nicht leistbar sein sollte, einfache, freundlich vorgetragene Fragen in höflichen Umgangstun zu beantworten, dann kann das Problem meinetwegen auch in der Chefetage liegen und nicht die Schuld des Verkäufers sein, doch muss sich dennoch kein Kunde so etwas gefallen lassen.
> Kurz: Die Schuld für deartige Entwicklungen sehe ich weder
> bei den Verkäufern, noch bei den Kunden, die ja schließlich
> auch mit sinkenden Realeinkommen leben müssen. Die Sache > ist da schon ein wenig komplexer!
Das die Gesamtsituation komplex ist, hat ja keiner bestritten. Es gibt aber Teilaspekte, die dazu nicht unbeträchtlich beitragen. Dazu gehört heute auch, dass man verlangt, mit seinem Einkommen die größtmögliche Warenmenge zu erwerben, und dann aber auch teilweise die Beratung, die man in Anspruch nimmt, nicht honoriert. Wer eine Leistung in Anspruch nimmt, muss sie auch bezahlen, sonst wird diese Leistung nicht mehr fortbestehen - und das ist ein erschreckend einfaches und durchaus zutreffendes Gesetz des Marktes, das da auch beträchtlich mit reinspielt. Die Hintergründe, warum Leute heutzutage so handeln, und mit wie viel Finanzspielraum der Einzelne auszukommen hat, sind allerdings durchaus komplex.
So oder so gibt's viele Facetten des Problems: mangelndes Fachpersonal, teils unhöfliche Verkäufer, mangelnde Bereitschaft, Spielepreise im Fachhandel zu bezahlen, Einkommenssituation, das Spieleangebot/Vertrieb, Schulungen oder Nicht-Schulungen.
Was man allerdings selbst durchaus positiv beeinflussen kann, ist eben auch eine gute Beratung durch eine gute Bezahlung zu honorieren bzw. eine schlechte Beratung durch Nichtkauf. Was soll man auch sonst als Kunde machen? Ich persönlich bin jedenfalls bereit, gute Leistungen mit höheren Preise zu entlohnen, aber genausowenig sehe ich ein, schlechte Beratung oder ausfallendes Verhalten in irgendeiner Weise "finanziell verständnisvoll" zu ertragen. Egal, was die Gründe sind, letztendlich unterstützt man in einem marktwirtschaftlichen System durch Kauf und entzieht Grundlagen durch Nichtkauf. Da mag das Problem komplex sein, aber das sind die schlichten Triebfedern. Das komplexe ist m.E. eher das Käuferverhalten, das sowas mitfördert.
Ciao,
Roman