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Spiel-Ende mal anders

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Frank Nikolaus

Spiel-Ende mal anders

Beitragvon Frank Nikolaus » 28. Dezember 2001, 12:03

Hallo,

was mich bei vielen Spielen stört, ist diese "Ende der letzten Runde, Endwertung und Aus"-Mechanik. Klar, in vielen Spielen lässt sich das wohl nicht anders lösen, und es ist für jeden ersichtlich, wann es in die Endphase geht, von daher also akzeptabel.

Jetzt habe ich in einer Rezension über "Das Tal der Mammuts" gelesen, dass das Spiel-Ende dadurch herbeigeführt wird, dass ein Spieler vier Dörfer eine Runde halten muss und dies vorher ansagt. Ich habe mir das Spiel leider noch nicht zulegen können, doch von der Theorie her hört sich dieses "Capture the flag" nach einer willkommenen Abwechslung an.

Könnt Ihr mir noch andere Titel empfehlen, die über einen ungewöhnlichen Spiel-Ende-Mechanismus verfügen?

MfG
Frank

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Andrea Harbke

Re: Spiel-Ende mal anders

Beitragvon Andrea Harbke » 28. Dezember 2001, 12:45

Hallo Frank,

spontan fällt mir Kings & Things ein.
Man muß seine Citadelle eine Runde halten, sollten bis dahin alle eine eigene Citadelle haben, dann muß man sich eine zweite erobern. Schafft man das, dann hat man sofort gewonnen.
Ist schon Jahre her, dass ich das Spiel gern und oft mit Freunden gespielt habe - ach ja, seufz, das waren harte Siegbedingungen damals.....vor allem wenn man immer mit den gleichen Leuten spielt, die irgendwann die Tricks kennen.

Grüße
Andrea (die jetzt über ein Kings & Things Revival-Treffen nachdenkt)

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Ralf Arnemann
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Wieso denn "anders"?

Beitragvon Ralf Arnemann » 28. Dezember 2001, 14:25

Ich sehe jetzt noch nicht die besondere Originalität bei dieser Regelung (der Zusatz "eine Runde halten" ist vielleicht seltener, aber auch nicht ungewöhnlich).

Letztlich ist aber "vier Dörfer" nichts anderes als z. B. bei Catan "zehn Siegpunkte".

Im Prinzip wage ich sogar die Behauptung, daß (Nicht-kooperative) Spiele gar nicht anders funktionieren können: Es gibt immer eine Bewertungsfunktion, die den Spielerfolg eines Spielers auf irgendeine Skala abbildet (Anzahl Siegpunkte, Besitz in Geld oder Gegenständen, ...).
Man spielt, bis irgendein Ereignis eintritt (z. B. x Runden gespielt), dann wird der Sieger ermittelt, der bei der Bewertung am besten abschneidet.Und manchmal wird halt diese Spielende-Bedingung an die Bewertung geknüpft (Spielende, sobald ein Spieler x erreicht hat).

Manche Bewertungsskalen mögen recht kurz sein. Z. B. Schach: Ein Siegpunkt, wenn man einen feindlichen König Matt setzt. Spielende, sobald ein Spieler einen Siegpunkt hat ...

Aber die Logik ist immer gleich.

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Kathrin Nos
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TdM ist nicht wie Siedler

Beitragvon Kathrin Nos » 28. Dezember 2001, 14:36

Hi Ralf,

Du schreibst:

> Letztlich ist aber "vier Dörfer" nichts anderes als z. B. bei
> Catan "zehn Siegpunkte".

Da bin ich anderer Meinung: Denn beim Tal der Mammuts (TdM) geht es darum, diese vier Dörfer noch eine ganze Runde zu behalten, was gar nicht so einfach ist. Bei den Siedlern reicht es immerhin, die zehn Siegpunkte in seinem Zug zu haben.

Bei TdM muss man am Ende einer Runde Bescheid sagen, dass man vier Lager hat. Am Ende der nächsten muss man immer noch vier Lager besitzen, es müssen aber nicht dieselben sein wie zu dem Zeitpunkt, als man es bekanntgegeben hat. Bei unseren TdM-Runden hat es häufiger die Situation gegeben, dass einer die vier Lager nicht halten konnte, sei es durch Übernahme durch andere Spieler, Tierangriffe, Ausspielen von Karten, oder Sommer- bzw. Winterereignisse - meiner Meinung nach ein sehr reizvoller Mechanismus für das Spielende :-)

Alles Gute wünscht
Kathrin.
Spielerin, früher auch Rezensentin

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Chregi Hansen

Spiel-Ende bei Kings & Things

Beitragvon Chregi Hansen » 28. Dezember 2001, 14:41

Bei K&T Andrea Harbke schrieb:
>
> Hallo Frank,
>
> spontan fällt mir Kings & Things ein.
> Man muß seine Citadelle eine Runde halten, sollten bis dahin
> alle eine eigene Citadelle haben, dann muß man sich eine
> zweite erobern.

nicht ganz richtig: man gewinnt, wenn als einziger eine citadelle besitzt und sie eine runde halten kann. wird jedoch eine zweite gebaut (eine weitere reicht, es müssen nicht alle eine besitzen), dann braucht es eine zweite, die man sich erobern muss

gruss aus der schweiz
chregi

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Frank Nikolaus

Re: Wieso denn "anders"?

Beitragvon Frank Nikolaus » 28. Dezember 2001, 14:42

Hallo Ralf,

Deine Argumente möchte ich nicht in Abrede stellen. Es ist klar, dass die Siegbedingung nur anders verpackt wird. In irgend einer Form muss ja gewertet werden, da ähneln sich die Spiele sicherlich.

