Hallo Ihr Europäer da draussen,
letztes Wochenende haben wir den Teck-Con genutzt, Colony zu spielen. In voller Besetzung (sechs) haben wir dann etwa 9 Stunden (incl. Essen etc.) damit zugebracht, die bank mehrfach zu sprengen.
Da wir das Spiel in Stuttgart schon mal angespielt hatten, und uns das Glückselement mit dem Kartenziehen zu extrem vorkam, haben wir mit folgender Regeländerung gespielt:
Am Anfang der Runde, wenn jeder seine Aktionskarte(n) verdeckt gespielt hat, bekommt jeder eine Ereigniskarte, die er durchliest und dann an einen anderen Spieler weitergibt, der die Karte nicht anschauen darf. Außerdem: Jeder nur eine Karte..:-) Gespielt wird die Karte dann gemäß der Regel am Ende des Zuges.
Mit dieser Regelung haben wir es geschafft, daß der zweite und fünfte Spieler gerade mal ca. 20 Kupferstücke auseinander lagen, bei insgesamt etwa 280. Die Anzahl der Kolonien, die die Spieler kontrollierten, lag (während des ganzen Spieles relativ konstant) bei zwei bis fünf (und davon war das Endergebnis nicht abhängig). Es gab am Schluß genau eine Demokratie, die vor der Entlassung in die Freiheit keine Rohstofffelder enthielt.
Wir hatten öfter Diskussionen über die Auslegung der Spielregel, denn diese ist zwar sehr stimmungsvoll, dafür nicht immer eindeutig, formuliert. Einige Probleme betrafen die Ereignis-Karten, die nicht einzeln erläutert sind (bei 24 x 6 Karten auch kein Wunder!).
Z. B. waren wir uns nicht sicher, ob bei einer Heirat die Kolonie mit dem einzigen Hafen gewählt werden kann (was für beide Spieler einschneidende Auswirkungen gehabt hätte, denn zurückerobern wäre erst zwei Jahrhunderte später möglich gewesen, und auch nur, wenn der Spieler sich einen neuen Hafen hätte kaufen können).
Auch die Kriegsführung /Aufstände waren nicht soo klar. Bei einem Aufstand hat das Land immer einen Würfel. Wenn eine Armee im Land steht, bringt diese drei (!) Würfel mit. Es können aber maximal drei Würfel verwendet werden. Warum hat die Armee dann nicht nur zwei Würfel?? (Auch mehrere Armeen bringen nichts, und es geht nur über eine Runde, und der Abbau ist auch vorgegeben).
Wenn ein Aufstand (der in der Ereignis-Karten-Phase des betroffenen Spielers abgehandelt wird), nicht niedergeschlagen wird, breitet er sich in ein angrenzendes Land aus. Wenn diese Kolonie den einzigen Hafen des Spielers, aber keine Armee, enthält (vielleicht war er ja noch gar nicht dran diese Runde), so bekommt dieser Spieler kein Einkommen, und hat es schwerer, die nötigen Truppen zu kaufen.
Aber nachdem wir uns geeinigt hatten, lief es ganz gut ...
Wir hatten bald alle Kolonien mit zwei oder drei Armeen bestückt, und die Kirchen verbreiteten sich auch, so daß die Rebellionen schnell kein Thema mehr waren und weiter fleissig kolonisiert werden konnte.
Unser Fazit: Warum haben wir unsere Kolonien aufgegeben? Mit ein paar Soldaten könnten wir sie viel besser ausbeuten...
So, das war ein erster Eindruck.
Grüßle,
Udo