Beitragvon hannes » 10. Dezember 2001, 22:25
Hi
Beim letztjährigen Adventsrätsel war ich noch nicht bei spielbox-online.
Beim diesjährigen war ich anfänglich topmotiviert, möglichst viele Nüsse zu knacken. Dann war ich über die Diskussionen um die ersten drei Fragen amüsiert. Schliesslich bin ich heute ziemlich frustriert, da ich nicht bereit bin, jeden Tag mehrere Stunden mit Recherchen zu verbringen, nur um resigniert festzustellen, wie blöd ich doch bin.
Nachdem was ich hier alles mitgekriegt habe, würde ich meine Sicht auf das Adventsrätsel polemisch so formulieren :
Das diesjährige Adventsrätsel ist nur für eine kleine Elite von vielleicht 20-30 Spieleinsider kreiert. Einige (?) letztjährige Rätsellöser forderten auch dieses Jahr ganz knackige Fragen. Knut hat auf diesem Hintergrund entsprechende Fragen zusammengestellt, aber versucht zwischendurch mal eine lockerere Frage wie die heutige (Dirk Henn) einzustreuen, die bei Nicht-Wissen mit einer 20-minütigen Internetrecherche gelöst werden kann. Damit auch die anderen mal eine Chance auf den Tagesgewinn haben.
Damit keine Missverständnisse aufkommen, steht dann bei spielenet beim Kleingedruckten auch klar : "Um den Rätselspaß zu garantieren, hat sich unser Partner spielbox-online wieder 24 extrem knifflige Fragen ausgedacht."
Und die erste Frage (Muscat) musste schon mal eindeutig den Tarif durchgeben. Was dann aber bekanntlich ziemlich in die Hosen ging. [Erklärung : Muscat konnte ursprünglich nur herausfinden, wer entweder das Spiel schon besass oder aber die Schachtel schon mal irgendwo (Essen, spielbox, Spieleladen) gesehen hatte UND ein exzellentes fotografisches Gedächtnis hat.]
Also sorry Leute, so macht mir das Rätsellösen keinen Spass (sorry, Knut). Vor allem das elitäre Getue drumherum nicht.
Es sieht hier auch mehr nach Verbissenheit als nach Spiel aus.
Damit ihr mir nicht vorwerfen könnt, dass ich lieber Rätsel hätte, wo die Lösung schon im Titel steht, hier mein Vorschlag, wie die erste Frage nach Muscat hätte gestellt sein können.
Nämlich genau so wie schon formuliert, aber mit einem [i]zusätzlichen Tipp[/i] , etwa : "ein Spiel von 2001". Dann wäre die Frage für alle mit einem gewissen, nicht zu grossen Recherchieraufwand zu lösen gewesen und hätte Appetit auf die nächsten Fragetage gemacht.
Dass hin und wieder an einem Tag eine sehr schwierige Frage eingestreut wird, um den wirklichen Rätselmeister herauszufinden, dagegen habe ich nichts einzuwenden. Es war mir ja schon immer klar, dass es diverse versiertere Spielekenner gibt als ich. Den Hauptpreis hatte ich gar nie im Visier.
Dass spielenet von so einem Adventsrätsel profitiert, möchte ich stark bezweifeln. Natürlich werden ein paar Leute, die einen Tagespreis ergattern konnten, ihre nächste Bestellung dankbar bei spielenet abgeben. Aber viele andere werden negative Assoziationen damit verknüpfen und sich beim Spielekauf woanders umsehen.
Noch etwas. Dort, beim Kleingedruckten bei spielenet steht auch : "Und wer nicht gleich gewinnt, hat zumindest etwas dazugelernt."
Abgesehen davon, dass wohl gemeint ist "wer die Lösung nicht herausfindet, hat zumindest etwas dazu gelernt", stört mich hier das Wort [i]lernen[/i].
Als Lehrer weiss ich, dass Lernen stark mit Neugier und mit Motivation zusammenhängt. Wenn das Lernziel zu hoch gesteckt ist, frustriert das aber alle, ausser vielleicht den Klassenbesten.
Das "Lernen", dass eigentlich hier im zitierten Text steckt, ist aber bei dieser Art Rätsel viel mehr ein "Zeigen, dass du wieder mal nichts weisst". Und das hat mit wirklichem Lernen gar nichts zu tun. Im Gegenteil.
Ciao
hannes (der ferner die Aussagen von Uwe vollumfänglich unterschreiben kann)