Ich halte es aber durchaus für einen Unterschied, ob ich bei SvC ein Dorf baue, gleichzeitig eine Siegpunktkarte aufdecke, dadurch auf 10 Punkte komme und urplötzlich gewonnen habe - urplötzlich jedenfalls in den Augen der Mitspieler -, oder ob ich bei "Das Tal der Mammuts" etwas ankündige, das ich dann eine Runde halten muss.

Meine eigentliche Frage ist doch: welche Spiele mit ungewöhnlichen Lösungen im Bereich "Spiel-Ende" gibt es? So etwas wie von Andrea bei "Kings & Things" erwähnt finde ich auf jeden Fall interessant.

Und da Du davon schreibst: welche Spiele mit dem Zusatz "eine Runde halten" gibt es?

MfG
Frank

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Stefan-spielbox

Re: Wieso denn "anders"?

Beitragvon Stefan-spielbox » 28. Dezember 2001, 15:20

Frank Nikolaus schrieb:
>
>
> Und da Du davon schreibst: welche Spiele mit dem Zusatz "eine
> Runde halten" gibt es?
>
> MfG
> Frank

Hallo!

Bei "Successors" erreicht man erst dann einen Automatic Victory wenn man die ausreichende Anzahl an Victory- oder Legitimacypoints erzielt hat und alle anderen Spieler noch einmal an der Reihe waren.

Stefan

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Jost Schwider

RE: Wieso denn "anders"?

Beitragvon Jost Schwider » 28. Dezember 2001, 15:34

"Ralf Arnemann" hat am 28.12.2001 geschrieben:

> Ich sehe jetzt noch nicht die besondere Originalität bei
> dieser Regelung (der Zusatz "eine Runde halten" ist
> vielleicht seltener, aber auch nicht ungewöhnlich).

Das sehe ich genauso!

> Es gibt immer eine Bewertungsfunktion [...]

Schön formal - und formal richtig! ;-)

> Z. B. Schach: Ein Siegpunkt

:LOL: Köstlich! :LOL:

> Aber die Logik ist immer gleich.

Full ACK.

Jost aus Soest (ist u.a. Informatiker)

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Frank Biesgen

Re: Wieso denn "anders"?

Beitragvon Frank Biesgen » 28. Dezember 2001, 17:14

Frank Nikolaus schrieb:

> Und da Du davon schreibst: welche Spiele mit dem Zusatz "eine
> Runde halten" gibt es?

Hi Frank,

bei "McMulti" kann ein Spieler ankündigen, daß er den zum Sieg notwendigen Betrag erwirtschaftet hat. Danach ist jeder noch einmal am Zug und versucht, auf den letzten Drücker noch möglichst viel Geld aufzutreiben; danach erfolgt dann die Endabrechnung. Der entscheidende Punkt hierbei ist, daß man sich als führender Spieler nicht outen muß, sondern auch Geld scheffeln und warten kann, bis jemand anderer das Spielende ansagt.

Gruß FBI

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Andrea Harbke

Re: Spiel-Ende bei Kings & Things

Beitragvon Andrea Harbke » 28. Dezember 2001, 17:14

Stimmt, jetzt wo du es sagst :-D
Ist halt schon eine Ewigkeit her, dass ich es gespielt habe. Hm, 14 Jahre so ca.

Auf jeden Fall ist das Ende nicht so klar absehbar, das hat mir damals gut gefallen.

Grüße aus dem nassen Hamburg
Andrea (die sich gerade mal wieder mit der Yello-Stromrechnung rumgequält hat...diesmal war sie tatsächlich richtig)

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Sönke Weidemann
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Beiträge: 531

Re: Spiel-Ende mal anders

Beitragvon Sönke Weidemann » 28. Dezember 2001, 21:50

Hi!

Bei "The American Goldrush" von Jean du Poel - einfaches, aber sehr schönes Spiel - kann jeder Spieler sein eigenes Ende bestimmen: Wer meint, genug Gold gefunden zu haben, zieht sich mit seinen geheim gehaltenen Fund ins Fort zurück und wartet darauf, daß dies auch die Mitspieler tun. Sieger ist dann natürlich, wer am meisten Gold gefunden hat.

Ein etwas apokalyptisches Spielende gibt es bei "Götter, Riten und Dämonen": Wer stark genug ist, seinen gewählten Gott zu beschwören, beendet nicht nur das Dasein aller am Spiel beteiligten Sekten - auch der eigenen natürlich - sondern auch das Spiel

Gruß Sönke

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michael weber

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Beitragvon michael weber » 29. Dezember 2001, 11:36

da waren noch z.b.

tenjo:
ein spieler lässt sich zu einem x-beliebigen zeitpunkt zum shogun ausrufen. wenn keiner widerspricht, gewinnt er das spiel

das quiz rund um den euro:
das spiel endet u.a. auf alle fälle dann, wenn die bank kein geld mehr auszahlen kann (gewinner ist natürlich doch der mit dem meisten geld)

villa paletti:
naja, zugegeben nicht so ganz anders, aber: sobald das bauwerk zusammenkracht (was früh oder spät passieren kann).

so weit erst mal spontan zu ein paar neuheiten...

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Frank Nikolaus

Danke, besonders für die konstruktiven Antworten

Beitragvon Frank Nikolaus » 2. Januar 2002, 08:30

Hallo,

vielen Dank für die genannten Titel, da waren einige interessante Sachen dabei. Weniger Dank für die "Antworten", die nur die Frage infrage stellen bzw. ins Lächerliche ziehen wollten.

Bis die Tage
Frank


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